UebergeordnetesD.bmp Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.


Übersicht

Neben der reinen Ende-/Anfang-Beziehung zwischen einzelnen Vorgängen gibt es auch die Möglichkeit, von Anfang-/Anfang-Beziehungen. Diese Vorgangsbeziehung wird unter anderem verwendet, wenn Vorgänge eines Produktionsartikels nicht darauf warten sollen, dass der vorhergehende Vorgang vollständig erledigt ist. Dies würde die Durchlaufzeit in der Planung um einiges erhöhen.

Dieses Dokument beschreibt die Planung von Produktionslosen, deren Vorgänge aufgrund einer Transportlosgröße zeitversetzt beginnen können.

Einstellungen

Parameter

Über den folgenden Planungsparameter der PPS kann gesteuert werden, dass die Einlastung den Zeitversatz anhand der Transportlosgröße ermitteln soll:

Parameteraufruf:
A_TREE1.bmp Produktionsplanung und -steuerung → Stammdaten → Einstellungen → Parameter → PPS → Planung

Hier kann festgelegt werden, ob eine StÜ-TL bei AA- oder EE-Beziehung angewendet werden soll.

Folgende Ausprägungen sind möglich:

0 - Nein: Es erfolgt keine Berechnung der Soll-Übergangszeit aufgrund der Transportlosgrößen.

1 - Ja: Es erfolgt die Berechnung des Feldes "StÜ-TL" am Vorgang.

2 - Ja und überholen verhindern: Bei AA-Beziehung wird sichergestellt, dass SEnde(Vg2) - StÜ-TL(Vg2) > SEnde(Vg1), also zumindest eine Transportlosmenge des Nachfolgers produziert wird.
In Kauf genommenes Problem: Nicht ideal, wenn kein Vielfaches der Transportlosmenge produziert wird.

3 - Ja und StD automatisch takten: Stehen Vorgänge in Anfang-Anfang-Beziehung, wird die StD dieser Vorgänge innerhalb eines Arbeitsplans auf die gleiche Länge angepasst.

4 - Nein, aber AA/EA-Abstand lt. Kapazität (VW-Term.): Nur in ganz speziellen Konstellationen zu verwenden!
Ein genaues Beispiel ist dem Dokument Einlastung mit fixem Zeitversatz zu entnehmen.

Für weitere Informationen siehe auch Einlastung von Transportlosgrößen.

Stammdaten-Arbeitsplan

Vorgangsabhängigkeit

Im Stammdaten-Arbeitsplan des jeweiligen Produktionsartikels ist die Abhängigkeit zwischen jenen Vorgängen, die zeitversetzt beginnen sollen, auf die Art "Anfang/Anfang" zustellen.

Transport-Losgröße

Des weiteren ist jene Transportlosgröße zu bestimmen, anhand derer von einem Vorgang zum nachfolgenden Vorgang weiter transportiert wird.

Transportlosgröße (TxM)   
Transportlosgröße in der Bezugsmengeneinheit (SBxME)

Dient zur Berechnung des Zeitversatzes im Rahmen der Einlastung von Vorgängen
StRf + StB + StBx * (TxM / SBxM) + StRx * Anz.Rüstungen + StÜ

Wobei:
StRx wird in diesem Zusammenhang als Zwischenrüstung je Transportlos verwendet.
Anzahl Rüstungen je Transportlos ... Aufrunden (BxM / TxM)


Beispiel Stammdaten-Arbeitsplan 

Beispiel.png
Es ist auf den ersten beiden Vorgängen jeweils eine Transportlosgröße von 10 Stk. (Feld "TxM") hinterlegt.
Das heißt, 10 Stk. sollen nach ihrer Fertigstellung im ersten Arbeitsgang (Zuschneiden) zum nächsten Prozess "Schleifen" gebracht werden, damit dort ihre Bearbeitung starten kann.

Das gleiche gilt auch für den Weitertransport vom Schleifen zum Montieren.

→ Im Reiter "Nachfolger" ist demnach die Abhängigkeit auf "Anfang/Anfang" gestellt.

