Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
Im Unterschied zur Bestellung können bei der Fremdproduktion Materialien, die einem Lieferanten beigestellt werden, auch lagertechnisch erfasst werden.
Am Fremdproduktionsauftrag wird deshalb eine Stückliste durch Anlage der Position im Fremdproduktionsauftrag aufgelöst. Zudem besteht die Möglichkeit, beim Druck des Fremdproduktionsauftrages automatisch einen Umlagerungsauftrag (UML) für das beizustellende Material auszulösen.
Dabei entsteht ein Transparenzvorteil, wie der Zustand meiner Fremdfertigung ist, und wo und wie viele meiner beigestellten Materialien gerade lagernd sind.
Ein Bearbeitungsschritt erfolgt bei der Fremdproduktion außer Haus bei einem definierten Lieferanten. Bei der Fremdfertigung ist es außerdem möglich, Materialien dem ausgewählten Lieferanten beizustellen und diese Beistellung auch lagermäßig zu erfassen.
Bei der Eigenproduktion erfolgen ein oder mehrere Bearbeitungsschritte im eigenen Unternehmen.
Der Einstandspreis eines Fertigprodukts, das durch die Fremdproduktion auf Lager gelegt ist, setzt sich in der Regel wie folgt zusammen:
- Einkaufspreis für die Dienstleistung/Bearbeitung der Fertigung selbst und Materialien, die nicht beigestellt werden und beim Fremdfertiger gekauft werden → wird am EK-Preis des Fremdfertigungsprodukts gepflegt
- Einstandspreis für die beizustellenden Materialien → werden auf den Einstandspreisen der einzelnen Materialien gepflegt
- = Einstandspreis des Fremdfertigungsprodukts → wird am Artikel des Fremdfertigungsprodukts gepflegt
Folgende Vorteile ergeben sich durch den Fremdproduktionsablauf:
- Preiswahrheit am Lager, insbesondere, wenn mit der ER-Kontrolle gearbeitet wird.
- Transparenz über tatsächlichen Lagerstand bei mir und bei Lieferanten (externen Fertiger)
- Echtes Lieferscheindokument für die Umlagerung der beigestellten Materialien durch Anstoß eines UML
- Der PPS Support weiß über den Fremdfertigungsablauf Bescheid, wenn dieser im Standard eingehalten wird. Ein Support von eventuellen Speziallösungen kann nicht garantiert werden.
Ja, wenn der Auftrag noch nicht angearbeitet wurde. Dafür gibt es folgende zwei Möglichkeiten:
- Bei der Anlage einer Fremdfertigung in einem PRD wird ein Beschaffungsvorschlag angelegt. Löscht man diesen Beschaffungsvorschlag, wird aus der Fremdfertigung eine Eigenfertigung.
- Am Feld "Fertigungsart" (FertArt) am Stücklistenkopf kann der Eintrag von Fremdfertigung auf Eigenfertigung manuell geändert werden. Dabei wird auch der angelegte Beschaffungsvorschlag gelöscht.
Achtung bez. Logiken der Materialbeistellung bei der Umstellung! Siehe dazu in der Feldbeschreibung
Materialbeistellung.
Da für die beiden Fertigungsarten verschiedene Ausprägungen vorliegen, gibt es fix hinterlegte Logiken, wie sich die Materialbeistellung bei einer Umstellung verhalten soll:
Wenn am Stücklistenkopf die Fertigungsart von Eigenfertigung auf Fremdfertigung umgestellt wird, verhält sich die Materialbeistellung wie folgt:
- "Nein" bleibt "Nein".
- "Materialbeistellung vom Lager für Eigenfertigung" wird zu "Nein".
- "Materialbeistellung immer vom Lager" bleibt auf "Materialbeistellung immer vom Lager".
- "Lieferantenbestellung für Eigenfertigung" wird zu "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung".
- "Lieferantenbeistellung für Eigenfertigung Rückstandsmenge" wird zu "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung".
Wenn am Stücklistenkopf die Fertigungsart von Fremdfertigung auf Eigenfertigung umgestellt wird, verhält sich die Materialbeistellung wie folgt:
- "Nein" wird zu "Materialbeistellung vom Lager für Eigenfertigung".
- "Materialbeistellung immer vom Lager" bleibt auf "Materialbeistellung immer vom Lager".
- "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung" wird zu "Lieferantenbeistellung für Eigenfertigung".
Ablauftechnisch ist es nicht notwendig, eine Tätigkeit in der Stückliste zu hinterlegen. Der Einkaufswert des Fremdproduktionsprodukts wird über den Einkaufspreis und die Menge der Position berechnet.
Eine Tätigkeit in der Stückliste bei der Fremdfertigung ist nur sinnvoll, wenn man den Einstandspreis für das Fremdproduktionsprodukt über die Kalkulation ermitteln will. Siehe dazu auch
Stücklistenkalkulation mit externen Bearbeitungskosten. Dann ist es aber unbedingt erforderlich, die Tätigkeit mit der Materialbeistellung "Nein" in die Stückliste zu geben, damit der Einkaufswert nicht doppelt auf das Fremdfertigungsprodukt gerechnet wird.