UebergeordnetesD.bmp Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.


 Überblick

Standardmäßig werden Stücklistenpositionen im Verhältnis zur Referenzmenge auf die Auftragspositionsmenge aufgerechnet. Zeiten von Vorgängen aus Arbeitsplänen werden mittels der in den Stammdaten hinterlegten Zeiten ggf. auch auf die Auftragspositionsmenge aufgerechnet.

Sollten aber zusätzliche oder andere Variablen in die Berechnung von Stücklistenpositionsmengen oder Vorgangszeiten mit einbezogen werden, können Berechnungsformeln dazu verwendet werden.

Hinweis 
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Wenn die Einstandspreisbildung von fertigen Produkten auf tatsächlichen Ist-Kosten beruht, ist darauf zu achten, dass die Produkte am Lager unterscheidbar sind. Dies ist beispielsweise durch Farben-, Größen oder Chargenführung des Produkt-Artikels einzustellen. Andernfalls kommt es zu Mischpreisen am Lager, weil das Lager einen durchschnittlichen Einstandspreis pro Artikel ausrechnet.

Durch die Verwendung von Berechnungsformeln können die Ist-Kosten des gleichen Artikels verschieden hoch ausfallen:

Produkt-Artikel A, Längenangabe 100 auf Auftragsposition, Menge von 100 Stk
 - Stücklistenposition B = 100 m (Ergebnis aufgrund Berechnungsformel) = Wert von 100 € (Preis pro Meter = 1 €).
 - Stücklistenposition C = Wert von 200 €
ergibt Produktwert = 300 €, Einstandspreis = 3 €

Produkt-Artikel A, Längenangabe 2000 auf Auftragsposition, Menge von 100 Stk
 - Stücklistenposition B = 2000 m (Ergebnis aufgrund Berechnungsformel) = Wert von 2000 € (Preis pro Meter = 1 €).
 - Stücklistenposition C = Wert von 200 €
ergibt Produktwert = 2200 €, Einstandspreis = 22 €

Wird ein Durchschnittspreis für Produkt-Artikel A am Lager gebildet, ergibt das einen Gesamtwert von 2500 € für 200 Stk, der Einstandspreis ist somit 12,50 €.
Produkt-Artikel A mit einer Länge von 100 wird an Kunde A verkauft.
Produkt-Artikel A mit einer Länge von 2000 wird an Kunde B verkauft.
Erfolgt mit diesem Einstandspreis eine Auswertung hinsichtlich Deckungsbeitragsrechnung, stimmt der Wert nur dann, wenn bewusst mit einem Durchschnittseinstandspreis gerechnet wird.

Wird Produkt-Artikel A beispielsweise chargengeführt, gibt es eine Unterscheidung am Lager aufgrund einer angegebenen Charge am Lager und es wird pro Charge ein Einstandspreis gerechnet. Eine folgende Deckungsbeitragsrechnung ist hier genauer.

 Pflege von Berechnungsformeln

Wenn Sie mit Variablen in den Stücklisten (Stammdaten) arbeiten wollen, gibt es dazu folgendes Feld auf den Stammdaten-Stücklistenpositionen:

Die benötigte Menge der Stücklistenposition kann fix in Bezug zur Referenzmenge des Stücklistenkopfes eingegeben oder auch mittels einer Formel berechnet werden. Als Basis für die Berechnung können unter anderem Länge, Breite, Höhe und Anzahl verwendet werden. Mit den Feldern "L, B, H übernehmen" und "Anzahl übernehmen" wird gesteuert, ob diese Informationen von der Auftragsposition, vom Stücklistenkopf oder von den Stammdaten ermittelt werden.
 
Wenn auf der Stücklistenposition ein Prozess (der selbst eine Berechnungsformel aufweist) eingetragen wird, wird die Berechnungsformel des Prozesses auf die Stücklistenposition übernommen.

Mehr dazu erfahren Sie in diesem Onlinehilfedokument: Verwendung von Berechnungsformeln

Für die Verwendung von Variablen in den Vorgängen von Arbeitsplänen (Stammdaten) gibt es dazu folgendes Feld auf den Stammdaten-Vorgängen:

Wenn die Menge am Vorgang mittels Formel berechnet werden soll, wird in diesem Feld die Berechnungsformel angezeigt.

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Mehr dazu erfahren Sie in diesem Onlinehilfe-Dokument: Verwendung von Berechnungsformeln

Benötigen Sie eine Formel für Stücklistenpositionen und Vorgängen, können Sie auch über Bekanntgabe des Prozesses auf der Stücklistenposition die am Prozess hinterlegte Berechnungsformel pflegen.

Wenn die Menge am Vorgang mittels Formel berechnet werden soll, wird in diesem Feld die Berechnungsformel angezeigt.
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Mehr dazu erfahren Sie in diesem Onlinehilfe-Dokument: Verwendung von Berechnungsformeln
In den Arbeitsdaten werden Berechnungsformeln von den Stammdaten auf folgendes Feld in den Stücklisten-Positionen kopiert:

Wird eine Menge einer Stücklistenposition mittels Berechnungsformel errechnet, wird diese hier angezeigt.
Gleiches gilt auch für hinterlegte Berechnungsformeln auf Vorgängen von Stammdaten. Diese werden auf folgendes Feld in den Vorgängen von Produktionslosen kopiert:

Wenn die Menge am Vorgang mittels Formel berechnet werden soll, wird in diesem Feld die Berechnungsformel angezeigt.
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Mehr dazu erfahren Sie in diesem Onlinehilfe-Dokument: Verwendung von Berechnungsformeln

 Variablen für Berechnungsformeln

Es gibt folgende Felder (und somit Variablen) auf der Auftragsposition, die für Berechnungen in Berechnungsformeln (Stücklistenpositionsmengen oder Vorgangszeiten) herangezogen werden können:
  • Länge (L)
  • Breite (B)
  • Höhe (H)
  • Anzahl (A)
Eine zusätzliche Variable ist die Menge (M), die sich bei Auflösung der Stückliste auf die Menge lt. Stücklisten-Positionen (Stammdaten) bezieht.

Weiter Variablen können mittels Makro z. B. aus dem Artikelstamm für die Berechnung geholt werden.

 Verwendung in Stücklisten

Um die Variablen von den Auftragspositionen auf die Stücklistenköpfe und weiter auf die Stücklistenpositionen zu bekommen, gibt es folgende Felder in den Stücklistenköpfen und -positionen:

Wird für die Mengenberechnung einer Auftragsstückliste benötigt. Abhängig von der gewählten Ausprägung kann die Anzahl von der Auftragsposition, dem übergeordneten Knoten oder gar nicht übernommen werden. Die übernommenen Informationen können in Folge für die Mengenberechnung der Stücklistenpositionen verwendet werden.

Mit dieser Einstellung kann das Feld "Anzahl" vom Stücklistenkopf oder von der Auftragsposition übernommen werden. Die Informationen werden erst beim Erstellen der Auftragsstückliste auf die Stücklistenposition übernommen. Der Vorschlagswert bei Neuanlage einer Stücklistenposition entspricht der ausgewählten Ausprägung am Stücklistenkopf.

Folgende Ausprägungen sind hier verfügbar:

0 - Nicht übernehmen: Die Anzahl wird nicht auf die Stücklistenposition übernommen.

1 - Von übergeordnetem Knoten übernehmen: Die Anzahl wird vom übergeordneten Knoten (Auftragsposition oder Stücklistenkopf) übernommen.

2 - Von Auftragsposition übernehmen: Die Anzahl wird von der Auftragsposition übernommen.

Diese Information wird ebenfalls auf die Arbeitsdaten der Stückliste übernommen:

Das Feld kennzeichnet, ob für die betroffene Stücklistenebene die Anzahl der darüber liegenden Stücklistenebene oder der Auftragsposition übernommen wird, oder nicht. Siehe dazu auch Vererbung von Informationen in Stücklisten. Steht das Feld auf "Nicht übernehmen", kann das Feld "Anzahl" bearbeitet werden.

Folgende Ausprägungen sind hier verfügbar:

0 - Nicht übernehmen: Die Anzahl wird nicht auf die Stücklistenposition übernommen.

1 - Von übergeordnetem Knoten übernehmen: Die Anzahl wird vom übergeordneten Knoten (Auftragsposition oder Stücklistenkopf) übernommen.

2 - Von Auftragsposition übernehmen: Die Anzahl wird von der Auftragsposition übernommen.

Mehr Informationen zu Vererbung von Anzahl, Länge, Breite und Höhe finden Sie in diesem Dokument: Vererbung von Informationen in Stücklisten

Hinweis 
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Grundsätzlich kann die Eingabe von Anzahl, Länge, Breite und Höhe auf Ebene der Auftragspositionen mit folgendem Feld unterbunden werden:

Es kann eine erweiterte Mengenberechnung über die Felder "Länge", "Breite", "Höhe" des Artikels in der Angebots-, Auftrags- und Kassenerfassung erfolgen.
Es kann gesteuert werden, ob bei der Erfassung von Angeboten, Aufträgen und in der Kasse die Maßeinheiten (Felder "Länge", "Breite" und "Höhe") eingegeben bzw. geändert werden dürfen. Bei der Ausprägung "Nein" ist zusätzlich das Feld "Anzahl" gesperrt.

Folgende Ausprägungen sind hier möglich:
  • Standard: Lt. Parameter "Standard-Artikelkennzeichen" (Standard "Ja" bzw. Rückfall auf Warenhaupt-/oder -untergruppe)

  • Ja: Die optionale Eingabe von "Länge", "Breite", "Höhe" und "Anzahl" ist auch in der Positionserfassung (Angebot, Auftrag und Kasse) möglich. Es wird die Menge errechnet.

  • Ja, nur Eingabe in Stammdaten: "Länge", "Breite", "Höhe" sind fix am Artikel hinterlegt und können in der Positionserfassung (Angebot, Auftrag und Kasse) nicht abgeändert werden. Die Eingaben für die Länge, Breite und Höhe auf der Position sind gesperrt und diese können auch über die F8-Funktion im Feld "Anzahl" nicht geändert werden.
    Es kann nur die Anzahl erfasst werden und dadurch erfolgt die Umrechnung auf die Menge (in anderer Einheit). 

