Im Zuge des Wareneingangs wird der Standard-Einstandspreis laut Artikelstamm ermittelt, welcher auch dem Lager zugebucht wird.
Durch den Wareneingang wird keine FIBU-Buchung ausgelöst. In der Eingangsrechnungskontrolle erfolgt eine manuelle Verknüpfung von Wareneingang und Eingangsrechnungskontrolle.
Durch diese Zuordnung erfolgt eine automatische Vorkontierung der Eingangsrechnung. Sämtliche Differenzen von Standard-Einstandspreis und Rechnungspreis werden auf ein PPV-Konto gebucht.
Beim nachträglichen Eintreffen weiterer Fracht- und/oder Spesenrechnungen werden diese ebenso dem PPV-Konto zu- bzw. abgebucht.
Die Lagerbuchung des Wareneingangs erfolgt immer mit dem Standard-Einstandspreis. Durch Differenzen zwischen Eingangsrechnung und Wareneingang sowie durch nachträgliche Fracht- und/oder Spesenrechnungen wird die Lagerbuchung nicht angepasst.
Im Lager ist somit je Buchung nur der Standard-Einstandspreis ersichtlich und nicht der tatsächliche Einstandspreis auf Basis von Eingangs-, Fracht- und Spesenrechnung.
In der Lieferantenstatistik wird der tatsächliche Rechnungspreis inklusive Fracht- und Spesenrechnungen übergeben. Zusätzlich kann der Standard-Einstandspreis ausgewertet werden, damit Vergleiche ermöglicht werden.
Da auch Produktionen mit dem Standard-Einstandspreis bewertet werden sollen, wird dieser auch für die Berechnung des Deckungsbeitrags (in der WWS) eines Produktes herangezogen.
Die Wareneinsatzermittlung erfolgt ebenso mit dem Standard-Einstandspreis laut Artikelstamm.
Standard-Einstandspreise dürfen nur einmal jährlich (zum Jahreswechsel) angepasst werden.
Das Feld "Einstandspreis" am Artikelstamm (= Standard-Einstandspreis) ist ein Pflichtfeld und muss zwingend bei jedem Artikel befüllt werden.
Hinweis
 | Eine Kombination mit der WE-/RE (Wareneingangs-/Rechnungseingangs-Verbuchung) ist derzeit nicht möglich. Diese Einstellung darf nur getroffen werden, wenn das Konzept ganzheitlich abgestimmt worden ist, da es sich hierbei um ein betriebswirtschaftliches Verfahren handelt, welches auch vom Steuerberater/Wirtschaftsprüfer genehmigt werden muss. |
In den Kontentabellen, welche Sie unter Warenwirtschaft → Stammdaten → Konten/Steuern/Abgaben → Kontentabellen finden, sind für die PPV-Kontierung eigene Einträge vorzunehmen.
In den Reitern "Wareneinsatz" und "Einkauf" ist das Feld "Ist PPV" einzublenden.
Einkauf
Wareneinsatz
Des Weiteren ist zu beachten, dass in der "Reihenfolge Kontenfindung" (Aufruf in den Kontentabellen im Menü unter "Extras") der Punkt "Ist PPV" aktiviert werden muss.
Damit die hinterlegten PPV-Konten bei einer Preisabweichung herangezogen werden, sind die betreffenden Artikel auf "PPV ja" einzustellen.
Dafür kann ebenso der Standardartikelparameter als Vorschlagswert gesetzt werden.
Zusätzlich muss für die PPV-Artikel das Lagereinstandspreisermittlungskennzeichen auf "Artikel" eingestellt sein.
Wird eine Bestellung erfasst und der ermittelte Einkaufspreis abgeändert, so erfolgt die Lagerbuchung im Zuge des "Verspeichern Wareneingang" trotzdem mit dem Standard-Einstandspreis.
Beispiel
 | Bestellerfassung Der Einkaufspreis wurde von EUR 80,- auf EUR 130,- erhöht.
Warenannahme Die Warenannahme wird durchgeführt und verspeichert. Kontrollieren Sie danach in der Warenannahmeübersicht im Reiter "Lagerjournal" die Buchungen, so wurden diese mit dem Einstandspreis von EUR 80,- ins Lager gebucht.
ER-Kontrolle In der Eingangsrechnungskontrolle wird die Eingangsrechnung erfasst und dem Wareneingang zugeordnet. Der daraus resultierende Differenzbetrag wird auf das PPV-Konto gebucht und somit das Lager nicht neu bewertet.
Zu der Lieferung erhalten Sie noch eine Spesenrechnung, welche ebenfalls über die ER-Kontrolle erfasst und dem Wareneingang zugeordnet wird. Die Spesen werden ebenfalls auf das PPV-Konto laut Kontentabelle gebucht und haben keine Auswirkung auf die Lagerbuchungen.
Lagerinfo Überprüfen Sie danach die Lagerinfo. Hier können Sie erkennen, dass sämtliche Eingangs-, Fracht- und Spesenrechnungen keinen Einfluss auf die Lagerbuchungen haben.
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Hinweis
 | Für den Ankauf gibt es die gleiche Funktionalität. |
Wird ein Auftrag angelegt, so wird der Standard-Einstandspreis für die Lieferung/Rechnung herangezogen.
Beispiel
 | Ein Kundenauftrag wird erfasst, geliefert und verrechnet. Für die Lieferung/Rechnung wird der Einstandspreis von EUR 80,- laut Artikelstamm herangezogen.
Für die Lieferung/Rechnung wie auch für die Statistik wird der Einstandspreis von EUR 80,- laut Artikelstamm herangezogen.
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Beispiel
 | Am Kundenauftrag wird der Einstandspreis manuell verändert, das Feld "EP fixiert" wird jedoch nicht gesetzt.
Nach der Lieferung/Verrechnung wird der Einstandspreis von EUR 80,- laut Artikelstamm für Lager und Statistik verwendet.
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Beispiel
 | Am Kundenauftrag wird der Einstandspreis manuell verändert, das Feld "EP fixiert" wird auf "Ja" gesetzt.
Nach der Lieferung/Verrechnung wird der Einstandspreis von EUR 80,- laut Artikelstamm für das Lager und der EP fixiert (EUR 140,-) für die Statistik verwendet.
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Für die Wareneinsatzermittlung wird der Einstandspreis von EUR 80,- laut Artikelstamm herangezogen.
Im Zuge der Inventurpreisfindung wird der Einstandspreis von EUR 80,- laut Artikelstamm herangezogen.
Grundsätzlich wird dieses Verfahren nur dann empfohlen, wenn der Einstandspreis stabil ist und eine Änderung maximal zum Bilanzstichtag erfolgt.
Im Zuge der Inventur werden die Waren mit dem neuen Einstandspreis als Inventurpreis bewertet und in das Lager gebucht. Des Weiteren ist es notwendig, den geänderten Preis als aktuellen Einstandspreis auf die Einstandspreistabelle zu übernehmen.