UebergeordnetesD.bmp Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.


 Werkzeuge im Produktionsablauf

Das folgende Dokument beschreibt die Verwendung von Werkzeugen, die mit Ressource, Seriennummer und Instandhaltungsobjekt verknüpft sind (siehe entsprechende Werkzeugart).
 
Folgende Funktionen werden dadurch erreicht:
  • Automatisches Erhöhen der Zählerstände am Werkzeug (bzw. dessen Instandhaltungsobjekt) durch die verschiedenen Arten der Fertigprodukterfassung (siehe Erfassung von Fertigprodukten).
  • Buchen des Ressourcenbedarfs.
  • Berücksichtigen der Ressourcenkosten für die Bewertung der Produktionszugänge

 Zählerstände des Werkzeugs

 Einheitentabelle ergänzen

Grundvoraussetzung ist, dass die Einheit der Zählerstände in eine Einheit des zugebuchten Produktes umgerechnet werden kann.
 
Somit müssen alle Einheitentabellen der Fertigprodukte um eine Umrechnung auf die Zählerstandseinheit erweitert werden.
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Beispiel 
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Zählereinheit am Werkzeug: Hub
 
Mit einem Hub der Maschine werden 5 Stk. erzeugt. In der Einheitentabelle des Fertigproduktes muss folgende Umrechnung definiert werden:
 
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Werden also 50 Stk vom Fertigprodukt zugebucht, wird der Zähler um 10 Hub erhöht.

 Ressource hinterlegen

Sind alle Stammdaten angelegt und die Werkzeuge im Arbeitsplan zugeordnet, werden bei der nächsten Produktzubuchung die Zählerstände erhöht.
 
Für die automatische Erhöhung des Zählerstandes ist es unerheblich, ob der Ressourcenbedarf gebucht wurde oder nicht.
 
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Nach Produktionsfreigabe des Produktionsloses und Abschluss des Produktionsprozesses wird die Produktzubuchung durchgeführt:
 
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Maßgeblich ist die produzierte Menge, unabhängig vom Qualitätsstatus. Es wurden 500 Stück hergestellt. Via Einheitenumrechnung auf Hub wurde der Zähler 1 des Werkzeugs um 100 Hub erhöht.
 
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Hinweis 
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Die Zuordnung von Ressourcen zu Vorgängen kann auch via CAM-Import erfolgen. Siehe dazu das Themendokument CAM: Ressourcenimport zu Vorgängen.


 Ist-Kosten der Werkzeuge ermitteln

Sind für das Werkzeug Kostensätze hinterlegt (siehe dazu Hinterlegung und Wartung von Ressourcenkosten), werden bei Ressourcenrückmeldungen (durch Gut-/Schlechtmengenabfrage bzw. Produkterfassung) die Zählerstände erhöht und somit auch die Kosten ermittelt.

 Einstellungen

Für die automatische Zählerstandsanpassung durch Gut-/Schlechtmengenrückmeldungen (siehe BDE-Zeit: Erfassung produzierter Mengen) sind für einen Vorgang eine Kombination an Einstellungen zu setzen. Diese Einstellungen finden sich am Prozess, Arbeitsplatz bzw. auf den zugeordneten Werkzeugen des Vorgangs wieder.

 Prozess

Das folgende Feld muss die Ausprägung "Ja" aufweisen:

Wird ein Werkzeug mit einer Ressource verknüpft, können Kostensätze für das Werkzeug gewartet werden (siehe Hinterlegung und Wartung von Ressourcenkosten). Dass in den Arbeitsdaten auch Ist-Ressourcenkosten (siehe Werkzeuge im Produktionsablauf) generiert werden, müssen die vorgangsbezogenen Ressourcenrückmeldungen aktiviert werden. Die Aktivierung am Prozess erfolgt über diese Einstellung:

Ausprägung
Beschreibung 
NeinMit dieser Einstellung wird keine Rückmeldung der Ressourcen vorgenommen.
JaMit dieser Einstellung wird eine Rückmeldung der Ressourcen vorgenommen.

Zusätzlich muss am Werkzeug (siehe Feld Ressourcenrückmeldung Werkzeug) sowie am Arbeitsplatz (siehe Feld Ressourcenrückmeldung APZ) die vorgangsbezogene Ressourcenrückmeldung aktiviert werden.

 Arbeitsplatz

Je Arbeitsplatz kann nun eingestellt werden, wie die Ressourcenrückmeldung funktionieren soll:

Resourcenrückmeldung APZ (RES-RM-APZ) 
Hier kann für einen Arbeitsplatz eingestellt werden, dass die Ressourcenrückmeldung nicht standardmäßig lt. Werkzeugeinstellung (siehe Ressourcenrückmeldung Werkzeug), sondern aus dem CAM-Interface erfolgt. Damit kann die automatische Zählerstandserhöhung arbeitsplatzbezogen aktiviert/deaktiviert werden.

Standardmäßig wird hier "lt. Werkzeug" verwendet, außer es wird mit XML Importen gearbeitet, dann muss diese Einstellung umgeändert werden.

 Parameter

Um die Kosten des Werkzeuges je Einheit, sowie auch die Zählerstände mitführen zu können, werden folgende Parameter benötigt:

Parameteraufruf: PPS → Stammdaten → Einstellungen → Parameter → PPS → IOB

 
 
Soll-Ausprägung 
Mit diesem Parameter wird eingestellt, ob bei der Produkterfassung die Werkzeug-Zählerstände automatisch mitgeschrieben werden sollen.

