Grundlegende Informationen zum Paket Produktionsplanung und -steuerung finden Sie unter
Erste Schritte PPS.
Um Buchungen zu Produktionslosen zu korrigieren, gibt es abhängig vom Ablauf und Umfang verschiedene Empfehlungen für das Vorgehen.
Hinweis | Die Ziele für korrekte Rückmeldungen am Produktionslos sind unter anderem: - Auswertungen der Produktionsdaten stellen richtige Daten dar.
- Einstandspreisaufrollungen für die hergestellten Produkte berücksichtigen die tatsächlichen Aufwendungen.
- Für Herkunfts- und Verwendungsnachweise (bei chargen- und/oder seriennummerngeführten Artikeln) ist es essenziell, die Materialien dem jeweils hergestellten Produkt zuordnen zu können.
Falls es sich bei den Produktionsrückmeldungen um Rückmeldungen zum eingesetzten Material bzw. zu den hergestellten Produkten handelt, ist stets auch möglich, lediglich die Lagermenge des betroffenen Artikels durch eine (oder mehrere) manuelle Lagerbuchung richtigzustellen.
Dies sollte allerdings als letzte Option betrachtet werden, weil dadurch der Bezug zum Produktionslos nicht mehr gegeben ist und somit die oben genannten Ziele (wie etwa die Aufrollungen der Produkteinstandspreise) nicht mehr erreicht werden.
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Zu unterscheiden ist, mit welchem Ablauf die Buchungen in der Produktion entstanden sind:
Zusätzlich muss unterschieden werden, in welchem Umfang es Korrekturen geben soll.
- Alle Buchungen eines Produktionsloses
- oder einzelne Teilbereiche
- Buchungen für Produkte
- Buchungen von Stücklistenpositionen
- BDE-Stempelungen
- Arbeitsplatz- und Mitarbeiteraufzeichnungen
Sollen alle Buchungen betreffend eines
Produktionszugangs rückgängig gemacht werden, ist die Funktion für das Stornieren eines Produktionszugangs zu empfehlen.
Durch das Ausführen dieser Funktion in der
Produktionszugangsübersicht werden – sofern die ursprünglich auf Lager zugebuchten Produkte noch am betreffenden Lager vorhanden sind – alle dazugehörigen Lagerbuchungen des betroffenen Lieferscheins rückgängig gemacht. Ein Storno inklusive Rückbuchungen ist nur auf Basis des gesamten Lieferscheins möglich, nicht für einzelne Produktionszugangspositionen.
Für Zugänge, die über das Fenster "Produktionszugang" gebucht werden, ist es nicht möglich, diese einzeln zu korrigieren.
Die Empfehlung ist hier, den Produktionszugang komplett zu stornieren (
Storno Produktionszugang). Dieser macht alle Buchungen eines gesamten Lieferscheins samt Stücklistenpositionsabbuchungen rückgängig. Über einen neu erfassten Produktionszugang können dann die korrekten Mengen und Daten erfasst werden.
Falls das Storno nicht mehr möglich ist (weil etwa die Zugangsmenge nicht mehr vollständig am Lager liegt), kann über eine manuelle Lagerbuchung die Lagermenge des Produkts angepasst werden.
Für den Fall, dass es keine zu buchenden Produkte gibt, können entnommene Stücklistenpositionen über andere Wege (z. B. manuelle Buchung) vom Lager abgebucht werden.
Korrekturbuchungen, die Stücklistenpositionen im Produktionszugang betreffen, sollten lediglich im Fenster
Produktionszugangsübersicht im Bereich Stücklisten durchgeführt werden. Dazu gibt es abhängig von der gewünschten Korrektur verschiedene Funktionen.
Zusätzlich zu erfassende Stücklistenpositionen können entweder mit der Funktion "Rückmelden" (
Materialrückmeldung via Funktion "Rückmelden") auf bereits bestehende (gebuchte) Stücklistenpositionen oder über die Funktion "Neu" mit anschließender Ausführung der Funktion "Rückmelden" erfasst werden. Bei bereits fertigen/stornierten Produktionslosen muss zwingend ein Begründungstext vor der Buchung eingegeben werden.
