Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
In diesem Dokument werden die notwendigen Parameter und Stammdaten für die Anlage von Fremdproduktionsaufträgen erläutert.
Die Begriffe "Fremdproduktion" und "Fremdfertigung" werden synonym verwendet.
Eine Fremdproduktion wird dann benötigt, wenn Materialien, die selbst eingekauft werden, nicht selbst bearbeitet werden, sondern diese Materialien zu einem anderen Lieferanten beigestellt werden und eine Produktion bzw. Bearbeitung von Artikeln beim Lieferanten (= Fremdfertiger) stattfindet. Gleiches gilt auch für Halbfabrikate, die nicht selbst bearbeitet werden, sondern ein Lieferant weiterbearbeitet. Die Fremdproduktion selbst kann verschiedene Formen umfassen, z. B. eine Bearbeitung eines Artikels oder die Montage von mehreren Artikeln zu einem Produkt.
Die Parameter für die Fremdfertigung finden Sie unter PPS → PPS & WWS allgemein → Fremdproduktion.
Auf die wichtigsten Parameter in Bezug auf Umlagerung und Produktionsfreigabe wird hier bereits verwiesen. Für andere Parameter bitte dem Parameteraufruf von oben folgen.
Für die Parameter betreffend Umlagerung von Stücklistenpositionen bei Fremdproduktionen gibt es folgende Fremdproduktions-Parameter:
| Definition, ob beim Originalausdruck des Fremdproduktionsauftrages eine automatische Anlage eines Umbuchungsauftrages erfolgen soll.
0 - Ja, sofort Umbuchungsauftrag anlegen Abhängig von der Materialbeistellung der Stücklistenpositionen tritt hier folgendes Verhalten ein: Bei Originaldruck des Fremdproduktionsauftrages und der Materialbeistellung "Materialbeistellung vom Lager" wird ein Umlagerungsauftrag angelegt. Abhängig ist diese Einstellung auch vom Parameter "Menge für Umbuchungsauftrags". Bei Materialbeistellung "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung" wird ein Beschaffungsvorschlag (bei fehlendem Lieferantenartikel) bzw. eine Bestellung beim Originaldruck des FPRs erzeugt.
1 - Ja, in Auftragsvorerfassung speichern Die Stücklistenpositionen mit Materialbeistellung "Materialbeistellung vom Lager" erzeugen nicht direkt einen Umlagerungsauftrag. Stattdessen werden die Datensätze in die Auftragsvorerfassung gespeichert. Dies ist z. B. dann wünschenswert, wenn es verschiedene Erfassungskennzeichen für die Verwendung von UMLs gibt oder die erzeugten Umlagerungsdatensätze von mehreren FPRs in einen UML zusammengefasst werden sollen.
2 - Nein Es wird kein Umlagerungsauftrag für Stücklistenpositionen angelegt. Die Materialien werden anderwertig zum Fremdfertiger umgelagert: entweder durch manuelle Anlage von Umlagerungsaufträgen im Vorhinein, manuelle Umlagerungen oder durch direkte Warenannahmen auf das Fremdfertigerlager. |
| Definition, welche Menge für die Fremdproduktion umgebucht werden soll.
0 - volle Menge 1 - fehlende Menge: Bei der Anlage des Umbuchungsauftrages wird der verfügbare Lagerstand des Fremdproduktionslagers kontrolliert und nur die benötigte Menge umgebucht.
Beispiel Für die Fremdproduktion werden 100 Stk. benötigt. Am Fremdproduktionslager sind 30 Stk. verfügbar -> somit werden 70 Stk. umgebucht.