Der Vorgang "Qualität prüfen" erfolgt erst, wenn die ganze Produktionsmenge produziert wurde. Aus diesem Grund:
→ wird am Vorgang Montieren keine Transportlosgröße eingegeben
→ die Vorgangsbeziehung zwischen Montieren und "Qualität prüfen" bleibt auf Ende/Anfang

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Anmerkung: Die Zeitdauer wurde jeweils im Format hh:mm (Stunden und Minuten) eingegeben.

Ablauf

In der Erfassung der Produktionsaufträge bzw. in der Planung der einzelnen Produktionslose ändert sich durch die Planung mit Zeitversatz nichts. Die Vorgehensweise bei der Einlastung bleibt unverändert (siehe Planen und Freigeben von Produktionslosen).

Transportlos-Übergangszeit

Um den Zeitversatz zwischen den einzelnen Vorgängen bestimmen zu können, wird folgende Berechnungsformel angewendet:

Der errechnete Zeitversatz wird im Feld "StÜ-TL" dargestellt.

Hinweis 
Hinweis.png
Produktionslos-übergreifende Planung ist hier kein Ziel gewesen.


Beispiel Arbeitsplan pro Produktionslos 

Beispiel.png
Ein Produktionsauftrag für den oben dargestellten Produktionsartikel wurde für 100 Stk. erfasst und vorwärtsterminiert.

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Gantt-Darstellung:

1268511808000002240_0.png

Die StÜ-TL errechnet sich dabei wie folgt:

StRf + StB + StBx * (TxM / SBxM) + StRx * Anz. Rüstungen (Aufrunden (BxM / TxM) + StÜ

Vorgang 
Berechnung 
StÜ-TL
#1
15 + 0 + 1 * (100 / 10) + 0 * Anz. Rüstungen (100 / 10) + 0
25 min
#2
5 + 0 + 4 * (100 / 10) + 0 * Anz. Rüstungen (100 / 10) + 0
45 min

Überholen verhindern

Wenn der Nachfolge-Vorgang eine kürzere Taktzeit als der Vorgänger, kann es bei der Ausprägung 1 des Parameters zur "StÜ-Berechnung" dazu kommen, dass der zweite Vorgang früher fertig wird, als der erste. Dies kann mit den Parameter-Ausprägungen 2 und 3 unterbunden werden.

Beispiel Überholen 

Beispiel.png
Mit einer kürzeren Bearbeitungsdauer (StBx) kann es dazukommen, dass Vorgang #2 früher fertig wird als Vorgang #1.
Für die Sollmenge von 40 Stk. kommt es damit bei unten stehender Konstellation zu diesem Fall.

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Gantt-Darstellung:

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Beispiel Überholen verhindern 

Beispiel.png
Dies kann mit der Parameterausprägung 2 - Ja und überholen verhindern verhindert werden.

Dabei wird der zweite Vorgang so eingelastet, dass
→ Soll-Ende VG#2 >= Soll-Ende VG#1 + Dauer für die Herstellung eines Transportloses

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Gantt-Darstellung

1268574171000004470_2.png

Vorgang 
Berechnung 
StÜ-TL
#1
15 + 0 + 10 * (100 / 10) + 0 * Abrunden (100 / 10) + 0
115 min
= 1 h 55 min
#2
10 + 0 + 5 * (100 / 10) + 0 * Abrunden (100 / 10) + 0
60 min
= 1 h

Soll-Durchführungszeit automatisch takten

Die Parameter-Ausprägung #3 (Ja und StD automatisch takten) führt dazu, dass die erste StÜ-TL des Arbeitsplans für eine Gleichtaktung aller nachfolgenden Vorgänge verwendet wird.

Beispiel StD automatisch takten 

Beispiel.png
Das Ausgangsbeispiel ist das gleiche aus → Überholen verhindern.

Mit der automatischen Taktung der Soll-Durchführungszeit verhält sich das Programm so, dass
→ Soll-Anfang VG#2 >= Soll-Anfang VG#1 + StÜ-TL
→ Soll-Ende VG#2 >= Soll-Ende VG#2 + StÜ-TL

Dies bedeutet auch, dass die Soll-Durchlaufzeit des nachfolgenden Vorgangs nicht mehr anhand der Soll-Zeiten ermittelt wird.

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Gantt-Darstellung

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Siehe auch: