UebergeordnetesD.bmp Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.


Übersicht

Das Dokument beschreibt die Planung der PPS mit dem automatischen Wechsel auf alternative Arbeitsplätze. Dabei ist das Wechselkriterium stets eine kürzere Durchlaufzeit.

Der APZ-Wechsel erfolgt dann, wenn
  • bei Vorwärtsterminierung mit einem Arbeitsplatz-Wechsel ein früheres Soll-Ende des jeweiligen Vorgangs erreicht wird.
  • bei Rückwärtsterminierung mit einem Arbeitsplatz-Wechsel ein späterer Soll-Anfang des jeweiligen Vorgangs erreicht wird.
  • ein APZ-Wechsel lt. Parametereinstellung zwingend erforderlich ist.

Hinweis 
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Die automatische Suche nach Arbeitsplatz-Alternativen funktioniert nicht in Zusammenhang
  • mit der Parametereinstellung "APZ-Ketten erkennen".
  • mit Produktionslinien-Wechsel.

Einstellungen

Parameter

Über den PPS-Parameter "APZ Wechsel: durchführen" kann eingestellt werden, ob durch die automatische Einlastung ein APZ-Wechsel durchgeführt werden soll oder nicht.

Aufruf: PPS → Stammdaten → Einstellungen → Parameter → PPS → Planung

Hier kann eingestellt werden, ob die Einlastung den Arbeitsplatz automatisch wechseln soll:

0 - nicht durchführen: Es erfolgt kein automatischer Wechsel des Arbeitsplatzes im Zuge der Einlastung.

1 - immer erforderlich bei Planung: Es wird in den Stammdaten und bei Auftragsanlage ein Pool-Arbeitsplatz verwendet. Im Zuge der Planungsgruppen-Erstellung muss zwingend auf einen "richtigen" Arbeitsplatz gewechselt werden.

2 - wenn belegt: Bei sämtlichen Planungsläufen (bei Neuanlage, bei P.-Gruppen-Erstellung, Einlastung P.-Gruppe 0) werden die Arbeitsplatz-Varianten neu durchgerechnet und ermittelt. Falls ein APZ-Wechsel günstig ist, wird dieser durchgeführt.

3 - wenn belegt bei Planung: Es wird nur bei der Planungsgruppen-Erstellung ein möglicher APZ-Wechsel geprüft und durchgeführt.

4 - immer erforderlich bei Planungsgruppenerstellung: Nur bei erstmaliger Planungsgruppenerstellung.

5 - wenn belegt bei Planungsgruppenerstellung: Nur bei erstmaliger Planungsgruppenerstellung. Falls ein APZ-Wechsel günstig ist, wird dieser durchgeführt.

21 - immer erforderlich bei Planung ohne Ref-Apz: Siehe die oben dargestellten Ausprägungen. Der Zusatz "ohne Ref-Apz" bedeutet, dass nur die im Stammdaten-Arbeitsplan hinterlegten Alternativ-Arbeitsplatz-Zuordnungen berücksichtigt werden. Die Referenz-APZ-Angabe der Arbeitsplatz-Stammdaten wird nicht berücksichtigt.

22 - wenn belegt ohne Ref-Apz

23 - wenn belegt bei Planung ohne Ref-Apz

24 - immer erforderlich bei Planungsgruppenerstellung ohne Ref-Apz

25 - wenn belegt bei Planungsgruppenerstellung ohne Ref-Apz

Die Einstellung kann je Vorgang über das Feld "APZ Wechsel" übersteuert werden. Dabei wird das Feld vom Stammdaten-Vorgang in den Arbeitsdaten-Vorgang mitkopiert.

Stammdaten

Sollen sowohl Referenz- als auch Alternativ-Arbeitsplätze berücksichtigt werden, ist die Reihenfolge:
  1. Suche nach Alternativ-Arbeitsplätzen lt. Zuordnung im Stammdaten-Vorgang
    Wenn hier kein passender gefunden wird,
  2. → Suche nach Referenz-Arbeitsplätzen lt. APZ-Stammdaten

Arbeiten mit Referenz-Arbeitsplätzen

Beim Arbeiten mit Referenz-Arbeitsplätzen ist es nicht möglich, je Arbeitsplatz unterschiedliche Vorgabezeiten zu definieren. Deshalb sollte diese Variante dann verwendet werden, wenn es sich um komplett gleichwertige Arbeitsplätze (beispielsweise mehrere Maschinen desselben Typs) handelt.

Über das Feld → Prio der Arbeitsplatz-Stammdaten kann gesteuert werden, in welcher Reihenfolge die Alternativen berücksichtigt werden sollen.

Priorität Über die Priorität wird gesteuert, welche Arbeitsplätze zuerst geprüft werden sollen im Zuge des automatischen APZ-Wechsel. Prio 1 zieht vor Prio 2. Wird keine Priorität vergeben, wird die Prio 100 angenommen. Somit wird dieser Arbeitsplatz ans Ende der möglichen gereiht.

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Beispiel 
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In den Stammdaten werden die Vorgänge auf dem Arbeitsplatz "Pool-Schweiß-Arbeitsplatz" erfasst.

Die Vorgabe-Zeiten sind auf allen Arbeitsplätzen gleich.

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Der Planungsparameter "APZ-Wechsel" ist dann einzustellen, sodass ein Wechsel grundsätzlich erforderlich ist.

