Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
Da im Modul "Produktion Basis" ohne Arbeitsplan gearbeitet wird, ist die Basis für die Dispotermine der einzelnen Stücklistenpositionen nicht der Arbeitsplan, sondern eine allgemeine Liefer- bzw. "Produktionszeit".
Dieses Dokument beschreibt, wie bei Verwendung des Moduls "Produktion Basis" die Dispotermine der Stücklistenpositionen ermittelt werden.
Der Stücklisten-Parameter "Basis für Dispotermin" muss auf "Lieferzeit rückwärtsterminiert" eingestellt werden. Mit dieser Einstellung wird automatisch rückwärtsterminiert, daher ist die Auswahl der Einlastungsart in der P.-Los-Verplanung deaktiviert.
Parameteraufruf: PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS & WWS allgemein → Stückliste
| Die Ermittlung der Dispotermine für Stücklisten kann anhand des Arbeitsplans (AP) oder über die Lieferzeit erfolgen.
Bei Ausprägung "AP" (Arbeitsplan): Die Dispotermine werden aus den Soll-Start- und Soll-Ende-Daten des Arbeitsplans zur Stückliste ermittelt. Der Dispotermin für geplante Abgänge leitet sich vom Soll-Anfang-Termin jenes Vorgangs ab, zu dem die jeweilige Stücklistenposition benötigt wird. Der Dispotermin für geplante Zugänge leitet sich dabei vom Soll-Ende-Termin des letzten Vorgangs lt. "Arbeitsplan pro Produktionslos" ab - ist hier noch eine geplante Übergangszeit hinterlegt worden, wird auch diese berücksichtigt.
Bei Ausprägung "Lieferzeit rückwärtsterminiert": Die Dispotermine werden immer vom Liefertermin rückwärtsterminiert ermittelt. Der Dispotermin für geplante Zugänge entspricht dabei dem Liefertermin der Produktionsauftragsposition, dem Kommissionstermin der Kundenauftragsposition. Der Dispotermin für geplante Abgänge wird generell vom Zugangstermin ermittelt: Zugangstermin minus Lieferzeit.
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Ob Feiertage und Wochenende berücksichtigt werden, steuern diese Parameter im Bereich der Warenwirtschaft:
Parameteraufruf: WWS → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Warenwirtschaft allgemein → Allgemein
| Definition, welche Wochentage als Werktag gelten. |
| Definition, ob eine Prüfung der im Parameter "Werktagregelung" definierten Tage erfolgen soll.
Hinweis: Geprüft werden Liefertermin / Kommissionstermin und Versandtermin in der Auftragserfassung.
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| Definition, ob eine Prüfung der im Parameter "Werktagregelung" definierten Tage erfolgen soll.
Hinweis Geprüft werden Liefertermin in Bestellerfassung und im Beschaffungsvorschlag & Bestelldatum im Beschaffungsvorschlag. Ist der Parameter auf 0 - Nein, kann die Werktagprüfung für den Beschaffungsvorschlag im Parameter unter Bestellerfassung → Beschaffungsvorschlag → "Werktagsprüfung für Liefertermin" eigens definiert werden.
Ist der Parameter auf 1 - Ja, kann dieser nicht vom Parameter unter Bestellerfassung → Beschaffungsvorschlag → "Werktagsprüfung für Liefertermin" übersteuert werden.
Es ist sinnvoll, die Hinterlegung beim Parameter "Berechnungsgrundlage Lieferzeit, Kommissionstage, Eigentransport-Tage" identisch oder übereinstimmend vorzunehmen.
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| Definition, ob eine Prüfung der im Parameter "Werktagregelung" definierten Tage erfolgen soll.
Hinweis: Geprüft werden Liefertermin in Produktionsauftragserfassung und im Produktionsvorschlag & Bestelldatum im Produktionsvorschlag
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Ausgangsbasis ist der Liefertermin der Produktionsauftragsposition
Dispotermin Material = Referenztermin - Lieferzeit vom Lieferanten
Dabei wird folgende Reihenfolge für die Ermittlung des Referenztermins eingehalten:
- Aviso-Datum
- Liefertermin bestätigt
- Liefertermin
Ist das erste Feld leer, wird die nächste Stufe herangezogen.
Ausgangsbasis Liefertermin der Kundenauftragsposition
Dispotermin Material = Kommissionstermin - Lieferzeit lt. Lieferant Eigenproduktion
Der Kommissionstermin wird dabei folgendermaßen ermittelt:
- Kommissionstermin = Versandtermin - Kommissioniertage
- Versandtermin = Liefertermin - Lieferzeit vom Kunden
Die Lieferzeit (allgemein in Tagen) kann an mehreren Stellen im System hinterlegt werden. Hierbei gelten generell die Parameter zur Prüfung der Werktage.
Die Zugriffsreihenfolge ist wie folgt:
- Lieferantenartikelstammdaten
- Lieferantenartikelstammdaten vom Hauptlieferant
- Parameter "Standard-Lieferzeit in Tagen"
Aufruf: WWS → Stammdaten → Artikel → Artikel
Im Reiter "Lieferantenartikel" kann eine Lieferzeit eingetragen werden, die ausschließlich für die Bestellung/Produktion des einen Artikels beim definierten Lieferanten gilt.
