UebergeordnetesD.bmp Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.


 Übersicht

Bei der Mengenangabe von Stücklistenpositionen kann es vorkommen, dass die Einheit des Artikels nur ganze Zahlen erlaubt, jedoch nur ein Bruchteil einer Einheit für die Erzeugung eines Produkts benötigt wird.

Im folgenden Dokument werden gängige Lösungen erklärt, wie Sie damit umgehen können.

Beispiel Verpackungseinheiten 
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Eine in dieser Form häufig auftretende Konstellation ist, dass eine größere Stückzahl eines fertigen Produkts in eine Verpackungseinheit (beispielsweise einen Karton) gepackt werden. Die Verpackungseinheit (der Artikel "Karton") ist in der Einheit "Stück" geführt, welche jedoch im BMD Auslieferungsstandard über das Feld Anzahl Stellen auf der Einheit nur ganze Zahlen erlaubt:

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Wenn Sie acht fertige Produkte in einen Karton packen, werden in der Stückliste für ein fertiges Produkt 0,125 (1/8 Karton) Stück der Karton-Artikelnummer erfasst – dies führt mit der Einstellung "Ganze Zahlen" zu dieser Achtungsmeldung:

"Da eine ganzzahlige Einheit verwendet wird, dürfen keine Nachkommastellen verwendet werden!"

Hinweis 
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Eine Änderung der Einstellung "Anzahl Stellen" für die Einheit "Stk" ist nicht zu empfehlen!

Dadruch würde die Eingabe von Nachkommastellen in allen Bereichen (neben der Produktion auch Verkauf, Einkauf, Lager) und für alle Artikel mit dieser Einheit erlaubt werden.

Damit kann es zu Rundungsdifferenzen kommen, wenn alternative Einheiten verwendet werden. Die Folge können minimale Lagerrestbestände sein. Besonders bei chargengeführten Artikeln ist davon dringend abzuraten, weil es zu besonders vielen Lagerkonten mit Restbeständen führen kann.

 Lösungsvariante: Referenzmenge am Stücklistenkopf anpassen

 Definition in den Stücklistenstammdaten

Die Annahme ist, dass Sie die Mengen der Stücklistenpositionen für die Herstellung einer Einheit des fertigen Produkts definieren, also wie folgt:

1 Stk. des Produkts besteht aus:
  • 1 kg von "Rohware 1"
  • 0,25 kg von "Rohware 2"
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Wenn Sie die Stücklistenposition für den Karton (0,125 Stk.) in der Stückliste hinzufügen wollen, wird die o. a. Meldung bez. der Ganzzahligkeit des Kartons die Eingabe von Nachkommastellen unterbinden:

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Die einfachste Lösung, um dieses Problem zu umgehen ist, dass die Referenzmenge auf ein Vielfaches der Kartonmenge erhöht wird. Dies hat zur Folge, dass auch die anderen Stücklistenpositionen um das Vielfache der Kartonmenge erhöht werden müssen. Das bedeutet Folgendes in diesem Beispiel:

8 Stk. des Produkts bestehen aus:
  • 8 kg der "Rohware 1"
  • 2 kg der "Rohware 2"
  • 1 Stk des Kartons
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Gibt es andere Artikel, die in derselben Stückliste verwendet werden und andere Packungsgrößen aufweisen, muss ein Vielfaches der jeweiligen Stücklistenpositionen als Referenzmenge gebildet werden.

Drei Kartons mit jeweils 8 Stk. werden auf eine Palette gepackt. Demnach müsste die Referenzmenge auf mindestens 24 Stk erhöht werden:

24 Stk. des Produkts bestehen aus:
  • 24 kg der "Rohware 1"
  • 6 kg der "Rohware 2"
  • 3 Stk des Kartons
  • 1 Stk der Palette
Zusätzlich kann am Produkt auch eine Einheitentabelle mit einer Umrechnung auf die Verpackungseinheiten hinterlegt werden. Die Stücklistendefinition könnte dann folgendermaßen aussehen:

1 Palette des Produkts bestehen aus:
  • 24 kg der "Rohware 1"
  • 6 kg der "Rohware 2"
  • 3 Stk des Kartons
  • 1 Stk der Palette

Hinweis 
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Haben Sie bereits die Stücklisten für die Referenzmenge 1 erfasst oder importiert und müssten Sie bei sehr vielen Stücklistenpositionen die benötigte Menge ändern, gibt es dafür die Funktion Referenzmenge aliquotieren.

 Rundung der Mengen in der Auftragsstückliste 

Bei dieser Lösung ist die Einheitenrundung am Auftrag noch eigens zu berücksichtigen.
 

 Rundung der Sollmenge

Wird die Stückliste in einem Auftrag aufgelöst, wird die Sollmenge grundsätzlich anhand der zu produzierenden Menge genau berechnet, das bedeutet, dass die Sollmenge hier dann auch Nachkommastellen aufweisen kann.

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Um Nachkommastellen auf der Sollmenge zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten:
  • Die zu produzierende Menge ist immer ein Vielfaches der Verpackungseinheit
    Das ließe sich automatisieren durch
    • die Hinterlegung von minimalen/optimalen Produktionsmengen am Produktionsartikel und durch Aktivieren der Produktionsmengenrundung in der Stücklistenauflösung
    • die Hinterlegung von Verpackungsmengen am (Lieferanten-)Artikelstamm

  • Die Sollmenge der Stücklistenposition wird auch gerundet
    Siehe dazu das Hilfedokument Runden von Verpackungseinheiten in Auftragsstücklisten.