0 - Nein
1 - Bei Produktanlage über die Einheitentabelle (Produktionslos)
2 - Bei Produktanlage über die Einheitentabelle (Arbeitsplant) 
3 - Bei Produktanlage über die Einheitentabelle (Arbeitsplan optimiert) - Diese Einstellung kann nur mit einer Datenbankversion ab MS SQL Server 2008 oder ORACLE 11.2 verwendet werden!
5 - Ressourcenzuordnung über Produktionsmengenjournal

Achtung bei den Ausprägungen 2 und 3:
Ist das Werkzeug mehreren Vorgängen des Produktionsloses zugeordnet, wird der Zählerstand je Zuordnung erhöht.
→ 5 - Ressourcenzuordnung über Produktionsmengenjournal
Dieser Parameter ist der Rückfallwert für das Feld "Ressourcenrückmeldung" in den Werkzeugen.

1 - keine
2 - VG Mengenrückmeldung
3 - CAM
→ 2 - VG Mengenrückmeldung

Von Vorteil ist es, wenn bei den Werkzeugen überall lt. Parameter eingestellt ist und man dies nur mit dem Parameter einstellt.

Beispiel 
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Am Arbeitsplan in den Stammdaten wurden schon die Werkzeuge "Form Unterteil" sowie "Form Oberteil" am Vorgang "Form befüllen, trocknen lassen" zugeordnet.

Den Werkzeugen sind Kostensätze pro Stück hinterlegt (ersichtlich am Feld "Soll-Kosten-Zähler-1/Einheit"). Für die Sollmenge (= Kalkulationsmenge der Stückliste) von 100 Stk. werden am Vorgang 13 Euro an Ressourcenkosten veranschlagt. Voraussetzung dafür ist, dass die Felder "Bezugsmengeneinheit" des Vorgangs und die Einheit des Ressourcenkostensatzes kompatibel (= umrechenbar) sind.

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Die Ressourcenkosten können auch für die Fertigungseinstandspreisaufteilung verwendet werden.

Das Produktionslos ermittelt dieselben Soll-Ressourcenkosten, weil auch die Sollmenge gleich ist.

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Über die "Gut-/Schlechtmengenabfrage" werden die Mengen rückgemeldet und dadurch die Zählerstände erhöht.

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Die produzierte Menge (Summe aus Gut- und Schlechtmenge) wird für die Zählerstände umgerechnet:

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Zähler 1: Einheit Stk
Ist-Zähler 1 wird um 30 Stk erhöht
Aufgrund des Kostensatzes von 0,05 → I-FEK-Zähler 1 von 2,40

Zähler 2: Einheit Hub (Umrechenfaktor 1:10)
Ist-Zähler 2 wird um 3 Hub erhöht
Aufgrund des Kostensatzes von 0 → I-FEK-Zähler 2 von 0

Im Zählerjournal ist ersichtlich, wie der Zähler erhöht wurde und welches Programm (Feld "Quelle") dafür verantwortlich ist.

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Die Ressourcen-Kosten finden sich in den Vorgangssummen (Ist Ressourcenkosten) des Arbeitsplanes wieder und können somit auch für die Produktbewertung verwendet werden.

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 Buchen des Ressourcenbedarfs

Der Bedarf des Werkzeugs, das dem Vorgang zugeordnet ist, kann automatisch in den Ressourcenplan der zugeordneten Ressource übernommen werden. Am Prozess kann die Einstellung getroffen werden, ob und wie der Ressourcenbedarf gebucht wird. Zusätzlich besteht in dem Reiter "Ressourcenbedarf" im Bereich der Projekt- und Personaleinsatzplanung die Möglichkeit der manuellen Buchung einer oder mehrerer Ressourcen. Allerdings ist diese Buchung nur zulässig, wenn ein Soll-Ende-Datum vorhanden ist. Das Ergebnis der Buchung kann anschließend im Ressourcenplan eingesehen werden.

 Prozesseinstellungen

Diese Einstellung ist nur dann zu treffen, wenn der Ressourcenbedarf automatisch gebucht werden soll. Folgende Einstellungen können je Anwendungsfall getroffen werden:

Buchungsmodus Ressourcenbedarf (Bm-Rsb)  Einstellung, wie und wann ein Ressourcenbedarf eines Vorganges/Einsatzes gebucht wird.
 
Folgende Einstellungen sind möglich:

Ausprägung
Beschreibung 
StandardEs erfolgt keine automatische Buchung.
Buchung durch FixierungWird der Planungsstatus des Vorganges auf "Fixiert" gesetzt, werden die zugeordneten Ressourcen automatisch gebucht.
Mit Aufheben der Fixierung wird die Buchung nicht automatisch zurückgenommen.
Buchen/Stornieren durch FixierungWird der Planungsstatus des Vorgangs auf "Fixiert" gesetzt, werden die zugeordneten Ressourcen automatisch gebucht.
Zusätzlich: Wird der Planungsstatus zurückgestellt, wird die Buchung aufgehoben.
Manuelles Buchen nach Fixierung
Wird der Planungsstatus des Vorgangs auf "Fixiert" gesetzt, können die zugeordneten Ressourcen manuell gebucht werden.
Eine Buchung bei Planungsstatus <> "Fixiert" ist nicht erlaubt.
Manuelles Buchen
Die Ressource muss manuell über die Ressourcenzuordnung am Vorgang gebucht werden.
Buchen nicht erlaubtDas Buchen der Ressourcen ist nicht erlaubt.

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Beispiel 
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Ressourcenplan mit Buchung, die im Produktionsbereich automatisch erstellt wurde.
 
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Siehe auch: