Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
In den Stücklistenstammdaten können die Herstelleinzelkosten einer Stückliste ermittelt werden. Dabei werden die Positionen der Stückliste sowie der zugeordnete Arbeitsplan als Basis für die Berechnung verwendet.
Grundsätzlich wird zwischen zwei Varianten zur Bestimmung der Herstelleinzelkosten unterschieden:
| Kalkulation | - Kostenermittlung anhand der Kalkulationsmengen je (Sub-)Stückliste.
- Möglichkeit zum Speichern der Herstelleinzelkosten als Einstandspreis eines Artikels.
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| Planspiel | - Berücksichtigung der Planspielmengen für die ganze Stücklistenstruktur.
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Die eingestellte Stücklistenauflösung wird in beiden Varianten berücksichtigt.
Hinweis
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Bei Artikelstücklisten sind die Herstellkosten je Einheit gleichbedeutend dem Einstandspreis eines Artikels. |
Die Basis (einzelner Einstandspreis) für die Berechnung der Materialeinzelkosten werden in folgender Reihenfolge ermittelt:
- Einstandspreis lt. Stkl.-Pos.
- Laut eingestellter Zugriffsreihenfolge Einstandspreise
Die Fertigungseinzelkosten werden auf Einzelteilebene wie folgt ermittelt:
- Fertigungseinstandspreis lt. Stkl.-Pos
- Laut eingestellter Zugriffsreihenfolge Einstandspreise
Basis ist hier der Fertigungsanteil des Einstandspreises.
Die Fertigungseinzelkosten auf Stücklistenpositionsebene sind vor allem dann relevant, wenn es sich bei den Stücklistenpositionen um
- Tätigkeiten und/oder
- Halbfabrikate
handelt.
Ist die Teileart "Handelsware/Rohstoff", werden in der Kalkulation keine Fertigungseinzelkosten berechnet.
Hinweis zur Kalkulation bei Fremdfertigung |
Tätigkeiten können beispielsweise dazu verwendet werden, um die externen Bearbeitungskosten in der Stücklistenkalkulation zu berücksichtigen. Dabei wird auf das Feld "Materialbeistellung" keine Rücksicht bei der Kalkulation genommen.
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Die Vorgänge des Stammdaten-Arbeitsplans werden auch für die Berechnung der Fertigungseinzelkosten herangezogen.
Dabei werden die Zeiten des Vorgangs mit den aktuell hinterlegten Stundensätzen lt. Arbeitsplatz bewertet. Das heißt, auch wenn am Vorgang die Fertigungskosten nicht aktuell sind, werden die Kosten mit dem aktuellen Stundensatz berechnet.
Hinweis | Für die Berücksichtigung der Arbeitsplankosten ist es notwendig, die Vorgangssummierung in der PPS zu aktivieren.
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In der Kalkulation können errechnete Mengen, Kosten und Preise angezeigt werden.
Es besteht beim Kalkulationsblatt die Möglichkeit, einzelne Werte sofort mit Ausführen der F8-Funktion (auf die Felder "Herstelleinzelkosten", "Verkaufspreis", "Verkaufswert exkl." und "Verkaufswert inkl.") in die Artikelstammdaten zu übernehmen.
Über die Combobox "Kalkulationstiefe" kann unterschieden werden, über welche Ebenen die Kalkulation erfolgen soll.
Dies bedeutet grundsätzlich, ob die Preisbildung bei Substücklisten anhand der darunterliegenden Stücklisten- und Arbeitsplaninformationen erfolgen soll oder die Werte lt. der
Zugriffsreihenfolge für Einstandspreise ermittelt werden.
Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:
| Erste Ebene | Bei Substücklisten werden die Preise lt. Zugriffsreihenfolge Einstandspreise ermittelt (nicht auf Basis der darunterliegenden Stücklisten).
Substücklisten vom Typ "Variante" und "Baugruppe" werden immer aufgelöst, unabhängig von der Auswahl "Kalkulationstiefe". |
| Alle Ebenen | Die Substücklisten werden bis auf die Ebene der Einzelteile aufgelöst. Die Kosten werden durch die Preise der Einzelteile der Stückliste und der darunter liegenden Substücklisten ermittelt.
Für enthaltene Substücklisten, deren Auflösung auf "keine weitere Auflösung" gestellt ist, wird der anzusetzende Einstandspreis anhand der Zugriffsreihenfolge Einstandspreise ermittelt. |
Alle + virtuelle Ebenen | Die Substücklisten werden bis auf die Ebene der Einzelteile aufgelöst. Die Kosten werden durch die Preise der Einzelteile der Stückliste und der darunter liegenden Substücklisten ermittelt. Das gilt auch für Substücklisten, deren Auflösung auf "keine weitere Auflösung" gestellt ist. |
Beispiele für Kalkulationsebenen |
Zugrundeliegende Stückliste:
Kalkulation über eine Ebene Mengen und Preise der Rohmaterialien auf Gliederungsebene 2 werden nicht berücksichtigt. Materialkosten- und Fertigungskosten für das Halbfabrikat werden lt. WWS Preisfindung ermittelt. Kalkulation über alle Ebenen Es werden die Preise der letzten Ebene berücksichtigt.
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Ändern sich Mengen oder Preise der Artikel oder des Arbeitsplans, muss die Funktion "Neu berechnen" ausgeführt werden, um die Werte des Kalkulationsblatt zu aktualisieren. Alternativ kann das Fenster "Stücklisten" auch neu gestartet werden.
Im Bereich der Berechnungsmenge gibt es nur das Feld "Kalkulationsmenge".
Kalkulationsmengen dienen vor allem dazu, eventuell anfallende Rüstkosten (Rüstzeiten bzw. -mengen) auf eine bestimmte Menge aufzuteilen.
Die Material- und Fertigungseinzelkosten (inkl. Rüstkosten) werden für die im Feld "Kalkulationsmenge" angegebene Menge berechnet. Die Rüstkosten werden auf eine Menge aufgeteilt, die Herstelleinzelkosten pro Einheit sinken.
Vorgeschlagen wird die Kalkulationsmenge der Stückliste, Rückfallebene ist die Referenzmenge.
Kalkulationsmengen bei mehrstufigen Stücklisten |
Sofern Substücklisten enthalten sind, wird für diese Substücklisten deren eigene Kalkulationsmenge berücksichtigt – nicht jene, die im Kalkulationsblatt eingegeben/angezeigt wird. Dieses Verhalten stellt auch einen der größten Unterschiede zur Berechnung im Planspiel dar! Rüstkosten des Halbfabrikats werden auf die Kalkulationsmenge 1.000 aufgeteilt. Diese fließen in die angenommenen Fertigungskosten pro Stück des Halbfabrikats und werden mit der benötigten Menge multipliziert. Beispiel Fertigungseinzelkosten des Halbfabrikats Rüstkosten EUR 4.000,00 Variable Fertigungskosten EUR 5 je Stück Berechnung im Arbeitsplan vom Halbfabrikat:
Fertigungskosten je Stück, die in der übergeordneten Ebene berücksichtigt werden: (4.000 + (5 * 1.000)) / 1.000 = 9
EUR 9 Fertigungskosten je Stück x 2 Stück = EUR 18 Darstellung in der Stücklistenstruktur:
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Die Kalkulationsmenge kann am Stücklistenkopf manuell eingegeben oder aus den historischen Produktionsdaten errechnet werden. Dabei wird die durchschnittlich produzierte Menge für einen bestimmten Zeitraum berechnet:
Kalkulationsmenge = Summe produzierte Menge / Anzahl der Produktionslose
Für die Ermittlung der produzierten Mengen und der Produktionslos-Anzahl werden nur Produktionslose mit dem Produktionsstatus "Fertig" berücksichtigt.
Der Aufruf zur Kalkulationsmengenberechnung erfolgt
- für eine einzelne Stücklisten über die F8-Funktion neben dem Kalkulationsmengenfeld:

