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BMD-Software und Virtualisierung mittels VMWare vSphere 4.0

Im nachfolgenden Artikel erläutern wir den Unterschied zwischen einer physikalischen Betriebssysteminstallation und jener unter einer virtuellen Umgebung. Das verwendete Testsystem war wie folgt konfiguriert:

Server: HP ProLiant ML350 G5

Prozessor: Intel Xeon E5310 1,6 Ghz QuadCore

Arbeitsspeicher: 7 GB PC2-5300 DDR2 667 Mhz ECC

Festplatten: RAID10 aus 6 x 72 GB 10k rpm SFF

Storage Controller: Smart Array E200i mit 128 MB inkl. BBWC

Smart Array P400 mit 256 MB inkl. BBWC

Betriebssystem: Windows 2008 R2

Das Testszenario wurde in drei Teile gliedert. In jedem Test wurde ein Durchlauf mit dem schwächeren Controller E200i und dem stärkeren Controller P400 absolviert. Die Leistung wurde mittels dem Benchmarktool „SQLIO“ von Microsoft getestet. Gemessen wurden nur die zufälligen Zugriffe (random I/O). Die Transferrate (sequential I/O) ist für einen praxisnahen Vergleich nicht sehr aussagekräftig und wurde deshalb nicht weiter aufgeführt. Zum Vergleich wurde auch noch ein BMDNTCS-Datenbankupdate durchgeführt um die Abhängigkeit von Prozessor und Arbeitsspeicher zu eruieren.

Szenario 1: physische Installation mit zwei Partitionen (C:\ und D:\)

E200i Controller:

Random Read LeistungRandom Write Leistung
*

MB/s

IOPS

8k

*

1528

16k

*

1420

32k

*

1262

64k

*

1018

128k

*

747

256k

*

479

*

MB/s

IOPS

8k

*

1604

16k

*

1405

32k

*

1162

64k

*

768

128k

*

455

256k

*

175

Dauer des Datenbankupdates: 24 min 50 sek

P400 Controller:

Random Read LeistungRandom Write Leistung
*

MB/s

IOPS

8k

*

1897

16k

*

1835

32k

*

1630

64k

*

1308

128k

*

938

256k

*

616

*

MB/s

IOPS

8k

*

2032

16k

*

1711

32k

*

1600

64k

*

1137

128k

*

729

256k

*

431

Dauer des Datenbankupdates: 24 min 27 sek

Hier ist bereits sehr gut zu erkennen, dass ein besserer Festplattencontroller bei sonst identer Hardware ein deutliches Plus an Geschwindigkeit ausmachen kann.

Szenario 2: virtuelle Installation mit einer Disk und zwei Partitionen (C:\ und D:\)

E200i Controller:

Random Read LeistungRandom Write Leistung
*

MB/s

IOPS

8k

*

1553

16k

*

1445

32k

*

1262

64k

*

1002

128k

*

675

256k

*

429

*

MB/s

IOPS

8k

*

1620

16k

*

1421

32k

*

1146

64k

*

781

128k

*

441

256k

*

233

Dauer des Datenbankupdates: 25 min 30 sek

P400 Controller:

Random Read LeistungRandom Write Leistung
*

MB/s

IOPS

8k

*

2003

16k

*

1812

32k

*

1589

64k

*

1265

128k

*

847

256k

*

530

*

MB/s

IOPS

8k

*

2515

16k

*

2016

32k

*

1620

64k

*

1160

128k

*

712

256k

*

427

Dauer des Datenbankupdates: 24 min 58 sek

Vergleicht man nun die physische Installation aus Szenario 1 mit der virtuellen Installation aus Szenario 2 ist erstaunlicherweise zu erkennen, dass die reine I/O-Leistung sowohl bei lesendem als auch bei schreibendem Zugriff quasi gleich auf - bei geringen Blockgrößen sogar teilweise deutlich schneller - ist. Das proprietäre Dateisystem VMFS von VMWare scheint also sehr gut mit dem Cache des Controllers skalieren zu können. Einzig die Dauer des Datenbankupdates ist etwas länger als in der physikalischen Welt, was darauf schließen lässt dass zumindest bei Prozessor- und Arbeitsspeicherleistung durch den Hypervisor etwas verloren geht.

Szenario 3: virtuelle Installation mit zwei Disks (C:\ und D:\)

E200i Controller:

Random Read LeistungRandom Write Leistung
*

MB/s

IOPS

8k

*

1592

16k

*

1552

32k

*

1444

64k

*

1270

128k

*

924

256k

*

504

*

MB/s

IOPS

8k

*

1756

16k

*

1703

32k

*

1359

64k

*

884

128k

*

520

256k

*

259

Dauer des Datenbankupdates: 25 min 20 sek

P400 Controller:

Random Read LeistungRandom Write Leistung
*

MB/s

IOPS

8k

*

2012

16k

*

1939

32k

*

1812

64k

*

1565

128k

*

1115

256k

*

591

*

MB/s

IOPS

8k

*

2588

16k

*

2605

32k

*

2022

64k

*

1458

128k

*

832

256k

*

411

Dauer des Datenbankupdates: 24 min 47 sek

Bei Verwendung einer eigenen Festplatte ist die Datenträgerleistung in der virtuellen Umgebung sogar noch besser als in beiden vorangegangenen Testumgebungen. Auch die Dauer des Datenbankupdates ist etwas geringer als in Szenario 2.

Zusammenfassung:

Die Aussage, dass eine Installation in einer virtuellenUmgebung zwangsweise langsamer sei als eine physikalische Installation, kann also pauschal nicht als richtig oder falsch beantwortet werden.

Das Ergebnis dieser Tests lässt aber mit Sicherheit sagen, dass bei entsprechend leistungsstarker Hardware unter VMWare nur sehr wenig an Leistung verloren geht, die reine I/O-Leistung im Gegensatz zu einer vergleichbaren Windowsinstallation aber sogar deutlich besser ist.

In Hinsicht auf die vielen Vorteile einer Virtualisierung können wir die Verwendung vonVMWare – um es allerdings nochmals zu erwähnen – bei richtig dimensionierter Serverhardware bedenkenlos empfehlen.

Random Read

Random Write



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