Über die Zuweisung von Artikeln zu einer Tätigkeit ist es möglich, automatisch bei der Autorisierung einer Leistung mit der Tätigkeit (= Zeitleistung) weitere Leistungen je zugewiesenem Artikel (= Folgeartikelleistungen) zu erzeugen. Dies kann Zeit in der Leistungserfassung ersparen und fehlerhafte Eingaben verhindern, wenn mit dieser Tätigkeit immer dieselben Artikel anfallen.
Die Zuweisung von Artikeln zu Tätigkeiten wird in der LEA in Form eines
Folgeartikels (LEA) abgewickelt.
Hinweis Erklärung Zusatz "(LEA)" im Begriff "Folgeartikel (LEA)" | Der Zusatz "(LEA)" im Begriff "Folgeartikel (LEA)" dient der Abgrenzung zur gleichlautenden Funktionalität "Folgeartikel" in der WWS. Der Folgeartikel wird in der WWS jedoch an anderer Stelle (direkt im Stamm der Tätigkeit und daher nicht in einem eigenen Bereich) hinterlegt.
Beachten Sie bitte, dass für eine bessere Lesbarkeit in den weiteren Ausführungen sowie in den Programmteilen der LEA mit dem Begriff "Folgeartikel" auch ohne dem Zusatz "(LEA)" die Funktionalität "Folgeartikel (LEA)" gemeint ist.
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Einsatzmotiv und Verwendungszweck
Durch den Einsatz von Folgeartikeln erreichen Sie beispielsweise eine automatisierte und schnelle Berechnung von Zulagen, die in weiterer Folge über die Leistungserfassung in die Kore bzw. zur Weiterverrechnung über die Warenwirtschaft auch in die Auftragsvorerfassung übergeleitet werden können.
Hauptsächliches Anwendungsgebiet sind zum Beispiel die rudimentäre Erzeugung von SEG-Zulagen (ohne komplexe Logik und wenn zur Weiterverrechnung/als Aufwand in der Kore benötigt) und dies speziell im Bau-/Baunebengewerbe, im Zusammenhang mit Arbeitskräfteüberlassungen. Jedoch kann diese Funktionalität auch für andere Abläufe genutzt werden, wo sich eine Artikel-Menge direkt von einer zugrunde liegenden Zeitleistung ableiten lässt. So lassen sich mit nur einer Zeitleistung mehrere Stundensätze in die Kore überleiten (siehe FAQ
Wie können mehrere Stundensätze mit einer Leistung in die Kore übergeleitet werden?).
Abgrenzung zu anderen Programmfunktionalitäten
Beachten Sie, dass automatisch erzeugte, zusätzliche Leistungen auch über die Aktivierung der
Verwaltungspauschale anfallen. Diese dient in der Honorarabrechnung dazu, einen prozentuellen Betragsaufschlag zu berechnen und auszuweisen.
Wenn Artikel zu einer bestimmten Tätigkeit nicht immer, aber häufig anfallen, kann für eine schnelle Erfassung die Funktionalität
Zusatzmengen erfassen eingesetzt werden. Für die Anlage der Leistung des Artikels werden hier bestimmte Leistungsbestandteile der Zeitleistung übernommen, was ebenfalls eine Zeitersparnis und Vermeidung von Fehlern mit sich bringt.
Um die automatische Erzeugung von Folgeartikelleistungen bei der Autorisierung verwenden zu können, ist eine funktionierende Leistungserfassung Voraussetzung und daher der Erwerb einer der beiden Lizenzen "Leistungserfassung und Abrechnung (16)" oder "BMD NTCS Projektleistungserfassung (111)".
Als Voraussetzung gilt weiters, dass bereits die passenden
Tätigkeiten sowie die passenden
Artikel, die als Folgeartikel verwendet werden sollen, vorhanden sind. Weder die Tätigkeit noch der Artikel benötigt bestimmte Voraussetzungen in den Stammdaten. Es gibt nur eine Ausnahme: Ein Artikel mit aktiviertem Feld
Zusatzmengen erfassen ist für andere Automatiken vorgesehen (siehe Funktion
Zusatzmengen erfassen) und darf daher nicht als Folgeartikel verwendet werden.
Der gewünschten Tätigkeit muss im Bereich
Folgeartikel (LEA) unter Stammdaten
→ LEA
→ Tätigkeiten ein Folgeartikel angelegt werden. Dieser Bereich ist im Standard-Layout des Fensters
Tätigkeiten nicht fix enthalten und muss daher über das Layout eingeblendet werden.
Markieren Sie die gewünschte Tätigkeit, welcher Sie Folgeartikel hinterlegen möchten. Legen Sie je benötigtem Folgeartikel einen Datensatz an und weisen Sie den passenden Artikel zu. Unter einer Tätigkeit können auch mehrere Folgeartikel angelegt werden.
Jedem Folgeartikel muss im Feld
Modus hinterlegt werden, wie die
Menge der Folgeartikelleistung ausgehend von der Zeitleistung berechnet werden soll. Hier gibt es vier unterschiedliche Modi zur Auswahl:
- Zeitdauer = Menge (Standard)
Die Industriezeit der Leistung der Tätigkeit ist auch die Menge der Leistung des Folgeartikels. Für die Umwandlung der Dauer in die Menge wird immer die Industriezeit herangezogen, auch wenn Sie die Zeitleistung in Normalzeit eingeben bzw. anzeigen lassen (z. B. 2,25 Eingabe Normalzeit = 2,42 Umrechnung in Industriezeit; ergibt 2,42 Stück).
- Zeitdauer gerundet
Für die Menge der Leistung des Folgeartikels wird die Industriezeit der Leistung der Tätigkeit als Basis herangezogen und auf die nächste ganze Zahl aufgerundet (z. B. 2,25 Eingabe Normalzeit = 2,42 Umrechnung in Industriezeit; ergibt 3 Stück).
- Pro Leistung (= 1)
Jede Leistung des Folgeartikels erhält fix die Menge 1.
- Mengeneingabe = Menge
Die Menge der Leistung des Folgeartikels wird durch die manuelle Eingabe im Feld Menge für Folgeartikel auf der Leistung der Tätigkeit definiert. Bitte beachten Sie, dass dieses Feld jedoch in der Wochenerfassung und Projektwochenerfassung nicht zur Verfügung steht.
Achtung! | Bitte beachten Sie, dass Folgeartikel nicht historisch geführt werden. Sobald die Verknüpfung zwischen Tätigkeit und Artikel vorhanden ist, wird bei jeder Autorisierung der zugehörigen Zeitleistung eine Folgeartikelleistung erstellt, auch wenn es sich um eine Leistung mit einem längst vergangenen Leistungsdatum handelt.
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In der Leistungserfassung (z. B.
Projektleistungserfassung) erfassen Sie die benötige Zeitleistung, sprich die Leistung mit der passenden Tätigkeit.
Wenn Sie einen Folgeartikel mit dem Modus "Mengeneingabe = Menge" verwenden, müssen Sie bereits beim Erfassen der Zeitleistung das Feld
Menge für Folgeartikel mit einem Wert größer 0 befüllen, ansonsten ist die Zeitleistung nicht korrekt.

Sobald die Zeitleistung
autorisiert wird, erzeugt das Programm automatisch für jeden der Tätigkeit hinterlegten Folgeartikel eine Folgeartikelleistung und autorisiert diese ebenfalls. Die Folgeartikelleistung weist im Feld
Tät.-/Art.-Nr. jenen Artikel auf, der für den Folgeartikel ausgewählt worden ist. Im Feld
Typ ist anhand des Symbols

klar ersichtlich, dass diese Leistung über einen Folgeartikel erstellt worden ist. Das Feld
Menge wird auf der Folgeartikelleistung mithilfe des eingestellten
Modus am Folgeartikel und der Industriezeit der Zeitleistung befüllt. Jede erzeugte Folgeartikelleistung wird dabei wie eine manuell eingegebene Barauslage mit Selbstkostenpreis bzw. Verrechnungspreis (wenn vorhanden) bewertet.

Folgeartikelleistungen existieren im Programm ausschließlich im Status "Autorisiert". Sie können niemals manuell als Folgeartikelleistung neu erfasst, gelöscht oder bearbeitet werden. Beim Auflösen der Autorisierung werden die Folgeartikelleistungen wieder gänzlich gelöscht.
Wenn Sie die Autorisierung durchgeführt haben und die gewünschten Folgeartikelleistungen erzeugt worden sind, stehen diese genauso wie die anderen Leistungen für eine Weiterbehandlung in anderen Programmteilen zur Verfügung. Somit können diese beispielsweise als (kalkulatorische) Kosten in die Kore oder zur Weiterverrechnung über die Warenwirtschaft auch in die Auftragsvorerfassung übergeleitet werden. Für weitere Informationen zu diesen Themen beachten Sie bitte die Ausführungen unter
LEA-KORE-Anbindung (aufwandseitig) und
Übernahme aus der PLE in die Auftragsvorerfassung.
Über den Mechanismus der Erfassung von Zusatzmengen (siehe auch Fenster
Zusatzmengen erfassen) werden die Zeitleistung und die daraus entstandenen Folgeartikelleistungen zusammengehalten und sind daher miteinander verknüpft. Dies ist im Feld
Verteilungs-ID Zusatzmengen ersichtlich, in dem alle zusammengehaltenen Leistungen die
LeistungLfdNr der Zeitleistung aufweisen.
Durch diese klare Verbindung werden die Folgeartikelleistungen auch wieder gelöscht, wenn Sie die Autorisierung der betroffenen Zeitleistung auflösen.
Hinweis Berücksichtigung der Verbindung zwischen Zeitleistung und Folgeartikelleistung | Bitte beachten Sie, dass diese Verbindung zwischen der Zeitleistung und der Folgeartikelleistung nicht in jedem Ablauf berücksichtigt werden kann. So wird beispielsweise beim Kopieren und Einfügen einer autorisierten Zeitleistung, zu der bereits Folgeartikelleistungen existieren, auch nur die Zeitleistung eingefügt, da die zugehörigen Folgeartikelleistungen erst wieder bei der Autorisierung der eingefügten Zeitleistung erzeugt werden.
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