Dieses Dokument betrifft

Deutschland.
Aufgrund der Unterschiede von handelsrechtlichen und steuerlichen Vorschriften kann es sich ergeben, dass zusätzlich zur Handelsbilanz auch eine Steuerbilanz (oder alternativ eine "steuerliche Überleitungsrechnung") erstellt werden muss.
BMD gibt aktuell der Erstellung einer Steuerbilanz (parallel zur Handelsbilanz) den Vorzug. Die Erstellung einer "steuerlichen Überleitungsrechnung" ist allerdings auch möglich.
Die Inhalte dieser Doku sind der Erstellung eines "steuerlichen Parallelabschlusses" gewidmet.
Es sind - je nach Fall - folgende Buchungssymbole zu verwenden:
- BB für Bilanzbuchungen, die handels- und steuerrechtlich (betragsmäßig) gleich sind (bei "Einheitsbilanzen" ist nur BB zu verwenden).
- HB für handelsrechtliche Bilanzbuchungen (handelsrechtlicher Wert).
- SB für steuerrechtliche Bilanzbuchungen (steuerlicher Wert).
Die Buchungssymbole sind in den Standardkontenrahmen (= SKRs) für Deutschland bereits (Fibu-bezogen) angelegt (siehe

FIBU
→ Stammdaten
→ Buchungssymbole).
Die Anzeige der Gewinnsumme ist standardmäßig aktiviert.
Die Buchungsvarianten für die Gewinnverbuchung (1 = handelsrechtlicher Gewinn, 2 = steuerrechtlicher Gewinn) sind bereits hinterlegt.
Die Buchungssymbole werden bei der Neuanlage einer Fibu aus dem SKR (der natürlich korrekt hinterlegt sein muss) automatisch in die Fibu übernommen. Eine nachträgliche Übernahme in eine bestehende Fibu ist möglich: Extras → "Standardkontenrahmen übernehmen (F8)"
Für Buchungen, die mit den Buchungssymbolen HB bzw. SB gebucht wurden, werden eigene EB-Buchungen erstellt.
Hinweis | Bei der Bildschirmanzeige der Buchungen wird zuerst Handelsrecht und dann (nach "Verbuchen" oder ESC) Steuerrecht angezeigt.
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Für Auswertungen werden Buchungsvarianten benötigt, welche Sie unter

FIBU
→ Stammdaten
→ Buchungseinstellungen
→ Buchungsvarianten/ -arten finden. Auch die benötigten Buchungsvarianten werden aus dem SKR automatisch übernommen:
In den Buchungsvarianten ist hinterlegt, welche Buchungsarten (Buchungssymbole) berücksichtigt werden sollen (siehe Abbildung unten). Ansonsten müsste man bei jeder Auswertung manuell wählen, welche Buchungsarten berücksichtigt werden sollen.
Wir liefern derzeit die Varianten
Handels- bzw.
Steuerrecht.
In dem Fenster "Buchungsvarianten/ -arten" finden Sie im linken Fensterbereich die handelsrechtliche Buchungsvariante und im rechten Fensterbereich die Buchungsarten wie:
- Standard
- Handelsrecht
- Steuerrecht
zur Auswahl.
In dem Fenster "Buchungsvarianten/ -arten" finden Sie im linken Fensterbereich die steuerrechtliche Buchungsvariante und im rechten Fensterbereich die Buchungsarten wie:
- Standard
- Handelsrecht
- Steuerrecht
zur Auswahl.
Es ist (Fibu-bezogen oder allgemein) einzustellen, ob bei der Ansicht von Konten, Saldenlisten, ... die Buchungsvarianten gewählt werden können.
Um dies einzustellen, gehen Sie zu

FIBU
→ Stammdaten
→ Allgemeine FIBU-Parameter.
Unter Allgemein → Anzeige finden Sie den Parameter "Eingabefeld für Buchungsvariante anzeigen", welcher auf "Ja" oder "Nein" zu stellen ist.
Wird diese Einstellung nicht getroffen, werden immer alle Buchungen angezeigt (Mischung von Handels- und Steuerrecht), was nicht sinnvoll ist.
Wird z. B. die Variante Steuerrecht gewählt, werden alle Buchungen angezeigt, außer jene, die mit Buchungssymbol HB gebucht worden sind; die BBs sind also auch dabei.
Wird die Variante Handelsrecht gewählt, werden alle Buchungen angezeigt (auch die BBs), außer jene, die mit Buchungssymbol SB gebucht worden sind.
Die Kontierung für die Verbuchung von Gewinn bzw. Verlust ist in den SKRs hinterlegt.
In den Buchungssymbolen ist eingestellt, welche Buchungen bei der Gewinnbuchung berücksichtigt werden:
- Bei HB werden alle BBs und HBs berücksichtigt,
- bei SB alle BBs und SBs.
Folglich wird der Gewinn mit BB gar nicht gesondert gebucht (außer bei „Einheitsbilanzen“).
Derzeit muss der handelsrechtliche bzw. steuerrechtliche Gewinn gesondert gebucht werden (

FIBU
→ Buchen
→ Bilanz/ANBU
→ Gewinn/-Verlustverbuchung).
Es wird jeweils das Belegsymbol vorgeschlagen, mit dem aktuell gebucht wird:
Derzeit liefert BMD Schema 501 = Handelsbilanz bzw. Schema 521 = Steuerbilanz.
Warum gibt es zwei Schemen?
Damit Auswertungen parallel aufbereitet und gedruckt werden können bzw. auf die Werte der handels- und steuerrechtlichen Auswertungen parallel zugegriffen werden kann. Sonst würde z. B. beim Aufbereiten der Steuerbilanz die Handelsbilanz überschrieben.
Damit es beim Aufbereiten von Auswertungen nicht so leicht zu Irrtümern kommen kann, ist die zum Gliederungsschema passende Buchungsvariante am Gliederungsschema hinterlegt.
Um die hinterlegte Buchungsvariante zu kontrollieren oder zu ändern, gehen Sie zu

BIL
→ Stammdaten
→ Vorlagen
→ Gliederungen. Im Gliederungsvorlagenfenster können Sie das Gliederungsschema 501 und 521 suchen und mit der rechten Maustaste "Ansehen" oder "Bearbeiten". Ist das Feld "Buchungsvariante" nicht eingeblendet, können Sie dies unten links bei "Auswahl" mit F4 suchen und einblenden.
Folgende Ausführungen gelten für Handels- und Steuerbilanzen gleichermaßen.
Im Fall eines negativen Eigenkapitals gilt folgende Darstellung (anders als in Österreich, wo die Summe einfach mit negativem Vorzeichen auf der Passivseite ausgewiesen wird):
A. Eigenkapital
I. Gekennzeichnetes Kapital
II. Bilanzverlust/ -gewinn
davon Gewinnvortrag
III. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
Auf der Aktivseite wird der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag als "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" (vor der Bilanzsumme) dargestellt:
Diese Darstellung erfolgt in den Gliederungsschemen 501 und 521 automatisch bei Vorliegen eines negativen Eigenkapitals.