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| Dieser Parameter bewirkt, dass auch nicht lagergeführte Einzelteile beim Druck der Fremdproduktion an die AVE / den UML übergeben werden. Voraussetzung dafür ist, dass am Einzelteil die Materialbeistellung gesetzt ist. Damit ist es möglich, auch diese Einzelteile für den Fremdfertiger zu kommissionieren. |
| Definition des Vorschlagswertes "Erfassungskennzeichen" für die Anlage des Umbuchungsauftrages. |
| Definition des Vorschlagswertes eines Kunden für die Umlagerung. Wird der Lieferant lt. Fremdproduktionsauftrag nicht im Feld "Ist Kunde" am Lieferantenstamm gekennzeichnet, dient diese Einstellung als Rückfallebene. Es kann aber auch generell mit dieser Rückfallebene gearbeitet werden. Als Lieferempfänger erscheint in jedem Fall der Lieferant lt. Fremdproduktionsauftrag im Umlagerungsauftrag. |
Für die Parameter betreffend der Produktionsfreigabe gibt es folgende Fremdproduktions-Parameter:
| Definition, ob eine Freigabe des Beschaffungsvorschlag nur dann möglich sein soll, wenn die Produktionsfreigabe des Produktionsloses schon erfolgt ist. |
| Mit dieser Einstellung kann bei Originalausdruck des Produktionsauftrages eine automatische Produktionsfreigabe erstellt werden. Der Planungsgruppentext wird automatisch vergeben. Alle Produktionslose des Druckes sind in einer Planungsgruppe. Es gibt eine Planungsgruppe pro FPR und nicht mehrere FPRs in einer Planungsgruppe zusammengefasst (wenn diese mit Multiselect gedruckt werden). |
Zu finden unter WWS
→ Stammdaten
→ Lager → Lager.
In diesem Fenster wird entweder ein globales Lager für alle Fremdlieferanten angelegt oder je Fremdlieferant ein eigenes Lager.
Ein globales Lager für alle Lieferanten für Fremdproduktionen könnte in folgendem Fremdproduktions-Parameter hinterlegt werden:
| Definition, welches Lager als Rückfallebene für das Fremdproduktionslager herangezogen werden soll, sofern am Lieferanten im Feld "Quell-Lager" nichts eingetragen ist. |
Zu finden unter WWS
→ Stammdaten
→ Kunde/Lieferanten
→ WWS
Lieferanten.
Für eine Fremdproduktion braucht es einen Lieferanten, der als Fremdfertiger eingesetzt wird. An sich werden die Lieferanten für Fremdproduktionen wie jeder andere Lieferant, bei dem bestellt wird, angelegt.
Je nach Bedarf sind folgende Einstellungen am Lieferanten (Stammdaten) zu treffen, um einen erfolgreichen Fremdfertigungsablauf durchzuführen:
- Ist Kunde: Wenn der Lieferant im Umlagerungsauftrag der beizustellenden Ware nicht nur als Lieferempfänger sichtbar sein soll, sondern auch als Kunde. Siehe Unterpunkt Lieferant in Umlagerungsauftrag.
- Quelllager (ev. Quelllagerplatz) bzw. Ziellager (ev. Ziellagerplatz): Wenn die beizustellende Ware auf ein konkretes, beim Lieferanten hinterlegtes Lager, umgelagert werden soll. Das heißt, mit dieser Einstellung verknüpfen Sie den Lieferanten mit einem Lieferantenlager. Arbeiten Sie mit Firmengruppen, muss diese Einstellung im firmenbezogenen Adresszusatz über das Kontextmenü am Lieferanten hinterlegt werden. Siehe Umlagerung auf Lieferantenlager.
Ist es gewünscht, den Lieferanten im Umlagerungsauftrag zu haben, muss das Feld "Ist Kunde" am Lieferanten aktiviert werden. Falls diese Einstellung gesetzt wird, bitte um Abstimmung mit jemandem aus dem Bereich FIBU in Ihrem Unternehmen, damit etwaige Auswertungen nicht verfälscht werden.
| Kennzeichen, dass es sich bei dieser Person um einen Kunden handelt.
