Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter Erste Schritte PPS.![]() | Die Direktlieferung in der Fremdfertigung kann nur funktionieren, wenn die Fremdfertigungsstufen in einem Kunden- oder Eigenproduktionsauftrag gemeinsam aufgelöst wurden. Werden die einzelnen Fremdfertigungsstufen über separate Ermittlungen des Beschaffungsvorschlags ausgelöst, kann die Direktlieferung dadurch erreicht werden, dass der geplante Abgang des beizustellenden Zwischenprodukts sofort am Lagerort des Fremdfertigers erfolgt. |
Steuert, ob eine Stücklistenposition innerhalb einer mehrstufigen Fremdfertigung direkt vom Fremdfertiger 1 zum Fremdfertiger 2 geschickt werden soll. Die Rückfallebene bei der Ausprägung "Standard" ist die Einstellung Direktlieferung am jeweiligen Artikel. |
Direktlieferung Besonderheiten dieses Feldes in der WWS Bei der auftragsbezogenen Beschaffung bedeutet die Direktlieferung, dass der Lieferant direkt an den Endkunden liefert. Dies wird normalerweise am Verkaufsauftrag definiert und auf die Bestellung übernommen. Am Artikel gibt es auch die Möglichkeit die Direktlieferung zu hinterlegen. Wird ein Artikel, der mit Direktlieferung gekennzeichnet ist, in einen Auftrag übernommen, wird dieser Artikel wirklich direkt geliefert. Der Lieferempfänger vom Auftrag wird als Lieferempfänger auf die Bestellung übernommen. Hinweis
Folgende Parameter sind für den Ablauf der Direktlieferung ausschlaggebend: Bereich Warenwirtschaft → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Auftragserfassung → Lager / Mengenverteilung:
Wird "Ohne Lager" gewählt, wird nach der Warenannahme direkt ein Rechnungsvorschlag erstellt, ohne dass es einen Lieferschein gibt. Beispiel
Wird "Mit Lager" eingestellt, besteht die Möglichkeit, Direktlieferungen über ein eigenes Transitlager zu buchen. Die Transitlagernummer kann in folgendem Parameter hinterlegt werden: Bereich Warenwirtschaft → Stammdaten → Einstellungen → WWS Parameter → Auftragserfassung → Lager / Mengenverteilung:
Das Feld steuert zusätzlich, ob bei einer mehrstufigen Fremdfertigung die Ware von einem Fremdfertiger direkt zum nächsten gesendet werden soll (siehe dazu Fremdfertigung mit Direktlieferung). |
Steuert, ob bei einer Fremdfertigung mit Direktlieferung der Weitertransport vom Fremdfertiger oder von einem selbst durchgeführt wird. Ausprägung "Ja": Der Transport wird von einem selbst durchgeführt. Ausprägung "Nein": Der Transport wird vom Fremdfertiger durchgeführt. Die Rückfallebene bei der Ausprägung "Standard" ist die Einstellung Fremdproduktion-Eigentransport am Lieferanten. |
Steuert, ob bei einer Fremdfertigung mit Direktlieferung der Weitertransport vom Fremdfertiger oder von einem selbst durchgeführt wird.
Ausprägung "Ja": Der Transport wird von einem selbst durchgeführt.