Für die Korrektur von Buchungen für Produkte, die nicht über den Produktionszugang angelegt wurden, sind folgende PPS Parameter zu beachten:
PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS → Produkte
| Parameter | Beschreibung |
| Bestimmt das Verhalten beim Bearbeiten oder Löschen der produzierten Menge (am Produktdatensatz). Dieser Parameter wird auch bei der Eingabe einer negativen Produktmenge berücksichtigt. 1 - Automatisch: Die Lagerstandsprüfung sucht zuerst am gewählten Lagerkonto. Wenn die Menge dort nicht ausreicht, wird versucht, anhand der SSCC-Nummer ein Lagerkonto zu finden. Als Rückfallebene wird in allen Lagerorten gesucht und das erste gefundene Lagerkonto herangezogen.
2 - Lt. Produktdaten (Lagerort, Lagerplatz): Ist am Lagerkonto lt. Produkt zu wenig Lagermenge für eine Korrektur vorhanden, wird die Mengenanpassung unterbunden.
3 - Lt. Lagernummer (Lagerstandsprüfung lt. Lagerort der Produktdaten): Bei der Lagerstandsprüfung wird im gesamten Lagerort gesucht und nicht nur auf dem einen Lagerplatz. |
| Bestimmt das Buchungsdatum für die Lagerbuchung, die durch Bearbeiten eines Fertigprodukts erstellt wird. Achtung! Wird mit Qualitätskontrolle gearbeitet, ist zwingend "2-Tagesdatum" zu verwenden.
1 - Buchungsdatum lt. Parameter Es wird das Buchungsdatum lt. Parameter Buchungsdatum für Produktionszugang ermittelt. Dies ist dann einzustellen, wenn die Korrektur mit dem Original-Buchungsdatum erfolgen soll.
2 - Tagesdatum Die Korrektur wird mit dem aktuellen Zeitpunkt ausgeführt.
Beispiele für Produktbearbeitungen: - Umbuchungen von Status "30 - Beobachtung" auf Status "21 - OK"
- Mengenänderungen der Produktmengen
- Buchungsdatum für negative ZUG2-Lagerbuchung beim Löschen des Produkts
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Hinweis zum Löschen von BDE-Stempelungen mit Gut- oder Schlechtmengen |
Löst das Abstempeln einer BDE-Stempelung das Zubuchen eines Produkts aus, löst das Löschen der BDE-Stempelung auch eine Stornobuchung des Produkts am Lager aus.
Gibt es dazu auch retrograde Materialbuchungen, werden auch diese rückgängig gemacht. Gibt es zum Zeitpunkt des Löschens die Produktmenge nicht mehr auf Lager, wird die BDE-Stempelung trotzdem gelöscht. Es erscheint eine Achtung-Meldung: "X Stk mit Status XX konnten nicht abgebucht werden, da am Lager nicht mehr vorrätig!"
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Gibt es zum angelegten Produktdatensatz eine retrograde Materialrückmeldung, gibt es einen unwiderruflichen Zusammenhang zwischen Produkt und Stücklistenpositionen.
Ein Löschen des Produkts hat somit zwingend eine Retourbuchung des Materials zur Folge. Auch Bearbeitungen der Produktmengen haben eine automatische Korrektur der dazu verknüpften Stücklistenpositionen zur Folge.
Ob es zu einem Produkt eine retrograde Materialrückmeldung gibt, können Sie wie folgt herausfinden:
Gibt es Stücklistenpositionen, die aufgrund der Zubuchung des Produkts automatisch abgebucht worden sind, kommt beim Versuch des Löschens des Produkts folgende Hinweismeldung:
"Für dieses Produkt gibt es noch Zuordnungs- und Protokollierungsdatensätze, daher kann das Produkt nicht gelöscht werden, sondern die Mengen werden auf 0 gesetzt."
- Auf 0 setzen: Es werden vorhandene Produkte lt. Logik des PPS Parameters Lagerfindung und Lagerstandsprüfung bei Produktkorrektur (PPS → Stammdaten → Einstellungen → PPS Parameter → PPS → Produkte) vom Lager wieder abgebucht. Stücklistenpositionen, die retrograd abgebucht worden sind, werden wieder auf Lager zugebucht. Alle Buchungen finden mit dem gleichen Buchungsdatum statt, mit dem die Zu- bzw. Abgangsbuchungen gebucht worden sind.