Aufruf: WWS → Stammdaten → Artikel → Artikel
Ist beim Lieferant, der am Artikel hinterlegt ist, keine Lieferzeit im Reiter "Lieferantenartikel" hinterlegt, dann wird die Lieferzeit vom Lieferantenartikel des Hauptlieferanten genommen. Somit könnte man hier eine Standardlieferzeit für Produktionsaufträge hinterlegen, wenn der eigene Lieferant als Lieferantenartikel gepflegt ist.
Bei den Parametern (Standardkundenkennzeichen in der WWS) kann die Lieferzeit für Kunden in Tagen angegeben werden.
Diese Lieferzeit wird bei allen Produktionsaufträgen berücksichtigt, bei welchen keine andere vorrangige Lieferzeit definiert und ermittelt werden konnte.
Parameteraufruf: WWS → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Stammdatenverwaltung → Standardkundenkennzeichen
| Definition, welcher Standard-/Rückfallwert im Feld "Lieferzeit" am Kundenstamm gelten soll. |
Da auch eine Baugruppe zur Fertigung Zeit braucht, wird mit dem Parameter "STD-Lieferzeit für Baugruppen in Tagen" die Standardlieferzeit für die Baugruppe festgelegt.
Bei jeder untergeordneten Baugruppe verschiebt sich der Dispotermin der Stücklistenposition um die STD-Lieferzeit weiter vor (d. h. je tiefer in der Stücklistenebene die Baugruppe zugeordnet ist, desto früher wird das Material benötigt).
Parameteraufruf: PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS & WWS allgemein → Stückliste
Auch für die Fremdfertigung kann eine Lieferzeit in Tagen definiert werden.
Diese Lieferzeit wird mit dem Parameter "Standardlieferzeit für Fremdfertigung" definiert.
Parameteraufruf: PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS → Allgemein
| Gibt die Standardlieferzeit in Tagen bei Fremdfertigung an. |
Für die Berücksichtigung der Fremdfertigungslieferzeit im Gesamtfertigungsprozess (d. h. Eigenproduktion mit darunterliegenden Ebenen, welche fremdgefertigt werden) Arbeitsplan gibt es eine separate Ermittlung. Hier wird die Lieferzeit nach folgenden Schritten ermittelt:
In diesem Fall wird die Lieferzeit vom Fremdlieferanten "Fremdfertiger PPS" (Lief.Nr. 334013) lt. Lieferant herangezogen (ob dieser auch im Lieferantenartikel vorhanden ist, ist hier nebensächlich da je nach Einstellung auch aus dem gesamten Lieferantenstamm ein Lieferant ausgewählt werden kann).
Wird am Stücklistenkopf in den Stammdaten kein Fremdfertiger hinterlegt, wird nun auf den Hauptlieferanten (lt. Lieferantenartikel) des Artikels "Halbfabrikat" zurückgegriffen. Von diesem wird die Lieferzeit ermittelt und in der Einlastung vorab berücksichtigt.
Ist weder am Stücklistenkopf noch im Lieferantenartikelstamm ein Lieferant/Hauptlieferant hinterlegt, wird als letzte Rückfallsebene der Parameter für die Standardlieferzeit herangezogen (siehe Punkt oberhalb).
Bei folgenden Einstellungen wird zusätzlich eine definierte Eigentransportzeit zum Liefertermin lt. Produktionsposition hinzugezählt.
- Lieferantenstamm: Feld "Eigentransport-Tage EK"
- Lieferbedingung: Feld "Eigentransport EK" aktiv
Ist der Liefertermin des zu produzierenden Produkts z. B. der 10.9. und ist eine Eigentransportzeit von zwei Tagen hinterlegt, verlängert sich der geplante Zugang auf den 12.9. (ohne Berücksichtigung der Werktagsregelung). Der 12.9. wird vom Feld "Erwartetes Eingangsdatum" der Produktionsposition herangezogen.
Für Rohwaren, die in der Stückliste auftragsbezogen bestellt werden, dient für dieses Szenario aber weiterhin der Liefertermin der Produktionsposition für die Ermittlung des Abgangsdatums. Das bedeutet: Hat die Rohware eine Lieferzeit von drei Tagen hinterlegt, erhält diese den 7.9. als Abgangsdatum.
Die Eigentransportzeit hat nur dann eine Auswirkung, wenn der PPS Parameter "Basis für Dispotermin" auf der Ausprägung "Lieferzeit rückwärtsterminiert" steht.
Beispiel für eine einstufige Stückliste
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Beispiel eines Produktionsauftrags, die Lieferzeit beträgt vier Tage und ist am Artikel "s001" am Lieferantenartikel hinterlegt. Der Liefertermin des Produktionsauftrages ist der 15.01.2025. Das Material wird also vier Tage vorab benötigt und hat somit den Dispotermin vom 11.01.2025.
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Beispiel für eine mehrstufige Stückliste
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Bei mehrstufigen Stücklisten werden die Dispotermine für die Halbfabrikate so gelegt, dass auch die Lieferzeiten für das Material der Halbfabrikate (in unserm Beispiel: ein Tag) berücksichtigt werden. Der Liefertermin für das Fertigprodukt (Artikelnummer "S1000") ist in diesem Beispiel der 15.01.2024. Der Dispotermin für das Material (auch für das Halbfabrikat (Artikelnummer "S001")) ist am 14.01.2024. Für den Dispotermin des Materials des Halbfabrikats wird wieder die Lieferzeit berücksichtigt (hier: vier Tage), daher ist die Lieferzeit für das Material des Halbfabrikats (z. B. Artikelnummer "S0011") der 10.01.2024.
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