Ausprägung "Nein": Der Transport wird vom Fremdfertiger durchgeführt. |
Definition, ob Direktlieferungen ohne Lagerbuchung abgewickelt werden sollen. Hinweis Wenn "Mit Lager" eingestellt ist, besteht außerdem die Möglichkeit, Direktlieferungen über ein eigenes Transitlager zu buchen. Die Transitlagernummer muss dafür im Parameter "Transitlager für Direktlieferungen" eingetragen werden. | |
Definition, welches Transitlager bei Direktlieferungen verwendet werden soll. Hinweis: Nur in Kombination mit dem Parameter "Direktlieferung mit/ohne Lager" und der Ausprägung "Mit Lager" verwendbar. |
![]() | Die oben angeführten WWS Parameter sind wie folgt eingestellt:
![]() Auf die Auftragsposition wird "Direktlieferung" durch die Einstellung vom Artikelstamm aktiviert. Das Transitlager 300 wird vom WWS Parameter auf die Auftragsposition übernommen. ![]() |
![]() | Die Stammdatenstückliste sieht wie folgt aus: Auf der Stücklistenposition "dru022" wird die Einstellung Direktlieferung = "Nein" (= Standardablauf) gewählt. Das bedeutet, dass der Artikel "dru022" bei Fertigstellung auf das eigene Lager zurückgeht. Von dort wird er wieder mit dem Fremdfertigungsauftrag des Artikels "dru005" auf das Lager des Fremdfertigers "Computer 2000" umgelagert. Siehe dazu auch Ablauf Fremdproduktion. ![]() Nach Anlage des Eigenfertigungsartikels in einem PRD werden die Beschaffungsvorschläge für die Fremdproduktionen ausgelöst. Das Lager 1 (eigenes Hauptlager) ist als geplantes Zugangslager am Produktionslos. Auch im Beschaffungsvorschlag ist das geplante Zugangslager das eigene Lager mit der Lager-Nr 1. ![]() |

![]() | Der Artikel "dru003" stellt als Eigenfertigung die oberste Stufe der Stückliste dar. Die Artikel "dru010" und "dru005" ergeben gemeinsam den Artikel "dru003". Die Artikel "dru005" und "dru022" sind Fremdfertigungsstücklisten. Der Fremdfertiger muss bei Direktlieferung direkt am Stücklistenkopf eingetragen werden. Eine Hinterlegung des Lieferanten am Fremdfertigungsartikel wird für Direktlieferungen nicht berücksichtigt. Der Artikel "dru006" wird als Rohware zum ersten Fremdfertiger "Eisterlehner Gerlinde" mit dem hinterlegten Quelllager 300015 gesendet. Dort wird der Artikel bearbeitet und wird zum Artikel "dru022". Anschließend wird dieser Artikel direkt zum nächsten Fremdfertiger "Computer 2000" geliefert und weiter bearbeitet. Auf der Stücklistenposition für "dru022" wird die Direktlieferung eingestellt. ![]() Es wird ein PRD angelegt, in dem alle Stücklistenstufen ausgelöst werden. Für die Fremdfertigungen werden auftragsbezogene Beschaffungsvorschläge angelegt. Das Lager für die Zubuchung des Artikels "dru022" wird auf das Fremdfertigerlager des darüber liegenden Fremdfertigers "Computer 2000" mit der Lager-Nr. 300014 gesetzt. Genau dort wird auch die Abbuchung der Rohware erwartet. ![]() Die Fremdfertigung für den Artikel "dru022" beim Lieferanten 300015 "Eisterlehner Gerlinde" wird über den Beschaffungsvorschlag angestoßen. ![]() Der Lieferant dieser Stufe ist 300015 "Eisterlehner Gerlinde". Der Lieferempfänger ist der nächste Fremdlieferant 300014 "Computer 2000". Letzterer wird auch als Lieferempfänger auf den Umlagerungsauftrag weitergegeben. ![]() Nun erfolgt eine Fremdfertigung nach Standardfremdfertigungsablauf inkl. Anlage eines Umlagerungsauftrags. Siehe dazu auch Ablauf Fremdproduktion. Nach Druck des FPR wird ein Umlagerungsauftrag für die Umlagerung der Rohware vom eigenen Lager auf das Fremdfertigerlager von Eisterlehner Gerlinde angestoßen. Nach Liefermengenkommissionierung mit anschließendem Druck des Lieferscheins des Umlagerungsauftrages wird die Rohware vom eigenen Lager auf das Fremdfertigungslager umgelagert. Für die nächste Stufe der Fremdfertigung wird ebenfalls über Freigabe und "Bestellen/Produzieren" des Beschaffungsvorschlages die Anlage eines FPRs angestoßen. ![]() Der Druck dieses FPRs löst jedoch keinen Umlagerungsauftrag aus. Das Lager der Stücklistenposition "dru022" bleibt auf dem Lager des ersten Fremdlieferanten. Von dort holt sich der zweite Fremdlieferant die benötigte Rohware bzw. sendet der erste Fremdlieferant die Ware zum zweiten Fremdlieferanten. Das Halbfabrikat "dru005" wird auf dem eigenen Lager mit der Lager-Nr 1 erwartet. ![]() Der Produktionszugang des Fremdfertigungsartikels "dru005" bucht auch den Artikel "dru022" vom Fremdfertigerlager des ersten Fremdfertigers ab. Der weiteren Eigenfertigung des Artikels "dru003" steht nichts mehr im Weg. |
![]() | Ausgehend von folgender Stückliste wird das Beispiel dargestellt: Der Artikel "dru003" stellt als Eigenfertigung die oberste Stufe der Stückliste dar. Die Artikel "dru010" und "dru005" ergeben gemeinsam den Artikel "dru003". Die Artikel "dru005" und "dru022" sind Fremdfertigungsstücklisten. Der Fremdfertiger muss bei Direktlieferung direkt am Stücklistenkopf eingetragen werden. Eine Hinterlegung des Lieferanten am Fremdfertigungsartikel wird für Direktlieferungen nicht berücksichtigt. Der Artikel "dru006" wird als Rohware zum ersten Fremdfertiger "Eisterlehner Gerlinde" mit dem hinterlegten Quelllager 300015 gesendet. Dort wird der Artikel bearbeitet und wird zum Artikel "dru022". Anschließend wird dieser Artikel direkt zum nächsten Fremdfertiger "Computer 2000" geliefert und weiter bearbeitet. Auf der Stücklistenposition für "dru022" wird die Direktlieferung eingestellt. Zudem erfolgt die Organisation des Transports nicht von einem der Fremdfertiger, sondern vom eigenen Unternehmen aus. Deshalb wird die Option "Eigentransport" auf der Stücklistenposition "dru022" aktiviert. Auch die Einstellung "Fremdfertigung-Eigentransport" ist am Fremdfertigungslieferanten aktiviert. ![]() Es wird ein PRD angelegt, in dem alle Stücklistenstufen ausgelöst werden. Für die Fremdfertigungen werden auftragsbezogene Beschaffungsvorschläge angelegt. In diesem Fall werden die Lager zu diesem Zeitpunkt noch nicht überall korrekt gesetzt. Das Zugangslager des Artikels "dru022" ist bereits korrekt mit 300015 gesetzt. Das Abgangslager des Artikels in der Stückliste vom Artikel "dru005" wird jedoch erst beim Druck des FPRs auf das korrekte Lager umgeschrieben. ![]() Nun erfolgt eine Fremdfertigung nach Standardfremdfertigungsablauf inkl. Anlage eines Umlagerungsauftrags bzw. gleich wie im oben genannten Beispiel für Fremdfertigung mit Direktlieferung ohne Eigentransport. Siehe dazu auch Ablauf Fremdproduktion. Nach Freigeben des Beschaffungsvorschlages, "Bestellen/Produzieren" und Druck des FPRs für den Artikel "dru005" sieht der FPR wie folgt aus: Das Lager wird bei Druck auf das Lager 300014 umgeschrieben. Im Vergleich dazu, wenn kein Eigentransport aktiv ist, wird bei diesem Ablauf ein Umlagerungsauftrag angelegt. ![]() Die Umlagerung erfolgt von einem Fremdfertigerlager zum anderen Fremdfertigerlager: ![]() Nach Umlagerung des Artikels "dru022" erfolgt der Produktionszugang des Artikels "dru005" und Abgang des Artikels "dru022" am Fremdfertigerlager 300014. Anschließend kann die Eigenproduktion des Artikels "dru003" beginnen. |