Alle für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung erfoderlichen Einstellungen nehmen Sie in den Berechnungseinstellungen der Personalrückstellung vor.
Öffnen Sie dazu das Hauptfenster "Personalrückstellungen" über den Menüpfad BIL → Personalrückstellungen → Personalrückstellungen.
In der Menüleiste rufen Sie anschließend die Berechnungseinstellungen auf und wechseln dort zum Reiter "Abfertigung".
Hinweis | Die Berechnnungseinstellungen für die Personalrückstellungen können auf folgenden Ebenen getroffen werden:
- BMD Standard: nicht veränderbar!
- Allgemein (Datenbestand)
- Kollektivvertrag
- Firma
- Dienstnehmer
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Grundsätzlich werden für die Abfertigungsrückstellungen Faktorentabellen mit den gesetzlichen Multiplikatoren zur Verfügung gestellt. Dies können Sie am Text neben dem Feld "Entgeltmultiplikatoren" erkennen.
Wechseln Sie dafür über das Menü der "Dienstnehmerliste" oder das Menü der Übersicht Personalrückstellungen zu "Berechnungseinstellungen" → Reiter "Abfertigung". Im nächsten Fenster sehen Sie neben dem Feld "Entgeltmultiplikatoren" den Text "1 Standard (BMD Standard)".
Die Werte der zur Verfügung gestellten Multiplikatorentabelle können Sie im Fenster "Berechnungseinstellungen" kontrollieren über Ausdruck → "Berechnungsrelevante Einstellungen drucken".
Im nächsten Fenster "Berechnungsrelevante Einstellungen drucken" wählen Sie im Feld "Bis Ebene" in der Combobox "BMD Standard" und im Feld "Abfertigung" setzen Sie ein Häkchen.
Standardmäßig wird keine Fluktuationstabelle von BMD mitausgeliefert. Diese muss selbst erstellt und übernommen werden.
Die Fluktuation kann für Arbeiter und Angestellte getrennt hinterlegt werden.
Durch Klick auf den blauen Pfeil

neben dem Feld "Fluktuation Angestellte" bzw. "Fluktuation Arbeiter" öffnet sich das Fenster zur Verwaltung der Fluktuationstabellen (Faktorentabellen) und zu den dazugehörigen Fluktuationswerten (Faktorwerten).
Die Faktorentabellen können über das Menü "Faktorentabelle", mit rechter Maustaste "Neu" oder über die Standardfunktionen (F2, F5, F6, F7) angesehen, neu angelegt, bearbeitet bzw. gelöscht werden.
Die Faktorwerte können über die rechte Maustaste oder die NTCS Standardfunktionen (F2, F5, F6, F7) angesehen, neu angelegt, bearbeitet bzw. gelöscht werden.
Die Auswahl und Übernahme der gewünschten Faktorentabelle erfolgt durch Markieren der Tabelle auf der linken Seite und anschließendes "Übernehmen" (Schaltfläche rechts unten). Die Nummer und Bezeichnung der ausgewählten Faktorentabelle wird danach rechts neben den Auswahlfeld "Fluktuation Angestellte" angezeigt.
Der in der Faktorwerttabelle im Feld "Jahre" eingetragene Wert ist die Obergrenze, bis zu welcher der danebenstehende Fluktuationsprozentsatz zur Anwendung kommt.
Ob es sich bei den in den Fluktuationstabellen eingegebenen Jahren um Dienstjahre oder um das Alter der Dienstnehmer handelt, wird im Feld "Fluktuationsberechnung" eingestellt.
Im Feld "Fluktuationsberechnung" kann festgelegt werden, nach welchem Kriterium die Fluktuation der Dienstnehmer berechnet wird. Dabei stehen zwei Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung:
- nach Dienstzeit
- nach Alter
Wird die Option "nach Dienstzeit" gewählt, beziehen sich die in den Fluktuationstabellen eingetragenen Jahresangaben auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit der Dienstnehmer. Bei der Auswahl "nach Alter" hingegen geben die in den Tabellen hinterlegten Jahre das Lebensalter der Dienstnehmer an.