Arbeiten mit Alternativ-Arbeitsplatz-Zuordnungen

Bei der Definition von alternativen Arbeitsplatz-Zuordnungen zu einem Stammdaten-Vorgang ist es möglich, je Arbeitsplatz-Alternative unterschiedliche Vorgabezeiten zu hinterlegen. Die geänderten Vorgabezeiten werden beim APZ-Wechsel berücksichtigt und ggf. auf den Vorgang mit übernommen.

Über das Feld → Prio der APZ-Zuordnungen kann gesteuert werden, in welcher Reihenfolge die Alternativen berücksichtigt werden sollen.

Prio  Über die Priorität wird gesteuert, welche Arbeitsplätze zuerst geprüft werden sollen im Zuge des automatischen APZ-Wechsel. Prio 1 zieht vor Prio 2. Wird keine Priorität vergeben, erhält die Zuordnung die Prio 1000, und wird somit ans Ende gereiht.


Hinweis 
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Damit beim APZ-Wechsel korrekt die Vorgabezeiten ermittelt werden, ist es notwendig, den Arbeitsplan einer Produktionslinie zuzuordnen.

Hintergrund ist, dass auch die alternativen Arbeitsplätze einer Produktionslinie zugeordnet sein müssen. Wenn im Betrieb keine Produktionslinien verwendet werden, sollte mit einer Standard-Produktionslinie gearbeitet werden.

Die Arbeitsdaten, bei denen der APZ-Wechsel mittels "Alternative APZ" zu erfolgen hat, müssen mit zuvor gepflegten Stammdaten angelegt worden sein. Durch das Feld VG-Vorlage-ID sind die Stammdaten mit den Arbeitsdaten verknüpft.

Beispiel 
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Über den Reiter "Alternative APZ" im Stammdaten-Arbeitsplan können die APZ-Alternativen mit unterschiedlichen Vorgabezeiten erfasst werden.

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Suchlogik

Bei der Berücksichtigung von alternativen Arbeitsplätzen wird geprüft,
  1. ob es einen Arbeitsplatz gibt, an dem sofort weitergearbeitet werden kann.
    Wenn ja, wird dieser Arbeitsplatz verwendet (unabhängig von der Prio). Gibt es mehrere Arbeitsplätze, an denen sofort weitergearbeitet werden kann, wird jener verwendet, der die höchste Prio aufweist.
    Wenn nein,
  2. ob es einen Arbeitsplatz gibt, mit dem eine kürzere Durchlaufzeit erreicht wird.
    Dabei werden die Arbeitsplätze lt. Prio gereiht. Der erste besser passende Arbeitsplatz wird verwendet. Besser passend ist
    → bei Rückwärtsterminierung: Vorgang kann später starten
    → bei Vorwärtsterminierung: Vorgang kann früher beendet werden

Ablauf

Je nach Einstellung (Parameter bzw. Vorgang) wird bereits im Zuge der Einlastung bei Auftragsanlage ein alternativer Arbeitsplatz ermittelt.

→ Ein APZ-Wechsel wird im Zuge der Fortschrittsprotokollierung als Hinweis ausgegeben.
→ Der ursprünglich am Vorgang eingetragene Arbeitsplatz wird im Feld Original-APZ des Vorgangs gespeichert.
→ Sofern die Planungsdaten gespeichert werden, kann auch über die Funktion "Baseline" der Original-Arbeitsplatz ermittelt werden.

Beispiel 
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Das Fertigprodukt #2 soll bis zum Liefertermin am 13. August fertiggestellt werden.

Aufgrund der Rückwärtsterminierung im Zuge der Auftragsanlage ergibt sich ein Soll-Start am Standard-Arbeitsplatz (Vorgang #1) am 4. August.

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Dies ist aufgrund der Auslastung am Arbeitsplatz "Säge #1" - geplante Wartung Montag und Dienstag. Im Ausschnitt der APZ-Plantafel werden auch die Alternativ-Arbeitsplätze dargestellt.

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Es ist eingestellt, dass im Zuge der Planungsgruppen-Erstellung nach Alternativ-Arbeitsplätzen gesucht werden soll.

Weil mit dem Wechsel auf den Alternativ-Arbeitsplatz "Handsäge #1" trotz der längeren Vorgabezeit pro Stück ein früherer Soll-Start erreicht wird, wird im Zuge der P.-Gruppen-Erstellung der APZ-Wechsel durchgeführt.

Im Feld "Original-APZ" ist jener Arbeitsplatz angeführt, der ursprünglich am Vorgang hinterlegt war.

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Sollzeiten

Referenz-Arbeitsplätzen

Wird mit Referenz-APZ gearbeitet, ist es nicht möglich, die Sollzeit beim Wechseln des APZ automatisch zu ändern.
Es gibt nur die Vorgänge vom angelegten Arbeitsplan. Nötige Änderungen müssen manuell am Vorgang des Produktionsloses vorgenommen werden.
Dabei ist zu beachten, dass die verschiedenen APZ unterschiedliche Stundensätze haben können.

Alternativ-Arbeitsplatz

Bei den Alternativ-APZ hat man die Möglichkeit eigene Vorgänge für diese APZ anzulegen.
Bei einen APZ-Wechsel werden dann die Soll-Zeiten vom hinterlegten Vorgang herangezogen.
Ist kein eigener Vorgang mit Vorgabezeiten angelegt werden die Vorgänge vom Arbeitsplan pro Produktionslos herangezogen.


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Siehe auch: