Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
Die Transportliste in der Intralogistik dient zum Bereitstellen von Material. Dabei sind sowohl Quelle als auch Ziel interne Lagerorte. Zwischengeschaltet werden kann ein Transport- oder Kommissionslager, auf das die Ware während des Transports gebucht wird.
Dabei kann der Ablauf wie folgt aussehen:
- Automatisches Ermitteln der umzulagernden Mengen unter Bekanntgabe eines Quell- und Ziel-Lagerorts
- Erstellen von Transportlisten durch Zusammenfassen der Transportbedarfspositionen
- Ausdrucken der abzuarbeitenden Transportlisten
- Erfassen der Transportbewegungen
- Fertigmelden der Transportliste
Basis für die Ermittlung sind die verfügbaren Lagermengen sowie die am jeweiligen Artikel definierten Beschaffungskriterien.
Feld | Beschreibung |
Firma | Eigene Firmennummer |
| Ort, von dem das Material zu holen ist (zum Beispiel Außenlager). Lagerort, der Material bereitstellt. |
Quelllagerplatz berücksichtigen | Steuert, ob Anforderungen eines Artikels von unterschiedlichen Lagerplätzen zu einer Position zusammengefasst werden. Ist die Option aktiviert, wird je Quelllagerplatz eine eigene Transportbedarf-Position erstellt.
Diese Option ist in der Intralogistik ab Version 2019.22.01 verfügbar. |
Ziellager | Ort, wohin das Material gebracht werden soll. Lagerort, der mit Material versorgt wird. |
Ziellagerplatz berücksichtigen | Bestimmt, ob Ziellagerplätze bei der Ermittlung berücksichtigt werden sollen. Ist die Option aktiv, wird der Bedarf je Ziellagerplatz ermittelt - die Positionen werden dadurch je Bedarf am Ziellagerplatz erstellt. |
Dispotermine berücksichtigen bis | Bis zu welchem Zeitpunkt sollen die geplanten Lagerbewegungen (Dispoliste) am Ziellager berücksichtigt werden. Achtung! Ist das Dispodatum für das Material mit Zeitangabe, zum Beispiel 21.04.2015 12:30:00, muss Datum 22.04.2015 eingegeben werden, damit diese Disposätze berücksichtigt werden! |
| Bis zu diesem Datum muss die Umlagerung spätestens erledigt sein (z. B. das Produktionsstartdatum).
Die Zugangsdisposätze am Ziellager erhalten den Liefertermin als Dispotermin. |
Disposätze | - Alle: Es werden alle Disposätze berücksichtigt
- Produktionsfreigabe: Es werden alle verplanten Disposätze berücksichtigt (Termin bestätigt = ja)
- Produktionsfreigabe + fixiert: Es werden alle verplanten + fixierten Disposätze berücksichtigt (Termin bestätigt = ja + Fixierung durch Produktionslistendruck). Bei der Fixierung ist der Planstatus am Vorgang ausschlaggebend. Das heißt, dass der Abgangsdisposatz einem Vorgang zugeordnet sein muss.
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Fehlmenge | Soll angezeigt werden, ob am Quell-Lager nicht genügend Material für die Umschichtung bzw. für den Auftrag vorhanden ist. Diese Option ist nur bei einer Neuermittlung (nicht beim Nachdruck) möglich. |
Artikelklasse | Diese dient zur Einschränkung der umzuschichtenden Artikel über das Feld "Artikelklasse" der Artikel. |
Achtung! | Gibt es mehrere Disposätze auf verschiedenen Lagerplätzen und wird über alle Lagerplätze hinweg der Transportbedarf ermittelt, wird nicht zwingend jener Disposatz befriedigt, der vom Dispotermin her früher ist!
Die Befriedigung der verfügbaren Lagerstände erfolgt nach Reihung der Lagerplätze. Das heißt, jener Lagerplatz, der in der Sortierung zuerst ist, bekommt dann den Zuschlag, sollten nur Teilmengen verfügbar sein! Das kann dann eben ein Dispotermin sein, der später ist als ein anderer Dispotermin eines anderen Lagerplatzes.
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Aktueller Lagerstand
- geplante Abgänge lt. Dispoliste
+ geplante Zugänge lt. Dispoliste
= verfügbare Lagermenge
Es werden die Disposätze bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (Feld "Bis-Datum" im Ermittlungsdialog) in die Berechnung des verfügbaren Lagerstandes miteinbezogen.
Welche geplanten Abgänge berücksichtigt werden, steuert folgender PPS Parameter:
PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS → Intralogistik
| Mit diesem Parameter kann eingestellt werden, ob der Dispostatus der geplanten Abgänge am Ziellager berücksichtigt werden soll. Dieser Parameter wird bei der Ermittlung der Transportbedarfe berücksichtigt. Es wird das Feld Dispostatus der Dispoliste geprüft.
0 - alle 1 - lagerwirksam 2 - freigegeben |
Welche geplanten Zugänge berücksichtigt werden, steuert folgender PPS Parameter:
PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS → Intralogistik
| | Gibt es am Ziellager geplante Zugänge aus Produktionen, werden je nach Ausprägung dieses Parameters die Zugänge bei Ausführung der Funktionen "Transportbedarfe automatisch erstellen" und "Transportbedarf automatisch erstellen und drucken" berücksichtigt (unabhängig vom geplanten Zugangsdatum).
Beispiel: Es gibt Bedarfe für die Umlagerung von Lager 1 auf Lager 2. Auf Lager 1 befinden sich genügend Stück für die Umlagerung des Produkts. Es gibt aber auch geplante Zugänge auf das Lager 2. Bei aktivem Parameter (= Ja) bringen die Funktionen zur Ermittlung von Transportbedarfen dann kein Ergebnis, weil die geplanten Zugänge am Lager 2 mitberücksichtigt werden.
Mögliche Ausprägungen des Parameters:
0 - Nein: Produktionszugänge werden bei der Ermittlung nicht berücksichtigt.
1 - Ja: Alle Produktionszugänge am Ziellager werden berücksichtigt.
2 - Nur mit Terminbestätigung: Nur Produktionszugänge am Ziellager, bei denen ein bestätigter Dispotermin (durch z. B. Produktionsfreigabe) besteht, werden berücksichtigt. |
Über den folgenden Parameter wird gesteuert, ob in die Ermittlung die Mindest- und Maximalbestände der
Beschaffungskriterien miteinfließen sollen.
PPS → Stammdaten → Einstellungen → Parameter → PPS → Intralogistik
| Dieser Parameter wird bei der Ermittlung der Transportbedarfe berücksichtigt und steuert, ob die in den Beschaffungskriterien definierten Mindest- und Maximalbestände auch in der Transportbedarfsermittlung berücksichtigt werden.
Steht der Parameter auf "Nein", werden ausschließlich die Puffermengen lt. Beschaffungskriterien und Artikelstamm berücksichtigt. Steht der Parameter auf "Ja", werden auch die Mindest- und Maximalbestände lt. Beschaffungskriterien berücksichtigt. Wenn Mindest- und Maximalbestände leer sind, ist die Puffermenge lt. Beschaffungskriterien die erste, die Puffermenge lt. Artikel die zweite Rückfallebene. |
Variante mit Puffermenge
Ist der errechnete verfügbare Lagerstand
- negativ → Bedarfsmenge = negativer verfügbarer Lagerstand + Puffermenge (siehe Puffermenge)
- positiv → Bedarfsmenge = Puffermenge - verfügbarer Lagerstand (wenn kleiner 0, erfolgt keine Umschichtung)
Variante mit Beschaffungskriterien
Ist der errechnete verfügbare Lagerstand
- kleiner als die Mindestbestandsmenge, erfolgt eine Umschichtung:
Die Bedarfsmenge ermittelt sich dabei wie folgt:
- Verf. Lagerstand ist negativ → Bedarfsmenge = negativer verfügbarer Lagerstand + Zielbestand
- Verf. Lagerstand ist positiv → Bedarfsmenge = Zielbestand - verf. Lagerstand
Wobei der Zielbestand dem Maximalbestand (sofern gepflegt) bzw. dem Mindestbestand entspricht.
- größer oder gleich der Mindestbestandsmenge → es erfolgt keine Umschichtung.
Die Bedarfsmenge wird dann vom Quelllagerort angefordert.
Wurden die Transportbedarfe ermittelt, wird geprüft, ob am Quelllager genügend verfügbarer Lagerstand vorhanden ist, um die Transportbedarfsmengen zu decken.
Falls die Menge vollständig oder teilweise am Quelllager verfügbar ist, werden die Transportbedarfspositionen erstellt. Die nicht verfügbaren Mengen können bei der Funktion
Transportliste automatisch erstellen und drucken als eigene Fehlmengen angedruckt werden. Die Fehlmengen werden nicht gespeichert. Das heißt, dass bei einem Nachdruck einer Transportliste die Fehlmengen nicht erneut angedruckt werden können.
Hinweise zur Ermittlung der Transportbedarfe in der Intralogistik |
Damit Transportbedarfe ermittelt werden, ist zumindest ein geplanter Abgang oder ein bereits existierendes Lagerkonto erforderlich.
Falls die Ziellagerplätze bei der Ermittlung berücksichtigt werden, werden als zusätzlich umzuschichtende Mengen nur die Beschaffungskriterien lt. Ziellager und Ziellagerplatz bzw. die Puffermenge lt. Artikelstamm herangezogen.
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Transportbedarfpositionen, welche geplante Zu- und Abgänge (Dispoliste) am Lager auslösen
Beispiel |
Bei automatischer Erstellung einer Transportliste wird als Liefertermin das heutige Datum mit Uhrzeit 23:59:59 vorgeschlagen.
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Sind die Transportbedarfe ermittelt worden, können sie im Anschluss einer Transportliste zugeordnet werden. Diese Zuordnung ist Voraussetzung für den Ausdruck, der ausschließlich anhand von Transportlisten erfolgt.
Ergebnis
- Ausdruck Transportliste
- Sobald die Transportbedarfpositionen einer Liste zugeordnet werden, werden der zugeordnete Mitarbeiter sowie Liefer- und Kommissioniertermin nur mehr für die gesamte Transportliste verwaltet. Auf den zugeordneten Positionen können keine abweichenden Daten mehr eingegeben werden.
Beispiel | Mittels Mehrfachauswahl und der Funktion "Zu Transportliste zuordnen" können mehrere Positionen einer existierenden Transportliste zugeordnet werden.
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- Transportbedarfe mit Angabe über Quell- und Ziellager
- Transportbedarfe summiert je Quelllager
Ergebnis
Schritt 2: Erfassen des Abladens
Das Beladen von Transporten entspricht
- der Materialentnahme am Quelllagerort
- und dem Umlagern auf einen Transportlagerort.
Dafür ist bekanntzugeben,
- welche Position welcher Transportliste aufgeladen wird,
- von wo das Material entnommen wird (= Quelllager, entspricht den "Angefordert"-Positionen) und
- wo es hingelagert wird (= Transportlager, entspricht den "Transport"-Positionen).
Ergebnis
- Am Lager erfolgen ein Umlagerungsabgang (vom Quelllager) sowie ein Umlagerungszugang (auf das Transportlager).
- Der geplante Zugang bleibt bestehen.
- Der geplante Abgang erfolgt jedoch neu vom Transportlager.
Beispiel | Neuanlage im Bereich "Transport"
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Wurden die Transporte erfasst, können sie im Anschluss am Ziellagerort entladen werden. Dazu ist es notwendig, bekanntzugeben,
- welche Transportbeladung
- auf welchen Ziellagerort entladen wird.
Ergebnis
- Am Lager erfolgen ein Umlagerungsabgang (vom Transportlager) sowie ein Umlagerungszugang (auf das Ziellager)
- Die geplanten Ab- und Zugänge am Lager werden reduziert
- Gegebenenfalls eine Fertigmeldung der Transportpositionen, sofern die geforderte Menge am Ziellager eingelangt ist
Beispiel | Erfassen der Transportentladung im Bereich "Empfangen"
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Wurden nicht alle Positionen automatisch fertiggemeldet, können die Positionen oder die ganze Transportliste fertiggemeldet werden.
Das Fertigmelden erfolgt, in dem direkt im Fenster
Transportlisten der Status einer Transportliste auf "Fertig" gesetzt wird.
Ergebnis
- Die noch verbliebenen geplanten Zu- und Abgänge (Dispoliste) werden gelöscht.
Beispiel | Fertigmeldung der Transportliste im Bereich "Transportliste"
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Achtung! | Wird der manuell gesetzte Status auf "Fertig" gesetzt und soll dieser wieder rückgängig gemacht werden, wird für die Datensätze unter der Transportliste der Status in den Bereichen "Transportbedarfe" und "Angefordert" nicht automatisch zurückgesetzt. Falls Transporte für einzelne Positionen doch wieder durchgeführt werden sollen, wird durch das Setzen des Status im Bereich "Angefordert" auch der Transportbedarf wieder aktiv.
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