Grundlegende Informationen zum Paket finden Sie unter Warenwirtschaft Erste Schritte. Das Dokument "Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) Deutschland" beinhaltet nur Informationen für Deutschland.

Um die Anforderungen der Kassensicherungsverordnung (kurz KassenSichV) in Deutschland zu erfüllen, wird das efsta-EFR genutzt.
Das efsta-EFR (Elektronisches Fiskalregister) ist eine Middleware, die einerseits die gesetzlich geforderte Protokollierung sicherstellt (DSFinV-K) und andererseits die Schnittstelle zu verschiedenen TSE-Systemen herstellt.
Die TSE ist eine vom BMF Deutschland geforderte Technische Sicherheitseinrichtung, ähnlich der Signaturkarte, die in Österreich für die RKSV benötigt wird. Im Gegensatz zum österreichischen System schreibt das deutsche System aber auch vor, dass die TSE Journaldaten speichern muss.
Folgende Begriffe sind in Bezug auf die Kassensicherungsverordnung relevant:
Bei der Kassensicherungsverordnung (kurz KassenSichV) handelt es sich um eine Verordnung des deutschen Finanzministeriums, welche verbindliche Standards zur Verhinderung von Manipulationen von Kassen festschreibt.
Beim EFR handelt es sich um das "Elektronische Fiskalregister", welches eine Fiskal-Middleware ist.
Die Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) soll eine lückenlose und unveränderbare Aufzeichnung der Kassendaten gewährleisten. Ähnlich wie bei der RKSV in Österreich wird eine Signatur erstellt. Zusätzlich müssen von der TSE auch Daten (Journal) gespeichert werden.
Folgende Varianten der TSE sind verfügbar:
- Hardware-TSE (z. B. USB-Stick, SD Karte oder im Bondrucker inkludiert)
- Cloud-TSE (Serviceanbieter im Internet)
Hinweis
| Die TSE muss vom Hersteller in Deutschland zertifiziert werden. |
Dabei handelt es sich um die "Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme", in welcher die Definition des Datenformats vorgegeben ist, wie die Kasse Bewegungsdaten zur Verfügung stellen muss.
Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff.
Die Firma efsta IT Services GmbH (European Fiscal Standard Association = efsta) mit Sitz in Steyr stellt Fiskallösungen für elektronische Aufzeichnungssysteme her.
Nähere Informationen zum Unternehmen finden Sie auf folgender Website:
efstaIm Gegensatz zur RKSV in Österreich ist für die KassenSichV eine wesentlich umfangreichere Aufzeichnung der Kassenerfassung notwendig. Da neben der üblichen Kassenbelege auch der Saldovortrag, die Abschöpfungen und Differenzen aufgezeichnet werden müssen, werden diese Vorgänge im Detail aufgezeichnet und sind in den
Kassensummen ersichtlich.
An der grundsätzlichen Bedienung der Kasse ändert sich nichts.
Hinweis
| Aufgezeichnet werden in der Kasse nur die Daten in der Kassenerfassung. Es ist daher auf eine strikte Trennung zwischen Auftragswesen (Fakturierung) und Kassenerfassung zu achten! Es könnte sonst dazu kommen, dass sämtliche Bewegungen im Auftragswesen - beginnend mit den Angeboten über Aufträge, Lieferscheine, Rechnungen etc. - in die Aufzeichnungspflicht der KassenSichV fallen.
Einfache Abläufe wie das Erstellen eines Auftrags oder Lieferscheins aus der Kassenerfassung oder das Bezahlen einer Rechnung, welche über die Fakturierung erstellt worden ist, stellen kein Problem dar. Ein laufender Abgleich von Kassenposition auf Auftragsposition (z. B Erstellen einer Ausgangsrechnung aus der Kasse zu einem bestehenden Auftrag in der Fakturierung) und wieder zurück könnte aber problematisch sein, da die Grenze zwischen Auftragswesen und Kassenerfassung dann unklar werden.
Der Geschäftsfall "Anzahlung/Anzahlungsauflösung" kann über die Kasse nicht abgewickelt werden. |
Hinweis
| efsta IT Services GmbH ist in mehreren Ländern Europas tätig. Für jedes Land gibt es eine spzeielle Version der Software! |
Die efsta-Software wird als Dienstanwendung installiert und läuft im Hintergrund. Die grundlegende Konfiguration kann über den Web-Zugang http://localhost:5618/config eingesehen werden. Statt "localhost" kann gegebenenfalls die IP-Adresse des PCs eingetragen werden, auf welchem die Anwendung installiert worden ist.
Hinweis
| Eine lokale Installation und die Adresse "localhost" ist nur für Einzelplatzinstallationen zu empfehlen. Die Kassenerfassung und alle Kassenabschlussfunktionen dürfen und können dann nur auf diesem PC erfolgen! Wird die Kasse auf einem anderen PC (Cloud, Terminalserver) gestartet, könnte es dazu führen, dass die Aufzeichnung im Fiskalmodul unvollständig ist.
Der Port 5618 darf durch die Winows-Firewall nicht blockiert werden und es muss gegebenenfalls eine entsprechende Firewall-Regel erstellt werden. |
Anleitung und Hinweise zur Installation/Einrichtung der TSE finden Sie auch im Guide von efsta unter
EFR Download (efsta.net).
Wird die revisionssichere Archivierung nicht durch efsta durchgeführt (Softwarelizenz Archiv-Retail), muss dies manuell durch Sie gewährleistet werden.
Um die Daten auf externen Speichermedien zu sichern (Offline-Installation), stehen Ihnen HTTP-Requests für die Sicherung zur Verfügung. Sie finden die entsprechenden Back-up-Requests in der EFR-Referenz (
http://public.efsta.net/efr/pdf/EFR_Reference_2.0.6.pdf) Kapitel "Maintainance".
Sämtliche Daten der efsta-Anwendung werden im Verzeichnis "...\ProgrammData\EFR" abgelegt. Dieses Verzeichnis kann zusätzlich inklusive aller Unterverzeichnisse auf einem externen Datenträger gesichert werden.
Für die Installation muss die Datei "*.msi" ausgeführt und der Lizenzvereinbarung zugestimmt werden.
Weitere Eingaben sind an der Stelle nicht erforderlich. Wird die efsta-Cloud nicht verwendet, müssen Sie selbst für eine ordnungsgemäße Datensicherung sorgen.
Damit das Fiskaljournal einen "sauberen" Anfang hat, führen Sie vor der Einrichtung des Fiskalmoduls einen Kassenabschluss durch.
Es ist unbedingt erforderlich, dass im Firmen- bzw. Filialstamm die korrekte UID-Nummer/Steuernummer hinterlegt ist.
Bitte überprüfen Sie dies unbedingt vor der Einrichtung.
Hinweis
| Wird die Kasse mit der falschen UID-Nummer/Steuernummer gestartet, wird das Journal im falschen Verzeichnis abgelegt. Dies kann zu unvollständigen bzw. fehlerhaften Journaldaten und damit zu Problemen bei einer Kontrolle durch die Finanzbehörde führen. |
Warenwirtschaft → Stammdaten → Kassen → Kassen
Im Register "Geräte" sind folgende Felder zu befüllen:
| Fiskalmodul | Wählen Sie hier die Einstellung "efsta Deutschland". |
| Anschluss | Hier wird automatisch der Wert http://localhost:5618 vorgeschlagen. Bei einer Mehrplatzinstallation muss statt "localhost" die IP-Adresse jenes PCs (z. B. des Servers) eingetragen werden, auf welchem die efsta-Anwendung installiert worden ist. |
| Fiskal Kassen Nr | Dieses Feld ist für diesen Ablauf nicht relevant. |
| Report für Fiskalbon | Dieses Feld ist für diesen Ablauf nicht relevant. |
Am Report für den Bondruck bzw. Belegdruck ist im Band "Bonfuss" das zusätzliche Feld "Fiskal Daten" zu hinterlegen. Damit sichergestellt ist, dass die Daten vollständig angedruckt werden, muss bei diesem Feld die Option "Automatischer Zeilenumbruch" aktivert werden.