Besonderheiten dieses Feldes in der FIBU Sie können ein Personenkonto gleichzeitig als Kunde und als Lieferant definieren. Bitte setzen Sie in diesem Fall das Feld Kunde und Lieferant auf "Ja". Je nachdem, ob das Konto dann als Lieferant oder als Kunde bebucht wird, werden automatisch die zugehörigen Sammelkonten verwendet. (Werden Eingangsrechnungen gebucht, erfolgt die Sammelbuchung auf Lieferantensammelkonten, bei Ausgangsrechnungen auf Kundensammelkonten.) Bei allen Ausdrucken mit KuLis werden die Buchungen in Kunden- und Lieferantenanteil aufgeteilt. Das bedeutet, der Kundenanteil wird bei den Kundenkonten, der Lieferantenanteil bei den Lieferantenkonten berücksichtigt. Wird beim Ausdruck der offenen Postenliste "nur KuLi" ausgewählt, wird der Saldo zusammengefasst. Beim Ausdruck der offenen Postenliste wird immer der offene Postensaldo der entsprechenden Kontogruppe berücksichtigt. Das bedeutet, bei Ausdruck der Kundenkonten wird der Kundenanteil des KuLis berücksichtigt. Der Lieferantenanteil wird dann nur zur Information angezeigt. |
Hinweis | Wenn eine automatische Umlagerung erfolgt, kann statt der Einstellung "Ist Kunde" auch ein fixer Kunde für die Umlagerungsaufträge im Parameter "Fixer Kunde für Umbuchungsauftrag" hinterlegt werden. Wird mit einem fixen Dummy-Kunden für die Umlagerungsaufträge gearbeitet, wird der Lieferant als Lieferempfänger auf den Umlagerungsauftrag übernommen. Gibt es keinen fixen Kunden, muss der Lieferant in den Lieferantenstammdaten als "Ist Kunde" gekennzeichnet werden. Ansonsten funktioniert die Anlage des Umlagerungsauftrags nicht. Hinweis: Das Aktivieren des Lieferanten als "Ist Kunde" bewirkt Änderungen in der Feldauswahl. Es gibt nämlich jeweils eigene Feldauswahlen für Lieferanten, Kunden und sogenannten "KuLis". |
Für die Umlagerung kann entweder ein gemeinsames Lager für alle Lieferanten verwendet werden (siehe Rückfallparameter für Fremdproduktion) oder pro Lieferant ein eigenes Lager definiert werden. Ist letzteres Verhalten gewünscht, muss das Feld "Quell-Lager" am Lieferanten mit dem jeweiligen Lager verknüpft werden.
Je nach Anzahl der Lieferanten und der organisatorischen Gestaltung kann entweder je Lieferant ein Lager angelegt und als Quell-/Ziellager hinterlegt werden oder global über alle Lieferanten hinweg mit einem Lager gearbeitet werden.
Vorteil von eigenen Lieferantenlagern
Es ist in der Lagerinfo deutlich sichtbar, welche Mengen und Artikel beim Lieferanten am Lager zu finden sind. Der Weg der Ware ist somit eindeutig nachvollziehbar.
Nachteil von eigenen Lieferantenlagern
Es muss bei jedem Fremdbearbeiter im Quell-/Ziellager immer ein Lager eingetragen werden.
Vorteil von einem Lager für alle
Es wird nur ein Lager benötigt, das global durch eine Einstellung in den Parametern hinterlegt wird und nicht je Lieferant eingetragen werden muss.
Nachteil von einem Lager für alle
Der Weg der Ware kann nicht nachvollzogen werden und es ist nicht mehr möglich herauszufinden, welche Ware bei welchen Lieferanten liegt. Das heißt, gibt es ein Produkt, das bei mehreren Lieferanten bestellt wird, ist es ratsam, mehrere Lager anzulegen.
In dieser Anleitung wird für jeden Fremdlieferanten ein eigenes Lager angelegt. Wie aus dem Bild zu entnehmen ist, wurde bereits für den Lieferanten "Computer 2000" das Lager lt. Lieferantennummer angelegt. Eine Empfehlung ist, die Lager-Nr. gleich der Lieferanten-Nr. zu setzen.
Im folgenden Beispiel wird das Lager 300014 beim Lieferanten "Computer 2000" am Feld "Quell-Lager" hinterlegt. Die Feldbezeichnung kann je nach Ausprägung des Lieferanten/Kunden auch "Ziellager" heißen.
Dieser Vorgang ist mit allen Lieferanten zu wiederholen, wenn es pro Lieferant ein eigenes Lager geben soll.
Hinweis | Wird mit einem zentralen Lieferantenstamm gearbeitet und ist die Firma, in der die Fremdfertigung Verwendung findet, nicht die Hauptfirma, sondern eine Firma mit Einzelfirmenmodus WWS (u. a. eigenes Lager), kann auf der oben angeführten Einstellung nicht auf das Lager der Hauptfirma zurückgegriffen werden.
Möglichkeit 1: Sie arbeiten mit einem globalen Fremdfertigungslager, das in den Fremdfertigungsparametern hinterlegt wird. Dabei wissen Sie letztendlich nicht, welche Stücklistenpositionen bei welchem Lieferanten auf Lager sind.
