UebergeordnetesD.bmp Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.


Übersicht

Neben der allgemeinen Einlastungslogik, dass Vorgänge beginnen dürfen, wenn die Vorgänger fertig sind, besteht auch die Möglichkeit, zeitliche Abstände zwischen Vorgängen zu definieren. Dieses Dokument erläutert, wie fixe Zeitabstände definiert und angewendet werden können.

Zeitlichen Abstand fix einhalten

Die zeitlichen Abstände werden zwischen zwei Vorgängen definiert und werden bei der Einlastung als Mindest-Abstand interpretiert. Dass der hinterlegte zeitliche Abstand im Zuge der Einlastung fix eingehalten wird, kann mittels Parameter aktiviert werden. Dies kann beispielsweise in Fertigungsprozessen dann der Fall sein, wenn Vorgang 2 unmittelbar auf Vorgang 1 (ohne zeitlichen Abstand dazwischen) folgen soll.

Einstellungen

Der folgende Parameter muss für das Berücksichtigen des fixen Zeitabstands aktiviert werden:

Aufruf:
PPS → Stammdaten → Einstellungen → Parameter
→ PPS → Planung

Mit diesem Parameter kann aktiviert werden, dass der Zeit-Abstand, der auf Vorgangsbeziehungen hinterlegt werden kann, zwingend einzuhalten ist. Wird bei der Einlastung des Nachfolgers festgestellt, dass der Abstand nicht eingehalten werden kann, wird der Arbeitsplan erneut eingelastet - um den notwendigen Zeitversatz verschoben.

Hinweis: Wird dieser Parameter aktiviert, wird dringend geraten, die maximal erlaubte Zeitdauer für die Einlastung (Parameter Einlastung: Zeitschranke für Einlastungslauf) zu setzen. Damit kann verhindert werden, dass die Einlastung in eine "Endlosschleife" gerät, dafür nach der definierten Vorgabezeit abbricht.

Folgende Felder müssen in den Vorgangsbeziehungen für das Einhalten des fixen Zeitabstandes gepflegt werden:

Abstand Zeitlicher Abstand zwischen den Vorgängen.
Es wird hier der absolute Zeitabstand verwendet. Um beim Zeitabstand die Kapazitäten zu berücksichtigen, muss der Einlastungsparameter "StÜ-TL anwenden" die Ausprägung "4 - Nein, aber AA/EA-Abstand lt. Kapazität (VW-Term.)" aufweisen.
Abstand maximal Abstand maximal, dieses Feld wird bei der Prüfung zwischen der Abhängigkeit von Vorgängen verwendet (siehe Prüfen). Damit dieser Abstand auch im Zuge der Einlastung berücksichtigt wird, ist der folgende Parameter "Einlastung: Abstand einhalten" einzustellen. Wird der Zeitabstand nicht eingehalten, erfolgt eine erneute Einlastung des Vorgänger-Vorgangs um mindestens diesen Zeitversatz.
Abstand minimal Abstand minimal, dieses Feld hat zur Zeit keine Auswirkung.
 

Ablauf

Beispiel 
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Bei der Herstellung der BMD-Nougatschokolade muss sofort nach Mischen der Zutaten die Form befüllt werden. Der definierte Zeitabstand ist 0 Minuten zwischen Ende von Vorgang 1 und Start von Vorgang 2.

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In der Küche ist von 12 Uhr bis 12:30 Uhr eine halbe Stunde Pause.

Variante 1: zeitlichen Abstand nicht berücksichtigen
Das Ergebnis, wenn der zeitliche Abstand der Vorgangsbeziehungen nicht eingehalten werden muss, ist folgender:

Vorgang 1 und Vorgang 2 sind durch die Mittagspause voneinander getrennt.

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Variante 2: zeitlichen Abstand einhalten
Das Ergebnis, wenn der zeitliche Abstand der Vorgangsbeziehungen nicht eingehalten werden muss, ist folgender:

Vorgang 1 wird zeitlich nach hinten verschoben, um den zeitlichen Abstand von 0 Minuten nicht zu verletzen.

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zeitlicher Abstand unter Berücksichtigung der Kapazität

Ein Anwendungsfall könnte sein, dass in der Fertigung
  • auf einem bestimmten Arbeitsplatz bereits bestimmte Tätigkeiten durchgeführt werden können,
  • obwohl der Vorgänger noch nicht fertig ist,
  • und gewisse Materialien erst nach Ende des ersten Vorgangs disponiert werden sollen.

Das bedeutet konkret in den Stammdaten:
  • Zwei Vorgänge sollen gleichzeitig enden, bevor der nächste Vorgang gestartet wird.
  • Die lineare Planstruktur soll beibehalten werden.
  • Es wird grundsätzlich vorwärtsterminiert.

Einstellungen

Damit die Einlastung für diesen Anwendungsfall korrekt arbeitet, ist die Ausprägung 4 des folgenden Parameters zu verwenden.

Hier kann festgelegt werden, ob eine StÜ-TL bei AA- oder EE-Beziehung angewendet werden soll.

Folgende Ausprägungen sind möglich:

0 - Nein: Es erfolgt keine Berechnung der Soll-Übergangszeit aufgrund der Transportlosgrößen.

1 - Ja: Es erfolgt die Berechnung des Feldes "StÜ-TL" am Vorgang.

2 - Ja und überholen verhindern: Bei AA-Beziehung wird sichergestellt, dass SEnde(Vg2) - StÜ-TL(Vg2) > SEnde(Vg1), also zumindest eine Transportlosmenge des Nachfolgers produziert wird.
In Kauf genommenes Problem: Nicht ideal, wenn kein Vielfaches der Transportlosmenge produziert wird.

3 - Ja und StD automatisch takten: Stehen Vorgänge in Anfang-Anfang-Beziehung, wird die StD dieser Vorgänge innerhalb eines Arbeitsplans auf die gleiche Länge angepasst.

4 - Nein, aber AA/EA-Abstand lt. Kapazität (VW-Term.): Nur in ganz speziellen Konstellationen zu verwenden!
Ein genaues Beispiel ist dem Dokument Einlastung mit fixem Zeitversatz zu entnehmen.

Für weitere Informationen siehe auch Einlastung von Transportlosgrößen.

Ablauf

Beispiel 
Beispiel.png
Stückliste samt Arbeitsplan

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Vorgang 2 kann bereits 30 Minuten früher beginnen, um Vorbereitungen zu treffen. Das Material (Bauteil 2 und 3) wird allerdings erst beim Assemblieren benötigt.

Eine 30-minütige Wartung ist für den Arbeitsplatz "Assemblieren" eingeplant:
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Ergebnis der Einlastung, wenn am 20. Februar ab 14 Uhr eingeplant wird:
→ Es wird berücksichtigt, dass der Vorgang #2 bereits um 15 Uhr fertig sein muss, damit Vorgang #3 gestartet werden kann.

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Hinweis 
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Die Einlastung verhindert in so einer Konstellation, dass der Vorgang, der frühzeitig begonnen werden soll, vor dem Start des ersten Vorgangs des Arbeitsplans liegt.
Das bedeutet: Soll-Anfang-Min für Vorgang #2 = Soll-Anfang von Vorgang #1