Das Konsignationslager ist ein Warenlager eines Lieferanten oder Dienstleisters, das sich in der Nähe des Kunden (Abnehmers) befindet. Die Ware verbleibt solange im Eigentum des Lieferanten, bis der Kunde sie aus dem Lager entnimmt. Erst zum Zeitpunkt der Entnahme findet eine Lieferung als Grundlage der Rechnungsstellung statt.
Hinweis
| Vorteile des Konsignationslagers für den Kunden: - Da das Material bereits qualitätsgeprüft und jederzeit in der vereinbarten Menge erhältlich ist, liegt höchste Versorgungssicherheit vor.
- Es entsteht nur ein geringer Abwicklungsaufwand, da die Verrechnung häufig monatlich (auf Basis der Entnahmebedingungen) abgewickelt wird.
- Da das Material erst nach Entnahme aus dem Lager verrechnet wird, verringert sich die Kapitalbindung.
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Befinden sich Lieferant und Konsignationslager in unterschiedlichen Ländern der EU, sind abweichende Bedingungen zu beachten.
Während Deutschland das Standard-Verfahren anwendet, benutzt Österreich das verschärfte Verfahren, bei dem Folgendes gewährleistet sein muss:
- Der Lieferant muss in Österreich eine eigene Umsatzsteueridentifikationsnummer haben.
- Bei der Lagerfüllung wird eine Rechnung mit der MwSt-Ausweisung des Landes des Lieferanten erstellt.
- Bei der Lagerentnahme wird eine Rechnung mit österreichischer MwSt-Ausweisung erstellt.
Bereich Warenwirtschaft → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Auftragserfassung → Lager/Mengenverteilung
Automatische Materialfindung | Hier kann eingestellt werden, ob bei der Auftragserfassung eine automatische Materialfindung erfolgen soll und wenn ja, auf welche Lagermenge dabei die Verfügbarkeitsprüfung erfolgen soll. Achtung: Es muss außerdem auch noch das Materialfindungskennzeichen (MaterialfindungsKz) am Erfassungskennzeichen gesetzt werden. |
Bereich Warenwirschaft → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Stammdatenverwaltung → Standard-Artikelkennzeichen
MaterialfindungsKZ | Hier kann mittels Parameter ein fixes MaterialfindungsKZ festgelegt werden. |
Für Konsignationsläger wird empfohlen, eine eigene Lagerart (siehe Dokumentation
Lager - Stammdaten) zu definieren. In den Lagerarten wird eine neue Lagerart für das Konsignationslager angelegt.
Das Feld "Ist Lagerstandsrelevant" auf der Lagerart soll nur dann verwendet werden, wenn mit Materialfindung gearbeitet wird.
Die Materialfindung wird meist dann angewendet, wenn ein Lager mehrere Lagerplätze hat und bei der Verkauf-Kommissionierung das Material innerhalb von diesen Lagerplätzen gefunden bzw. vorgeschlagen werden soll.
Wurde eine neue Lagerart für das Konsignationslager angelegt, kann diese nun einem neuen Lager zugeordnet werden (siehe auch
Lager - Stammdaten).
Das Ziellager bzw. der Ziellagerplatz kann im Kundenstamm im Reiter WWS oder auch bei einer Kundenhauptgruppe bzw. -untergruppe hinterlegt werden. Das Ziellager ist jenes Lager, das physisch beim Kunden liegt und auf das per Umbuchungsauftrag Ware gebucht wird.
Für die Verwendung von Konsignationslägern werden die Erfassungskennzeichen UML (Umbuchungsauftrag ohne Rechnung) und UMR (Umbuchungsauftrag mit Rechnung) benötigt.
Wird ein Auftrag erfasst, werden das Ziellager bzw. der Ziellagerplatz aufgrund der Hinterlegung am Kunden/KHG/KUG automatisch in den Auftragskopf bzw. in die Auftragspositionen übernommen.
Beim Ausdruck des Lieferscheins wird vom Programm kontrolliert, ob ein Eintrag im Feld "Ziellager" bzw. "Ziellagerplatz" vorhanden ist. Ist dies der Fall, wird die Ware im Lager mit dem Buchungskennzeichen UMB umgebucht.
Bei der Verspeicherung des Lieferscheins wird zusätzlich noch das Kennzeichen "Storno Sperre" gesetzt. Somit kann der Lieferschein nicht mehr storniert werden (beim Ausdruck des Lieferscheins lässt sich die Funktion für den Storno-Lieferschein nicht mehr auswählen).