Möglichkeit 2: Pflegen des (Ziel)Lagers und ggf. (Ziel)Lagerplatzes auf dem firmenbezogenen Adresszusatz, aufrufbar über die Maske WWS Lieferanten und Kontextmenü mit der Funktion "Firmenbez. Adresszusatz" und Neuanlage eines Datensatzes in diesem Fenster.
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Wird mit einer Umlagerung der Rohwaren zum Fremdfertiger gearbeitet, muss das Erfassungskennzeichen für Verkauf "UML" aktiv sein.
Zu finden unter WWS
→ Stammdaten
→ Artikel.
Für eine Fremdproduktion sind zumindest zwei Artikel notwendig:
- Ein Fremdfertigungsartikel, der das Ergebnis darstellt, und welcher beim Fremdfertiger bestellt wird.
- Zumindest ein Artikel, der zum Fremdfertiger beigestellt wird, damit dieser das Fremdfertigungsprodukt erzeugen kann.
Am Fremdfertigungsartikel sind außer generellen Artikeleinstellungen wie z. B. der Grundeinheit folgende Einstellungen relevant:
- Lieferant: Wird der Fremdfertiger als Lieferant nicht direkt auf dem Stücklistenkopf angegeben, kann dieser auch als (Haupt-)Lieferant am Artikel hinterlegt werden.
- Lagerkennzeichen: Standardmäßig ist es sinnvoll, den Artikel als lagergeführten Artikel einzustellen.
- Lager: Standardmäßig wird jenes Lager angegeben, auf das das Produkt letztendlich zugehen soll.
- Teileart: Lager- oder Kundenproduktion, abhängig davon, von wo der Bedarf letztendlich entsteht.
- Stückliste: Der Fremdfertigungsartikel enthält die Zuordnung der Stückliste, woraus der Artikel zusammengesetzt wird.
Weitere Informationen finden Sie unter Stückliste.
- Einkaufspreis: Hier wird der Preis eingetragen, der beim Lieferanten für die Fremdproduktion pro Grundeinheit bezahlt wird. Das kann eine Dienstleistung sein, aber auch der Preis für zusätzliche Materialien, die der Lieferant für die Herstellung des Fremdfertigungsartikels benötigt.
- Einstandspreis: Hier wird jener Preis eingetragen, der für den Fremdfertigungsartikel am Lager erwartet wird. Wird der korrekte Ablauf eingehalten, ist das letztendlich der Einkaufspreis vom Fremdfertigungsartikel addiert mit den beizustellenden Materialwerten (ungleich der Stücklistenpositionseinstellung Materialbeistellung "Nein").

Die Beistellartikel, die letztendlich dem Fremdfertiger beigestellt werden, damit dieser den Fremdfertigungsartikel produzieren kann, sind standardmäßig wie jeder "normaler" Artikel, der z. B. eingekauft wird, anzulegen. Natürlich können auch Eigenfertigungsartikel Beistellartikel darstellen. Im folgenden Fall wird aber eine Rohware dem Fremdfertiger beigestellt.
- Lieferant: Es wird jener Lieferant eingetragen, bei dem die Rohware bestellt wird.
- Lagerkennzeichen: Standardmäßig ist es sinnvoll, den Artikel als lagergeführten Artikel einzustellen.
- Lager: Standardmäßig wird jenes Lager angegeben, auf das die Rohware letztendlich lt. Warenannahme zugehen soll und von dem sie für die Fremdproduktion abgehen soll. Sollten dies verschiedene Lager sein, könnte auch mit dem Feld "Produktionsabgangslager" ein Unterschied für das Abgangslager gesetzt werden.
- Teileart: Abhängig davon, was für eine Art der Beistellungsartikel ist. Im unten gezeigten Fall stellen wir eine Rohware dem Fremdfertiger bei.
- Einkaufspreis: Hier wird der Preis eingetragen, der beim Lieferanten für die Bestellung des Artikels erwartungsgemäß bezahlt wird.
- Einstandspreis: Hier wird jener Preis eingetragen, der für den Beistellungsartikel am Lager erwartet wird (d. h. Einkaufspreis inklusive eventueller Transportkosten, Rabatte etc.).
- Kontentabelle (hier nicht eingeblendet): Für jene Artikel, die in einem Umlagerungsauftrag umgelagert werden sollen, muss es ein hinterlegtes Erlöskonto im Bereich "Verkauf" der zugeordneten Kontentabelle geben.