- Abbrechen: Der Vorgang wird ohne Durchführung von Korrekturen abgebrochen.
Gibt es zu einem Produkt keine retrograde Materialrückmeldung, können der Produktdatensatz gelöscht oder die Produktmengen bearbeitet werden.
Im Hintergrund finden automatisch Korrekturbuchungen mit dem Lagerbuchungskennzeichen "ZUG2" statt.
Für die Korrektur von Stücklistenpositionen, die nicht über den Produktionszugang bzw. retrograd gebucht worden sind, wird in den meisten Fällen abhängig von der gewünschten Korrektur mit den Funktionen aus dem
Materialeinsatz gearbeitet.
Zudem gibt es auch die Möglichkeit, über das Fenster
Buchen Korrekturen von Stücklistenpositionen durchzuführen (siehe auch
Manuelles Lagerbuchen in die Auftragsstückliste). Dabei ist auf die korrekte Eingabe des Buchungsdatums zu achten, damit Stücklistenpositionen mit dem möglichst gleichen Einstandspreis auf Lager zurückgebucht werden.
Für die Korrekturen und Ergänzungen von Stücklistenpositionen gibt es außerdem eigene PPS MDE-Arten "Produktion Retourwarenerfassung" und "Produktion Zusatzmaterialabgang" (siehe auch
Überblick PPS MDE-Funktionen).
Zusätzlich zu erfassende Stücklistenpositionen können entweder mit der Funktion "Rückmelden" (
Materialrückmeldung via Funktion "Rückmelden") auf bereits bestehende (gebuchte) Stücklistenpositionen oder über die Funktion "Neu" mit anschließender Ausführung der Funktion "Rückmelden" erfasst werden. Bei bereits fertigen/stornierten Produktionslosen muss zwingend ein Buchungstext vor der Buchung eingegeben werden.
Wurde die retrograde Materialrückmeldung bei der Produktbuchung abgebrochen, das Produkt aber trotzdem gebucht, kann durch die Funktion
Material retrograd rückmelden im Fenster "BDE-Produkt" die retrograde Materialrückmeldung nachgeholt werden.
Gibt es gewünschte BDE-Stempelungen, die Arbeitsplatz- oder Mitarbeiteraufzeichnungen erstellen, können BDE-Stempelungen im Fenster
BDE-Stempelungen bearbeitet, gelöscht oder neu angelegt werden.
Notwendig sind diese,
- wenn es z. B. Änderungen im Tagesmodell oder in den Zeitaufzeichnungen (Kommen/Gehen) eines Mitarbeiters im Nachhinein gegeben hat und die BDE-Stempelung dementsprechend angepasst werden muss
- oder wenn gar keine Arbeitsplatz- und Mitarbeiteraufzeichnungen beim Speichern der BDE-Stempelung geschrieben werden.
Hinweis zum Löschen von BDE-Stempelungen mit Gut- oder Schlechtmengen |
Löst das Abstempeln einer BDE-Stempelung das Zubuchen eines Produkts aus, löst das Löschen der BDE-Stempelung auch eine Stornobuchung des Produkts am Lager aus.
Gibt es dazu auch retrograde Materialbuchungen, werden auch diese rückgängig gemacht. Gibt es zum Zeitpunkt des Löschens die Produktmenge nicht mehr auf Lager, wird die BDE-Stempelung trotzdem gelöscht. Es erscheint eine Achtung-Meldung: "X Stk mit Status XX konnten nicht abgebucht werden, da am Lager nicht mehr vorrätig!"
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Gibt es Arbeitsplatz- oder Mitarbeiteraufzeichnungen, die nicht über den Produktionszugang oder eine BDE-Stempelung angelegt worden sind (z. B. durch CAM- oder CSV-Import), können diese beispielsweise in den Fenstern
Arbeitsplatzaufzeichnungen bzw.
Projektleistungserfassung bearbeitet oder gelöscht werden.