Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
Mit der Artikel-Produktverteilung wird die "Zerlegestückliste" realisiert. Mit der Artikel-Produktverteilung wird bekanntgegeben, welche Produkte und wie viel man für die 'Referenzmenge-Produktverteilung' bei der Produktion der Referenzmenge erhält.
Anwendungsfälle für die Anlage einer Zerlegestückliste gibt es dann, wenn mehr als ein Produkt bei der Produktion entsteht.
- Pressen von Kürbiskernöl: Öl + Trester
- Umbau/Auseinanderbau von Maschinen (bzw. Allgemein: Produkten)
- Zerlegen von Fleisch
Der große Vorteil bei der Verwendung einer Produktverteilung ist, dass es geplante Zugänge für die gepflegten Artikel und angegebenen Mengen in der Dispoliste gibt.
Zum Einsatz wird die Produktverteilung deshalb vorwiegend dann kommen, wenn die entstehenden Artikel und Produktmengen gut vorhersehbar sind.
Beispiel | In diesem Beispiel ist zusätzlich zur Artikelstückliste auch eine Produktverteilungsstückliste hinterlegt. |
Diese kann vorher im Fenster
Stücklisten erfasst werden und weist KEINE Unterschiede zu anderen Stücklisten auf. Der Unterschied liegt nur darin, auf welchem Feld im Artikel die Stückliste hinterlegt wird: im Feld "Stückliste" oder im Feld "Produktverteilung".
Hier kann die Stückliste bearbeitet und die Lagersumme und die Dispoliste für den entsprechenden
Artikel können angesehen werden. Wird in den Stücklisten-Stammdaten für diese Stückliste zum Beispiel ein Arbeitsplan hinterlegt, hat dieser keine Auswirkung auf die Produktverteilung und wird somit (im Reiter „Produktverteilung“) auch nicht angezeigt.
Beim Anlegen einer Auftragsposition, deren Artikel eine Produktverteilung hinterlegt hat, wird für jeden Einzelteil in der Produktverteilungsstückliste ein geplanter Zugang ("Zugangs-Dispo") angelegt. Zusätzlich wird auf dem Dispositions-Satz ein
P.-Los-Faktor hinterlegt, der für alle künftigen Mengenänderungen des P.-Loses herangezogen wird.
Bei der Fertigmeldung eines Produktionsloses werden alle geplanten Zugänge (Produktverteilung) des Produktionsloses wieder gelöscht. Diese werden beim Aufheben der Fertigmeldung zwar wiederhergestellt, die Verteilung könnte sich aber ändern, falls dazwischen die Stammdaten zur Produktverteilung geändert worden sind.
Die durch die Produktverteilung erstellten Dispositions-Sätze können auch auf der Produktionsliste angedruckt werden.
Beim Erfassen eines Fertigprodukts (
Produkte pro Produktionslos) gibt es am Feld "Artikel-Nr" die F8-Funktion. Bei Klick darauf zeigt es alle geplanten Zugänge (lt. Dispoliste) für das entsprechende Produktionslos an. Somit kann aus den vordefinierten Produkten aus der Produktverteilungsstückliste ausgewählt werden. Wird nun ein Dispo ausgewählt, wird dessen Artikel-Nr in das Feld "Art-Nr" übernommen. Bei Speichern wird die Dispomenge um die zugebuchte Menge reduziert bzw. der Dispositionssatz gelöscht.
Für die Ermittlung der Herstellkosten bzw. des Einstandspreises sollte jede Produkt der Produktverteilung ein Einstandsprei zugeordnet sein – vor allem wenn über einen Stapel eine Produkt-Einstandspreisaufrollung durchgeführt wird.
Hier ist auch die die Einstellung "PPS-Einstandspreis-Kz" am Artikel zu beachten. Bei der Einstellung "EP vom Artikel" wird einfach der Einstandspreis von der Preistabelle genommen. Ist hier nichts hinterlegt kommt es nur zu einer Warnung in der Logdatei und das Produkt wird mit 0 € bewertet.
Bei jeder anderen Einstellung muss aber für jede Position in der Produktverteilungsstückliste erstmals ein Preis vorhanden sein.
Ist hier für ein Produkt aus der Produktverteilung kein Preis vorhanden, bricht die Aufrollung ab. Es wird nämlich aufgrund der aktuellen Einstandspreise aliquotiert. Fehlt auch nur ein Preis von einem zugebuchten Produkt, kann die Berechnung nicht durchgeführt werden.
Hinweis | Die Aufrollung bricht komplett mit einer Fehlermeldung in der Logdatei ab. Für alle nachfolgenden Produkte wird dann kein Einstandspreis mehr ermittelt. |
Im Bild unten ist ein Beispiel ohne Berücksichtigung des Arbeitsanteils. (Das "PPS-Einstandspreis-Kz" muss entsprechend gesetzt sein.)

Diese ersten Preise bei einem neuen Artikel sollen die Preisverhältnisse der Produkte innerhalb der Produktverteilungsstückliste zueinander abbilden.
In weiterer Folge werden bei der Berechnung die Ist-Einstandspreise in diesem Verhältnis aliquotiert.

Achtung! | Wird laut "PPS-Einstandspreis-Kz" auch die Arbeit berücksichtigt, ist zwingend auch ein Wert für den Fertigungseinstandspreis (FEP) in der Preistabelle anzugeben. . |
Dieses Verhalten ist nicht nur bei einer Produktverteilung gegeben, sondern in jedem Fall, wo zu einem Produktionslos mehrere verschiedene Artikel zugebucht werden. Es können beim Produktionszugang manuell auch andere Artikel als der P.-Los-Artikel ausgewählt werden. Im Prinzip geschieht dann das Gleiche wie bei der Auswahl über die Produktverteilungsstückliste.
Sind
retrograde Materialrückmeldungen aktiviert und eine Produktverteilungsstückliste dem Artikel zugeordnet, kann mit folgendem Parameter gesteuert werden, bei welchen Produkten der Rückmeldedialog geöffnet wird.
| | Dieser Parameter steuert das Verhalten, wenn die retrograde Materialrückmeldung auf Produktbasis aktiviert ist und der Produktionslos-Artikel eine Produktverteilungsstückliste hinterlegt hat.
1 - P.-Los-Artikel und nicht in Produktverteilung: Der Rückmeldedialog wird nur geöffnet, wenn das Produkt dem Produktionslos-Artikel entspricht oder nicht in der Produktverteilung enthalten ist.
2 - Alle Artikel: Der Rückmeldedialog wird bei allen Artikeln aktiviert.
3 - Produkt = P.Los-Artikel: Der Rückmeldedialog wird nur geöffnet, wenn das Produkt dem Produktionslos-Artikel entspricht. |