Zu finden unter WWS
→ Stammdaten
→ Kunden und Lieferanten
→ Lieferantenartikel oder als Reiter in Artikelstamm.
Standardmäßig kann die Lieferzeit beim Lieferantenartikel vom Fremdfertigungsartikel als Lieferzeit am Feld "Lf.-Zeit" hinterlegt werden, damit zwischen Zugangsdispo und Abgangsdispo die Differenz der Lieferzeit berücksichtigt wird.
Das Ergebnis ist im "Arbeitsplan pro Auftragsposition" ersichtlich (Feld "StD"). Die detaillierte grafische Erläuterung der Termindisposition samt Beispiel finden Sie unter
Termindispo bei Fremdfertigung.
Hinweis | Sollten bei der Lieferzeit nur Werktage berücksichtigt werden, sind folgende weitere Einstellungen notwendig (dies ist nur möglich, wenn durch vorhandene Lizenzen auf die Arbeitsplätze zurückgegriffen werden kann):
Schritt 1: Definition eines Standardarbeitsplatzes für die Fremdfertigung Als Standardarbeitsplatz kann ein normaler Arbeitsplatz in den Stammdaten der PPS angelegt werden. Empfehlenswert ist, dass am Arbeitsplatz "Überlast zulassen = Ja" eingestellt wird, damit mehrere Vorgänge zur gleichen Zeit eingelastet werden können. In den Parametern ist dann dieser APZ als Standardarbeitsplatz für die Fremdfertigung (firmenbezogen) einzustellen.
PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS & WWS allgemein → Firmenbezogene Einstellungen → Fremdproduktion → BG-Fremdvergabe: Standard APZ
Schritt 2: Hinterlegung eines eigenen Kapazitätsmodells am Standardarbeitsplatz Für den Arbeitsplatz ist dann ein Kapazitätsmodell anzulegen, das folgende Eigenschaften aufweist: - An den Werktagen sollte eine verfügbare Kapazitäten von 0:00 bis 23:59 Uhr eingestellt sein.
- An jenen Tagen, die kein Werktag sind, sollte das Kapazitätsmodell mit keiner verfügbaren Kapazität versehen werden.
Achtung: Es muss auf die Einlastungsart am Vorgang geachtet werden, sodass Nicht-Leistungszeiten übersprungen werden – somit werden im Zuge der Planung des Fremdproduktionsauftrags die Werktage korrekt berücksichtigt!
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Die Stücklisten für Fremdfertigungen sind wie folgt aufzubauen:
- Der Stücklistenkopf wird für das fertige Fremdfertigungsprodukt angelegt.
- Die Stücklistenpositionen sind alle Artikel, die in das Fremdfertigungsprodukt eingehen, bzw. jene Artikel, die dem Lieferanten beigestellt werden, damit dieser eine Bearbeitung/Produktion vornimmt.
Stücklisten, die für eine Fremdproduktion angelegt werden, müssen am Stücklistenkopf als Fertigungsart "Fremdfertigung" eingestellt haben.
Hier kann auch am Stücklistenkopf bereits der Fremdlieferant am Feld "Fremdfertiger" hinterlegt werden.
Achtung! | Insbesondere wenn eine vorhandene Stückliste mit Stücklistenpositionen bei der Fertigungsart von "Eigenfertigung" auf "Fremdfertigung" umgestellt wird, muss auf die nächste Einstellung der "Materialbeistellung" geachtet werden!
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Das Feld "Materialbeistellung" muss bei den Stücklistenpositionen kontrolliert werden.
Dieses Feld gibt an, ob ein Material beigestellt wird, auftragsbezogen beim Lieferanten bestellt oder gar nicht beigestellt wird.
| Dient zur Einstellung, ob und wie die Stücklistenposition bereitgestellt wird. Dies ist auch ausschlaggebend für die Abgangsdispodatensätze der Position in der Auftragsstückliste. Die Materialbeistellung kann ausschließlich bei der Stücklistenauflösung "keine weitere Auflösung" bearbeitet werden. Wenn es sich bei der Stücklistenposition um eine Substückliste handelt, welche weiter aufgelöst wird, kann die Materialbeistellung nicht bearbeitet werden. Bei den Auflösungen "separat" und "kumuliert", wo es im Auftragsfall für die Stücklistenposition auch geplante Abgangsdispos gibt, wird die Materialbeistellung am Auftrag zu "Materialbeistellung immer vom Lager". Folgende Ausprägungen können bei der Fertigungsart Eigenfertigung eingestellt werden: Nein | Mit dieser Einstellung wird für die Stücklistenposition kein geplanter Abgang disponiert - es erfolgen keine Lagerbewegungen für diese Position. Die Position dient rein als Information. | Materialbeistellung vom Lager für Eigenfertigung | Die Stücklistenposition wird nur im Fall der Eigenfertigung beigestellt. Bei der Auftragsanlage wird ein geplanter Abgang disponiert.