 Rundung der verwendeten Menge

Erfolgen die Materialrückmeldungen für die Verpackungseinheiten retrograd, kann es bei der Ermittlung der zu buchenden/verwendeten Menge auch zu Nachkommastellen kommen. Dies ist dann der Fall, wenn die erfasste produzierte Menge kein Vielfaches der Verpackungsgröße ist.

Um am Lager ausschließlich Buchungen mit der Nachkommastellenanzahl lt. Einheitenstammdaten zu erhalten, ist der folgende WWS Parameter (zu finden unter Warenwirtschaft allgemein → Allgemein) auf "Ja" zu stellen:

Definition, ob beim Umrechnen einer Menge in eine andere Einheit das Ergebnis auf die Anzahl der Nachkommastellen der Einheit gerundet werden soll. Die Anzahl der Nachkommastellen kann im Feld "Anzahl der Stellen" auf der Einheit hinterlegt werden.

0 - Nein (Standard)
1 - Ja

Hinweis: Der Parameter kann nur allgemein gesetzt werden.

Damit wird bei Buchungen die verwendete Menge anhand der Einheitendefinition gerundet.

1551609482000004930_0.png
 
Hinweis 
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Die Rundung bei der Ermittlung der verwendeten Menge im Rahmen der retrograden Materialrückmeldung kann dazu führen, dass in Summe zu viel oder zu wenig gebucht wird.

Werden stets Produktrückmeldungen mit je einem Stück gebucht, würde die Verpackungseinheit aufgrund der kaufmännischen Rundung gar nicht gebucht.

In Fällen, wo die erfassten Produktmengen keinem Vielfachen der Verpackungsmenge entsprechen, ist es ratsam, die Buchungen manuell zu erfassen.

 Lösungsvariante: Alternative Einheiten verwenden

Ein weiteres Beispiel für die Mengendefinition in Stücklisten, wo die ganzzahlige Einheit die Mengeneingabe erschwert, sind Hilfsstoffe, die in bestimmten Gebinden eingekauft und am Lager geführt werden, aber nur ein Bruchteil des Gebindes in der Stückliste bzw. im Produktionsprozess verwendet wird.
 
Beispiel Hilfsstoff 
Beispiel.png

Ein Beispiel ist die Verwendung von Klebstoff: Für die Erzeugung eines Produkts werden 20 ml Klebstoff benötigt.
Der Klebstoff selbst wird aber in der Einheit "Stk" eingekauft und auch in dieser Einheit am Lager geführt.

Grundsätzlich gilt als Empfehlung von BMD, dass die kleinstmögliche Einheit als Grundeinheit definiert werden soll.

Die Mengendefinition in der Einheit "Stk." durch Erhöhen der Referenzmenge kann in diesem Fall dazu führen, dass die Stückliste und deren Mengen schwer nachvollzogen werden können. Zusätzlich kann es bei den Rundungen im Zuge der Buchungen zu großen Abweichungen zu den tatsächlich verwendeten Mengen kommen.

 Änderung der Grundeinheit

Eine Möglichkeit ist, die Grundeinheit abzuändern und über eine Einheitentabelle die Verwendung von weiteren Einheiten zu ermöglichen.

Eine Änderung der Grundeinheit ist allerdings nur bei neuen Artikeln möglich, das heißt, wenn der Artikel noch nicht in den Auftragsdaten verwendet worden ist.

Am Beispiel des Klebers würde beim Ändern der Grundeinheit dann auch die Lagermenge in "ml" angegeben wird.

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 Neue Einheit mit Dezimalstellen

Wird der Klebstoff z. B. nur in wenigen Stücklisten verwendet und wollen Sie diesen nicht in der Grundeinheit "ml" oder "mg" führen, können Sie auch eine eigene neue Einheit anlegen, bei der Sie dann die "Anzahl Stellen" auf der Einheit selbst auf mehr Kommastellen einstellen:

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In der Stückliste kann dann der Artikel des Klebstoffs mit zwei Kommastellen angegeben werden:

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Bei dieser Lösung würde somit bei allen anderen Artikeln, die die Einheit "Stk" verwenden, eine Dezimalangabe vermieden werden und nur auf wenige Artikel eingeschränkt werden.

Hinweis 
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Bei der Verwendung einer alternativen Einheit, wobei die Grundeinheit jedoch weiterhin nur ganzzahlige Mengen erlaubt, besteht bei lagergeführten Artikeln weiterhin das Problem der Rundung der Buchungsmengen!

 Buchungen für Stücklistenpositionen unterbinden

Um genaue Mengenangaben für Komponenten in der Stückliste zu führen und damit eine relativ genaue Kostenkalkulation zu ermöglichen, können obige Lösungsvarianten verwendet werden.

Wenn der Aufwand für die Richtigstellung der Buchungen den Nutzen übersteigt, können die Buchungen "deaktiviert" werden. Dazu ist das Feld Materialbeistellung der jeweiligen Stücklistenposition auf "Nein" zu stellen.
 

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