  • Nein: "Länge", "Breite", "Höhe" und "Anzahl" sind in der Positionserfassung (Angebot, Auftrag, Kasse) gesperrt. Diese Ausprägung kann für Artikel ohne Mengenberechnung verwendet werden.
Hinweis: Diese Einstellung wirkt sich nicht für die Einzelteile innerhalb einer Set- oder Produktionsstückliste aus.

Als Rückfallebene befindet sich das Feld auch auf den Warengruppen und als Parameter in der Stammdatenverwaltung (Standard-Artikelkennzeichen).
Über nachfolgende Parameter ist einstellbar, dass nach Eingabe der "Anzahl" bei der Positionserfassung automatisch das Mengenberechnungsfenster geöffnet wird, wo "Länge", "Breite", "Höhe" erfasst werden können:

Bereich Warenwirtschaft → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Auftragserfassung → Positionserfassung → Eingabe Anzahl: Mengenberechnungs-Fenster öffnen
  • 0 - Nein (Standard)
  • 1 - Ja
Bereich Warenwirtschaft → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Kasse → Bonpositionen → Eingabe Anzahl: Mengenberechnungs-Fenster öffnen
  • 0 - Nein (Standard)
  • 1 - Ja
Hinweis: Das Feld "Anzahl" kann auf Angebot, Auftragsbestätigung, Internem Auftragsschein, Lieferschein und Rechnung gedruckt werden.

Beispiel für die Verwendung von Berechnungsformeln in Setstücklisten 
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Ein Set-Artikel dient als Eingabe in die Auftragsposition. Der Set-Artikel hat einen Stücklistenkopf inkl. der Angabe, dass Anzahl, Länge, Breite, Höhe übernommen werden von der Auftragsposition.

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Eine Variantenauswahl ermöglicht bei Auftragsanlage die Auswahl des benötigten Plexiglases. In den Stücklistenpositionen sind außerdem die Felder "Berechnungsformel", "Anzahl übernehmen" und "L, B, H übernehmen" gepflegt:

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In der Auftragsposition werden nun Anzahl, Breite und Länge befüllt. Die Angabe erfolgt in mm, deshalb wird über die Berechnungsformel mit "/ 1000000" ergänzt.

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Das Ergebnis ist folgendes und kann am Reiter Stückliste eingesehen werden:

1 * 684 * 763 / 1000000 = 0,521892

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Beispiel für die Verwendung von Berechnungsformeln in Produktionsstücklisten 
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In der Stammdatenstückliste gibt es einen Hauptartikel, der in Metern geführt ist.

Die Variablen werden nicht auf der Auftragsposition, sondern auf der darunter liegenden Baugruppe in den Arbeitsdaten angegeben.

Achtung! 
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Die Baugruppe selbst hat die Ausprägung fixiert. Grund dafür: Eine nachträgliche Änderung der Auftragspositionsmenge (nach Definition der Variablen im Auftrag) soll die Variable "Anzahl" der Baugruppen nicht aliquot zur alten Auftragspositionsmenge ändern!

Die Baugruppe hat zudem deshalb folgende Ausprägungen:
  • Anzahl übernehmen: Nicht übernehmen
  • L, B, H übernehmen: Nicht übernehmen
Die Mengen der Rohwaren basieren auf Berechnung mit Berechnungsformeln und diversen Variablen, die auf der Baugruppe angegeben werden.
Deshalb haben die Rohwaren folgende Ausprägungen gepflegt:
  • Anzahl übernehmen: Von übergeordnetem Knoten übernehmen
  • L, B, H übernehmen: Von übergeordnetem Knoten übernehmen
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Damit die Berechnung der Stücklistenpositionen in den Arbeitsdaten durchgeführt wird, muss folgender Parameter aktiv sein:
Parameteraufruf: Produktionsplanung und -steuerung → Stammdaten → Einstellungen → Parameter PPS & WWS allgemein → Stückliste → Mengenberechnung anhand L, B, H, Anzahl

In den Arbeitsdaten-Stücklisten erfolgt dann die Bekanntgabe der Variablen pro Baugruppe:

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Gibt es mehrere Unterbaugruppen mit verschiedenen Variablen, können diese mit der Funktion "Duplizieren" dupliziert und bearbeitet werden.

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Achtung! 
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Es gibt keine systemtechnische Überprüfung, ob die Gesamtmengen in Meter mit der Auftragspositionsmenge übereinstimmen!

Eine retrograde Materialrückmeldung ist möglich. Bei notwendiger Teilmengenrückmeldungen empfiehlt sich diese aber nicht, da die fixierten Mengen bei jeder Produktrückmeldung gesamt abgebucht werden würden!

Eine Chargenführung bei den Produkten ist hier empfehlenswert, da sonst verschiedenste Einstandspreise am Lager zu Stande kommen würden!


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