- für mehrere Stücklisten im Reiter "Alle Stücklisten" über das Kontextmenü:

- für alle Stücklisten im Monatsabschluss

Beispiel | Berechnung wird durchgeführt am 11.03.20XX, gewählter Zeitraum ist 1 Monat. Es werden alle Produktionslose, die im Zeitraum 11. Februar bis 11. März 20XX fertig gemeldet worden sind (relevant ist das Fertigstellungsdatum des Produktionsloses), für die Berechnung der Kalkulationsmenge herangezogen.
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Die ermittelten und berechneten Werte gliedern sich in unterschiedliche Bereiche:
| Einkauf/Produktion |
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| Aufschlag |
Anhand der ermittelten Kosten und Verkaufspreise werden Aufschläge und Deckungsbeiträge ermittelt. Werden Aufschlag bzw. Deckungsbeitrag verändert, werden die Verkaufspreise neu berechnet. |
| Verkauf |
Die Standardverkaufspreise und -werte des Artikels bzw. dessen Einzelteile werden hier dargestellt. |
| Referenzmenge & Summe Einzelteile |
Referenzmenge sowie die Einzelteilsummen werden hier dargestellt. Die Einzelteilsummen können als neue Referenzmenge der Stückliste gespeichert werden. Das anhand der einzelnen Stücklistenpositionen berechnete Gewicht der Stückliste wird dargestellt und kann als neues Artikelgewicht verspeichert werden. |
Beispiele finden Sie hier:
Mittels F8-Funktion am Feld "Herstelleinzelkosten" besteht die Möglichkeit, den anhand von Stückliste sowie Arbeitsplan ermittelten Einstandspreis als neuen Artikel-Einstandspreis zu speichern. Dabei wird ein Eintrag in der Einstandspreistabelle für den Artikel mit der Herkunft "Stücklistenpreiskalkulation" erstellt.
Nach Ausführen der F8-Funktion kann das Ab-Datum für den Preistabelleneintrag gewählt werden.
Hinweis | Es wird im Zuge des Verspeicherns auch für alle enthaltenen Substücklisten ein neuer Einstandspreis zum Artikel verspeichert. |
Das Planspiel dient zur Bestimmung der Herstelleinzelkosten einer Stückliste anhand einer frei definierbaren Planspielmenge.
Die großen Abweichungen zum Kalkulationsblatt sind folgende:
- Es wird für alle Substücklisten die Planspielmenge berücksichtigt (die Rüstkosten teilen sich in allen Ebenen auf die eingegebene Planspielmenge auf).
- Die ermittelten Herstelleinzelkosten können nicht in den Artikelstamm gespeichert werden.
Hinweis | Wenn im Planspiel ein Halbfabrikat enthalten ist, das aufgrund von hohen Rüstkosten in großen Mengen vorproduziert wird, sollte für ein brauchbares Ergebnis des Planspiels die Stücklistenauflösung auf "keine weitere Auflösung" gestellt werden.
Somit werden nicht die Rüstkosten für die Kalkulation herangezogen, sondern der für das Halbfabrikat hinterlegte Einstandspreis.
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