Stammdaten
In den Stammdaten des Dienstnehmers in den Personalrückstellungen finden Sie am Reiter "Allgemein" u. a. die verschiedenen Ruhenszeiten im gleichnamigen Bereich "Ruhenszeiten". Sind die Ruhenszeiten im LOHN korrekt gewartet, werden diese beim Import übernommen. Folgende Ruhenszeiten stehen hier zur Verfügung:
- Ruhenszeit Elternkarenz
- Ruhenszeit Mutterschutz
- Ruhenszeit Familienzeit/Papamonat
- Ruhenszeit Präsenzdienst
- Ruhenszeit Truppenübung
- Ruhenszeit Pflegekarenz
- Ruhenszeit Rehabilitationskarenz
- Ruhenszeit Hospizkarenz
- Ruhenszeit Bildungskarenz
- Ruhenszeit unbezahlter Urlaub
- Diverse Ruhenszeit
- Aktuelle Ruhenszeit
- Ruhenszeit Kinderrehabilitation
Im Feld "Aktuelle Ruhenszeit" ist die Ruhenszeit des laufenden Jahres zu erfassen oder sie wurde bereits aus dem BMD LOHN importiert. Die Felder können auch beim variablen CSV-Import mitimportiert werden.
Diese Angabe ist erforderlich für die Sonderzahlungsrückstellung bei Dienstnehmern, die aus einer Karenzzeit zurückkehren und daher nicht den vollen Anspruch auf die Sonderzahlungen haben.
Folgende Felder werden bei der Übernahme der Dienstnehmer aus dem NTCS LOHN, statt wie bisher als Teil der diversen Ruhenszeit, in eigene Felder der Dienstnehmerliste der Personalrückstellungen importiert:
- Ruhenszeit Truppenübung
- Ruhenszeit Pflegekarenz
- Ruhenszeit unbezahlter Urlaub länger als 1 Monat
- Ruhenszeit Familienzeit/Papamonat
Berechnungseinstellungen
Zusätzlich muss die Berechnungseinstellung "Ruhenszeiten berücksichtigen" am Reiter "Abfertigung" bzw. "Jubiläum" um die gewünschten Ruhenszeiten erweitert werden.
Folgende Möglichkeiten stehen in der Auswahl zur Verfügung:
- BMD Standard: Eltern-, Bildungs-, Rehabilitations-, Pflegekarenz und unbezahlter Urlaub werden berücksichtigt.
- Keine: Ruhenszeiten werden nicht berücksichtigt.
- Lt. Auswahl: Ist diese Einstellung gewählt worden, so können Sie mit der F8-Schaltfläche
die einzelnen Ruhenszeiten auswählen, die berücksichtigt werden sollen.
Wenn der Parameter "Ruhenszeiten berücksichtigen" auf "Standard" oder "laut Auswahl" gestellt wird, wird bei der Abfertigungsrückstellung für die Berechnung der Dienstjahre zur Ermittlung der Multiplikatoren die Ruhenszeit abgezogen.
Bei der Berechnung der Rentenendwertfaktoren bzw. für die Fluktuationsberechnung werden die Ruhenszeiten generell nicht berücksichtigt.
Beispiel: Eintritt: 1.10.1991; Pensionsdatum: 1.7.2032; Eintritt bis Pension = volle 40 Jahre; abzüglich 4 Jahre Ruhenszeiten = 36 Jahre
Auswirkungen der Ruhenszeiten
Ruhenszeiten beeinflussen die Ermittlung des Jubiläumsgeldmultiplikators oder Abfertigungsmultiplikators, haben jedoch keinen Einfluss auf den Fluktuationsabschlag und die Berechnung des Rentenendwertfaktors.
Das Feld "Gehaltsmultiplikator" kann für die Berechnung von freiwilligen Abfertigungen verwendet werden.
Durch Klick auf den blauen Pfeil

neben dem Feld "Gehaltsmultiplikator" öffnet sich das Fenster zur Verwaltung der Faktorentabellen und zu den dazugehörigen Faktorwerten.
Für die Vorgangsweise zur Hinterlegung der Faktorentabellen und Faktorwerte gelten die Ausführungen im Kapitel "Fluktuation Angestellte/Arbeiter" sinngemäß. Der in der Faktorwerttabelle im Feld "Dienstjahre" eingetragene Wert ist die Obergrenze, bis zu welcher der danebenstehende Multiplikator zur Anwendung kommt.
Für die Berechnung der freiwilligen Abfertigung muss am Dienstnehmerstamm im Reiter "Abfertigung" im Feld "Gehalt laufend" das relevante Entgelt hinterlegt werden.
Hinweis | Möchten Sie für Dienstnehmer mit "Abfertigung Neu" eine freiwillige Abfertigung berechnen, müssen Sie am Dienstnehmerstamm im Feld "BVK-Kennzeichen" die Ausprägung "Abfertigung Alt (Neueintritt)" hinterlegen.
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Im Block Steuerrecht kann der Prozentsatz SR und der Prozentsatz für Dienstnehmer ab 50 Jahren festgelegt werden. Ist kein individueller Prozentsatz hinterlegt, wird die Abfertigungsrückstellung automatisch mit dem im System gespeicherten BMD Standardwert gerechnet. In dem dargestellten Fall beträgt der Prozentsatz SR 45,00 und der Prozentsatz für Dienstnehmer ab 50 Jahren 60,00.
Im ersten Jahr der Bildung der Personalrückstellung wird das prozentuelle Ausmaß der Personalrückstellungsbildung festgelegt.
Eine Abfertigungsrückstellung kann
- für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2001 enden, im Ausmaß bis zu 47,5 % und
- für folgende Wirtschaftsjahre im Ausmaß bis zu 45 % der am Bilanzstichtag bestehenden fiktiven Abfertigungsansprüche steuerlich geltend gemacht werden. (Rz 3337 EStR 2000)
Für Dienstnehmer ab 50 Jahren kann steuerrechtlich eine Abfertigung in Höhe von 60 % der am Bilanzstichtag bestehenden fiktiven Abfertigungsansprüche gebildet werden. Da es sich um eine KANN-Bestimmung handelt, wird dieser Prozentsatz nicht automatisch in den allgemeinen Festwerten vorgeschlagen und muss manuell hinterlegt werden. Ist in diesem Feld kein Wert hinterlegt, wird für die über 50-jährigen Dienstnehmer mit dem allgemeinen Wert aus dem Feld "Prozentsatz StR" gerechnet.
Im Block Unternehmensrecht kann der Zinssazt für die Abfertigung UR festgelegt werden. Wenn kein individueller Prozentsatz eingetragen wird, berechnet das Programm die Abfertigungsrückstellung automatisch mit 2,00 Prozent, da dieser Wert als BMD Standrd hinterlegt ist.
Zusätzlich gibt es das Feld "Teilübertritt abzinsen". Hier kann eingestellt werden, ob bei Teilübertritten eine Abzinsung durchgeführt werden soll. Dadurch lässt sich steuern, wie die Rückstellung für teilweise Übertritte von Mitarbeitern verzinst werden.
Im Feld "Zinssatz Abfertigung UR" erfassen Sie den Zinssatz für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung nach Unternehmensrecht. Dieser Zinssatz kann jährlich angepasst werden.
Bei der Eingabe eines neuen Zinssatzes ist darauf zu achten,
- dass die richtige Ebene ausgewählt ist und
- dass im Feld Gültig ab das korrekte Startdatum eingetragen wird.
Der hinterlegte Zinssatz gilt ab diesem Datum für die Berechnung der Rückstellung.
In der Menüleiste unter Ausdruck → Berechnungsrelevante Einstellungen drucken kann ein Ausdruck erstellt werden, auf dem ersichtlich ist, mit welchem Prozentsatz gerechnet wird und ab wann dieser gültig ist.
Auch die Erfassung eines negtiven Zinssatzes ist möglich.
Dies kann auf zwei Arten erfolgen:
- Entweder durch die dirkte Eingabe eines negativen Realzinssatzes.
- Oder durch die Kombination aus Nominalzinssatz und Gehaltssteigerung, wobei die Gehaltssteigerung im Reiter "Allgemein" gepflegt wird.
Grundsätzlich werden die Abfertigungsansprüche bei Teilübertritten mit den Rentenendwertfaktoren ermittelt. Wird die Einstellung auf "Ja" gestellt, werden die Ansprüche der Teilübertritte vom Pensionierungsdatum auf den Bilanzstichtag abgezinst (Barwert).
Abfertigungsrückstellung mit Abzinsung bei Teilübertritt:

Abfertigungsrückstellung
ohne Abzinsung bei Teilübertritt:
Im Block IFRS kann der Zinssatz Abfertigung IFRS hinterlegt werden. Wird kein individueller Zinssatz eingeben, wird die Abfertigungsrückstellung IFRS mit dem BMD Standard von 2,00 gerechnet.
Genauso kann hier auch der "Ansparzeitraum IFRS Dienstjahre bis" bestimmt werden.
Im Feld "Zinssatz Abfertigung IFRS" hinterlegen Sie den Zinssatz für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung nach IFRS.
Den Ansparzeitraum der IFRS-Dienstjahre können Sie entweder bis zum Pensionsantritt oder bis maximal zum Entgeltmultiplikator festlegen.
Nach Abschluss der Personalrückstellungsberechnung eines Mandanten sollten Sie die
Personalrückstellungen sperren sowie die
Berechnungseinstellungen und
Berechnungsnachweise archivieren. Dies gewährleistet, dass der Originalzustand bei späteren Änderungen – aus welchem Grund auch immer – relativ einfach wiederhergestellt werden kann.