Ändert sich die Fertigungsart am Stücklistenkopf auf "Fremdfertigung", wird die Ausprägung "Materialbeistellung vom Lager für Eigenfertigung" auf "Nein" geändert. | Materialbeistellung immer vom Lager | Die Stücklistenposition wird immer beigestellt (unabhängig von der Fertigungsart). Bei der Auftragsanlage wird ein geplanter Abgang disponiert, bei der Rückmeldung werden Lagerbewegungen ausgelöst. | Lieferantenbestellung für Eigenfertigung | Die volle Sollmenge der Stücklistenposition wird auftragsbezogen beschafft. Bei Änderung der Fertigungsart am Stücklistenkopf von Eigen- auf Fremdfertigung wird die Ausprägung "Lieferantenbestellung für Eigenfertigung" geändert auf "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung". | Lieferantenbestellung für Eigenfertigung Rückstandsmenge | Die (am Lager nicht verfügbare) Rückstandsmenge der Stücklistenposition wird auftragsbezogen beschafft. Bestellungen und Produktionen werden lt. Dispolistenparameter "Bestellungen in 'verfügbarer Lagermenge' berücksichtigen" und "Produktionen in 'verfügbarer Lagermenge' berücksichtigen" berücksichtigt. Dispoeinträge, die als Rückstand behandelt werden, sind beispielsweise Liefervorschläge (lieferbare oder kommissionierbare) oder Datensätze, die in der "Internen Kommissionierung" als lagernd ermittelt worden sind. Bei Änderung der Fertigungsart am Stücklistenkopf von Eigen- auf Fremdfertigung wird die Ausprägung "Lieferantenbeistellung für Eigenfertigung Rückstandsmenge" geändert auf "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung". |
Für die Fertigungsart Fremdfertigung können folgende Ausprägungen verwendet werden:
Nein | Mit dieser Einstellung wird für die Stücklistenposition kein geplanter Abgang disponiert - es erfolgen keine Lagerbewegungen für diese Position. Die Position dient rein als Information. Ändert sich die Fertigungsart am Stücklistenkopf auf "Eigenfertigung", wird die Ausprägung "Nein" auf "Materialbeistellung vom Lager für Eigenfertigung" geändert. | Materialbeistellung immer vom Lager | Die Stücklistenposition wird immer beigestellt (unabhängig der Fertigungsart). Bei der Auftragsanlage wird ein geplanter Abgang disponiert, bei der Rückmeldung werden Lagerbewegungen ausgelöst. | Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung | Die volle Sollmenge der Stücklistenposition wird auftragsbezogen beschafft und dem Fremdfertiger beigestellt.
Ändert sich die Fertigungsart am Stücklistenkopf auf "Eigenfertigung", wird die Ausprägung "Lieferantenbeistellung für Fremdfertigung" auf "Lieferantenbeistellung für Eigenfertigung" geändert. |
Die Materialbeistellung kann für die Arbeitsdatenstückliste durch das Feld Beschaffungskennzeichen (Produktion - Einzelteile) am "Erfassungskennzeichen für Einkauf" bzw. "Erfassungskennzeichen für Verkauf" beeinflusst werden. Standardmäßig steht das Beschaffungskennzeichen auf "Ohne autom. Beschaffung". Mit der Standardeinstellung wird die Materialbeistellung lt. Stückliste in den Stammdaten gezogen. |
In diesem Feld wird die gewünschte Ausprägung eingestellt und die Eingabe gespeichert.
Dieser Vorgang wird für alle Stücklistenpositionen wiederholt, bis alle die gewünschte Einstellung besitzen.
Sind alle Einstellungen in den Stammdaten gesetzt worden, kann ein Fremdproduktionsauftrag erstellt werden. Details dazu finden Sie im Dokument
Ablauf Fremdproduktion