Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
In der einschlägigen Fachliteratur sind vor allem Lose bekannt (vgl. optimale Losgröße, Andler’sche Losgrößenformel …). Diese entsprechen dem Verständnis von sogenannten Produktionslosen oder auch P.-Losen in der BMD PPS. Diese sortenreinen Produktionseinheiten werden nach unterschiedlichen Kriterien gebildet und stellen das zentrale Element für die Produktionsplanung der BMD Software dar.
Dem Produktionslos sind die folgenden zentralen Daten zugeordnet:
- Materialeinsatz (Auftragsstückliste)
- Arbeitsplan (eingesetzte Leistung)
- Erzielte Produkte (Output)
Es ist somit auch der Ausgangspunkt für die Chargenrückverfolgung und steuert maßgeblich die geplanten Zugänge in der Dispoliste.
Hinweis | Der Begriff "Produktionslos" (P.-Los) ist erst ab Version 26.25 in Gebrauch. Davor ist in der PPS der Begriff "Produktionscharge" (P.Charge) verwendet worden.
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Hinweis | Dort wird speziell auf die Zeit der Vergabe eingegangen.
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Hinweis Begriffsdefinition | Produktionslose und Chargen sind grundsätzlich voneinander zu trennen.
Der Begriff "Produktionslos" definiert in BMD jenes Element, das Input und Output des Produktionsprozesses miteinander verknüpft, und wird im Englischen am treffendsten mit "batch" übersetzt.
Der Begriff "(Material-)Charge" beschreibt Waren mit gleichen Eigenschaften, wird im Lagerbereich verwendet und kann im Englischen mit "lot" übersetzt werden.
Chargen können als Materialeinsatz für Produktionslose verwendet werden. Auch der Output eines Produktionsloses können wiederum eine oder mehrere Chargen sein.
Die Produktionslos-Nummer und die interne Chargennummer sind grundsätzlich voneinander zu trennen. Über eine Parametereinstellung (PPS → Produkte → Produktcharge: Generierungsmethode) kann als "interne Material-Chargennummer" von gefertigten Produkten die Produktionslos-Nummer verwendet werden.
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Ein Produktionslos kann wie folgt erstellt werden:
- direkt vom Kundenauftrag (z. B. AUF für Auftrag mit Lieferschein)
- vom Produktionsauftrag (z. B. PRD für Produktionsauftrag)
- durch die Funktion Neues Produktionslos anlegen (ohne Auftragsbezug)
- durch das CAM-Interface
- Kundenproduktion für Stücklisten, die sowohl für einen Kundenproduktionsauftrag als auch für eine reine Lagerproduktion verwendet werden.
- Lagerproduktion für reine Produktionsaufträge (Lagerproduktion), diese Stücklisten werden auf Kundenaufträgen nicht aufgelöst.
Für die Einstellung "Kundenproduktion" sind überdies noch weitere Einstellungen relevant, die entscheiden, ob das Produktionslos bereits bei Anlage eines Kundenauftrags ausgelöst wird (die Stückliste wird aufgelöst und ein Produktionslos wird erzeugt). Dabei können folgende Punkte das Auslösen steuern:
Am Erfassungskennzeichen muss die "Stkl-Aufl (Produktion)" auf "Ja" eingestellt sein, dann wird die Stückliste beim Anlegen einer Auftragsposition aufgelöst.
Wird für die Kundenauftragsposition ein Beschaffungsvorschlag bzw. eine Bestellung/ein Produktionsauftrag angelegt, wird kein Produktionslos angelegt.
Wenn es sich um die Teileart "Lagerproduktion" handelt, dann wird die Stückliste bei einem Kundenauftrag nicht aufgelöst und es wird kein Produktionslos erzeugt.
Im Fall einer Kundenproduktion kann eingestellt werden, ob die komplette Auftragspositions- oder lediglich die Rückstandsmenge als Produktionslosmenge verwendet wird.
Handelt es sich um die Rückstandsmenge, muss geprüft werden, ob durch Anlage der Auftragsposition Liefervorschläge erstellt worden sind.
Für eine Auftragsposition können auch mehrere Produktionslose existieren. Für Halbfabrikate bzw. Substücklisten kann dies über die Stücklistenauflösung der Stücklistenposition gesteuert werden. Dabei weichen die Artikelnummern der einzelnen Produktionslose voneinander ab.
Mit Hilfe der Splittung von Produktionslosen und ev. ausgelöster Nachproduktion können ebenfalls mehrere Produktionslose zu einer Auftragsposition existieren. Dabei sind die Artikelnummern der einzelnen Produktionslose gleich.
Beispiel #1: Produktionslose für mehrstufige Stücklisten | Beispiel anhand folgender Stammdaten-Stückliste:
Auftragsstückliste am Kundenauftrag → ein Produktionslos für das Fertigprodukt → ein Produktionslos für das Halbfabrikat |
Beispiel #2: Einstufige Stückliste, die chargenweise produziert wird
| Stammdaten-Stückliste:
Produktionslose zur PRD-Auftragsposition Es wurde die gesamte Auftragsmenge von 100 kg zu Produktionslosen à 50 kg gesplittet. |