Alternativ gibt es auch das Feld "Fiskal Code", welches für den Ausdruck als QR-Code gedacht ist. Aktueller Stand (Mai 2020) ist allerdings, dass der QR-Code nur zusätzlich zum Textfeld gedruckt werden darf.
Nachdem Sie die Einstellungen im Kassenstamm vorgenommen haben, kann hier nun über das Kontextmenü (rechte Maustaste) die Funktion "Fiskalmodul efsta Deutschland - Einstellungen" aufgerufen werden. Über diese Funktion gelangen Sie in die Konfiguration der efsta-Anwendung.
Es folgt der Hinweis, die UID-Nummer zu überprüfen.
Hinweis
| Sollte die UID-Nummer falsch sein, brechen Sie den Vorgang ab, ändern Sie die UID-Nummer am Firmen- oder Filialstamm und starten Sie die Einstellungen neu. |
Anschließend öffnet sich ein Browser-Fenster für die Konfiguration der efsta-Anwendung.
Oben links kann der "Mandant" ausgewählt werden. Da in der NTCS auch mehrere Firmen und mehrere Kassen angelegt werden können, ist es notwendig, in der efsta-Anwendung je Kasse einen Mandanten zu verwalten.
Beim Starten der efsta-Konfiguration aus den Kassenstammdaten wird daher automatisch ein Mandant für die ausgewählte Kasse erstellt.
Die ID des Mandanten besteht aus der UID-Nummer gefolgt von Filialnummer und Kasennummer.
Im Reiter "Profil" sind im Feld "TaxID" die UID-Nummer und im Feld "Badge" der von efsta zur Verfügung gestellte BADGE-Code einzutragen und mit "Save" zu speichern.
Im Reiter "Steuerung", Abschnitt "TSE" kann entweder eine bereits vorhandene TSE zugeordnet oder eine neue TSE hinzugefügt werden.
Hinweis
| Beim Hinzufügen einer neuen TSE ist der weitere Ablauf abhängig von der verwendeten TSE. Weitere Infos dazu kommen entweder vom TSE-Hersteller oder sind in der efsta-Dokumentation (EFR Download (efsta.net)) zu finden. |
Es ist darauf zu achten, dass der USB-Stick erst angeschlossen wird, wenn die Einstellungen im EFR durchgeführt worden sind. Der USB-Stick wird vom EFR automatisch erkannt und es sind keine weiteren Einstellungen notwendig.
Hinweis
| Damit alle Einstellungen wirksam werden, muss nach Änderungen/Anpassungen der Konfiguration der PC oder zumindest die efsta-Dienstanwendung neu gestartet werden! |
Durch Auswahl von "Deutsche Fiskal" öffnet sich danach die Eingabe der Zugangsdaten. Über das Portal "Deutsche Fiskal" muss vorab eine Betriebsstätte angelegt werden.
Im Bereich der TSE-Details werden die Zugangsdaten wie angegeben hinterlegt. Nach Eingabe und Speicherung der Zugangsdaten muss die TSE-Zuordnung noch durchgeführt werden. Durch die Zuordnung wird eine ca. 2 GB große Datei heruntergeladen und installiert. Dies kann bis zu 10 Minuten in Anspruchen nehmen. Anhand des Status kann der Fortschritt verfolgt werden.
Hinweis
| Damit ein reibungsloser Zugriff auf "Deutsche Fiskal" gewährleistet werden kann, darf der Port "443" und die URL https://fiskal.cloud/ nicht durch die Firewall blockiert werden.
Damit alle Einstellungen wirksam werden, muss nach Änderungen/Anpassungen der Konfiguration der PC oder zumindest die efsta-Dienstanwendung neu gestartet werden! |
Durch die Auswahl von "FISKALY" öffnet sich die Eingabe der Zugangsdaten.
Hier muss nun die Base URL (https: //kassensichv.io/api/v1), der API Key und der Wert für API Secret hinterlegt werden.
Die Daten können über das efsta-Portal → Fiskaleinheiten abgerufen werden.
Nach Eingabe und Speicherung der FISKALY-Zugangsdaten muss noch die TSE-Zuordnung durchgeführt werden.
Hinweis
| Damit ein reibungsloser Zugriff auf "FISKALY" gewährleistet werden kann, darf der Port "443" und die Fiskaly Live URL https: //kassensichv.io nicht durch die Firewall blockiert werden.
Damit alle Einstellungen wirksam werden, muss nach Änderungen/Anpassungen der Konfiguration der PC oder zumindest die efsta-Dienstanwendung neu gestartet werden!
Da mit Stand 18.03.2021 "FISKALY Cloud TSE" noch nicht vollständig vom BSI zertifiziert ist, muss am Kassenbeleg der Hinweis "TSE in Zertifizierung" angedruckt werden! |
Durch die Einführung der KassenSichV gibt es einige neue Felder und Funktionen, welche hier beschrieben werden.
Im Kassenstamm stehen nach dem Eintrag "efsta Deutschland" im Feld "Fiskalmodul" folgende Funktion zur Verfügung:
Einstellungen | Öffnet den Webbrowser mit der Seite für die Konfiguration des EFR. |
Status | Zeigt den Status des EFR im Webbrowser an. |
Stammdaten senden | Überträgt die aktuellen "Firmenstammdaten" an das EFR. Diese Funktion wird bei jedem Start der Kassenerfassung automatisch ausgeführt. |
Export | Startet eine Exportfunktion zum Erstellen der Fiskaldaten bei einer Überprüfung durch die Finanzbehörden. |
Am Bon- bzw. Belegreport stehen folgende Felder zur Verfügung und müssen angedruckt werden:
| Fiskalnr (efsta) | Fortlaufende Nummer die vom efsta-EFR vergeben wird. |
| Fiskal info | Beinhaltet die für den Druck notwendigen Fiskaldaten. Angezeigt wird nur ein Symbol, bewegt man die Maus auf das Feld, wird der Text zur Ansicht dargestellt. |
Der in der deutschen Kassensicherheitverordnung (KassenSichV) geforderte Export der Daten im DSFinV-K-Standard sieht vor, dass je Kasse ein Kassenabschluss gemacht werden muss. In der NTCS darf daher je Kasse nur eine Geldlade verwendet werden.
Für Saldovortrag, Abschöpfung und Kassendifferenzen werden Bonköpfe erzeugt. Details zu diesen Bons können in den
Kassensummen angezeigt werden.
Folgende neue Geschäftsfälle gibt es durch die KassenSichV in der Kassenerfassung.
Der Geschäftsfall "Trinkgeld Arbeitnehmer (TrinkgeldAN)" kann über das Feld "Fikal GV Art" in der Bonposition manuell gesetzt werden.
Die Geschäftsfälle "ZuschussEcht", "ZuschussUnecht" und "TrinkgeldAG" werden von efsta noch nicht unterstützt.
Auch bei Ein- und Auszahlungen sind in den Positionen im Feld "Fiskal GV Art" die Geschäftsvorfallarten manuell zu setzen.
Folgende Geschäftsvorfallarten stehen Ihnen hier zur Verfügung:
- Privatentnahme/Einlage
- Lohnzahlung
Hinweis
| Die einzelnen Geschäftsfälle müssen immer getrennt erfasst werden. |
Bons, die aufgrund eines Fehlers nicht ans efsta-EFR übertragen worden sind, können über folgende Funktion in der Bonübersicht ans efsta-EFR gesendet werden.
Beim Starten der Kassenerfassung erfolgt eine Prüfung, ob das efsta-EFR erreichbar ist und ob die konfigurierte TaxID (Umsatzsteuernummer) übereinstimmt. Schlägt die Prüfung fehl, darf die Kassenerfassung nicht gestartet werden.
Hinweis
| In den Kassenstammdaten der jeweiligen Kasse kann mit der Funktion "Verbindung testen" geprüft werden, ob die Verbindung möglich ist. Bei erfolgreichem Test folgt eine Meldung, welche die Konfigurationsdaten des EFR anzeigt. |