Qualifikationen dienen als Darstellungswerkzeug für Fähigkeiten und Kenntnisse von Mitarbeitern und Bewerbern. Sie können ebenfalls als Anforderungskriterien für Stellenbeschreibungen und Jobs verwendet werden. Diese können in weiterer Folge mit dem Mitarbeiter bzw. Bewerber verglichen und ausgewertet werden.
In den PI Stammdaten werden die Qualifikationen in drei Kategorien unterteilt, wobei die Qualifikationen an sich am häufigsten in Verwendung sind.
Der Aufbau von Qualifikationen ist im System fix vorgegeben. Sie bestehen immer aus Ausprägungen und einem Bewertungsschema, welches für alle Ausprägungen der Qualifikation gleichermaßen gültig ist.
Das Personalinformationssystem bietet einen umfangreichen Katalog an Standardqualifikationen, die sofort verwendet werden können. Der Import dieser Standardqualifikationen ist im Paket PI im Menüpunkt Stammdaten - Schnittstellen - Import PI-Standards zu finden.
Diese importierten Qualifikationen können anschließend beliebig bearbeitet und erweitert werden.
Hinweis
Werden die Standardqualifikationen nachträglich importiert, so werden keine bestehenden Qualifikationen überschrieben.
Die Qualifikationen werden in den PI Stammdaten unter Qualifikationen - Qualifikationen mit der Funktion "Neu" bzw. F5 angelegt.
Folgende Felder können befüllt werden:
Hauptgruppen-Bez
Name bzw. Bezeichnung der Qualifikation (z. B. Sprachkenntnisse)
Matchcode
Kurzbezeichnung für die Standardsuche im Filterwerkzeug
Bewertungstyp
Um festzulegen, ob eine Qualifikation fix angelegte Bewertungsmuster enthält oder ob ein Zahlenwert erfasst wird, der aufsteigend bzw. absteigend zu bewerten ist.
Karrieren
Bietet die Möglichkeit, zu entscheiden, ob es sich um Vordienstzeiten oder Ausbildungen handelt. Durch dieses Kennzeichen stehen diese Qualifikationen nur in Suchdialogen für die Erfassung des elektronischen Lebenslaufs zur Verfügung.
Qualifikation
Durch dieses Kennzeichen kann diese Qualifikation nur in Suchdialogen, die Qualifikationen unterstützen, erfasst werden. Dazu gehören Qualfikationen bei Mitarbeitern, Bewerbern, Jobs, Stellen und Ausbildungsstämmen
Onlinebewerbung
Durch die Kennzeichnung "Onlinebewerbung" wird diese Qualifikation im Onlineportal angeboten.
Aktiv
Durch das Kennzeichen "Aktiv" können Qualifikationen, die nicht mehr verwendet werden sollen, deaktiviert werden. Dies kann eine Neuberechnung der Bewerbungspunkte in sämtlichen angelegten Jobs, die die Qualifikation enthalten, auslösen.
Bei der Anlage der Qualifikationen kann entschieden werden, ob es sich um eine Qualifikation oder um einen Karriereeintrag handelt.
Fähigkeiten und Kenntnisse von Personen werden als Qualifikationen dargestellt. Diese sind auch unter Begriffen wie Kompetenzen, Soft Skills und Hard Facts bekannt. Sie werden verwendet, um Kenntnisse von Bewerbern oder Mitarbeitern in Jobs oder Stellen abzubilden.
Qualifikationen können historisch geführt werden. Das bedeutet, dass beim Erfassen der Qualifikation beim Mitarbeiter bzw. Bewerber ein Gültig-ab-Datum abgefragt wird. Dazu muss das Feld "Historische Datenführung" für die Qualifikation über die Feldauswahl eingeblendet und mit der Checkbox aktiviert werden:
Diese Einstellung kann je Qualifikation einzeln definiert werden. Wie mit historischen Qualifikationen gearbeitet wird, ist im Kapitel 8 Arbeiten mit historischen Qualifikationen genauer erklärt.
Hinweis
Die historische Datenführung kann nur bei Qualifikationen aktiviert werden. Ansonsten ist das Feld inaktiv.
Zur Erfassung eines elektronischen Lebenslaufs werden Qualifiktionen mit dem Kennzeichen "Karriere" benötigt. Diese werden wiederum in zwei Arten unterteilt.
1. Karriere - Ausbildung
In diesem Bereich werden besuchte Schulen oder Universitäten erfasst.
2. Karriere - Vordienstzeiten
Unter diesem Kennzeichen werden Vordienstgeber bzw. Tätigkeiten in anderen Firmen erfasst.
Ausprägungen sind die unterschiedlichen Varianten, in denen eine Qualifikation auftreten kann. Beispielsweise wären das bei einer Qualifikation wie Sprachkenntnisse, die für das Unternehmen relevanten Sprachen (Deutsch, Englisch ...).
Untergruppen-Bez
Bezeichnung der jeweiligen Ausprägung. Bei der Hauptgruppe "Sprachkenntnisse" könnten Untergruppen ev. "Deutsch", "Englisch", "Spanisch" ... sein.
Matchcode
Wiederholung der Bezeichnung. Der Matchcode wird in allen Suchroutinen verwendet.
Der Matchcode kann theoretisch abgeändert werden, wenn man die Ausprägung unter einem anderen Begriff finden möchte.
Die Bewertungen dienen zur Messung, in welcher Qualität Bewerber oder Mitarbeiter eine Qualifikation besitzen. Ebenso sind sie das Instrument zur Definition von Mindestanforderungen im Bereich der Jobs und Stellenbeschreibungen.
Hinweis
Die Bewertungen von Qualifikationen sind entsprechend der Schulnotenlogik aufgebaut, d. h. je kleiner die Nummer, desto besser die Bewertung. Wir empfehlen, Bewertungen in 10er Schritten anzulegen, damit bei Bedarf noch Bewertungen dazwischen eingefügt werden können.
Beispiel: 10 - Muttersprache, 20 - Fließend in Wort und Schrift, 30 - Grundkenntnisse usw.
Bei der Anlage der Bewertungen ist darauf zu achten, dass nicht zu viele Bewertungen angelegt werden. Empfohlen ist eine Menge von maximal 5 Bewertungen. Durch die natürliche Tendenz zur Mitte würden ansonsten viele Bewertungen im Mittelfeld liegen und die Aussagekraft verloren gehen.
Beschreibung
Bezeichnung der Bewertung, z. B. Muttersprache, Grundkenntnisse etc.
Matchcode
Kurzbezeichnung für die Standardsuche des Filterwerkzeugs
Im Mitarbeiter- bzw. Bewerberstamm steht der Reiter "Qualifikationen" zur Verfügung. Dort werden alle bereits erfassten Qualifikationen aufgelistet. Neue Qualifikationen können mit der Funktion "Neu" (F5) angelegt und bestehende mit "Bearbeiten" (F6) geändert werden.
Qualifikation
Name bzw. Bezeichnung der Qualifikation (z. B. Sprachkenntnisse)
Ausprägung
Bezeichnung der jeweiligen Ausprägung. Bei der Hauptgruppe "Sprachkenntnisse" könnten Untergruppen ev. "Deutsch", "Englisch", "Spanisch" ... sein.
Bewertung
Die Bewertung der Qualifikation, die dem Mitarbeiter/Bewerber zugewiesen werden soll (z. B. Muttersprache oder Grundkenntnisse bei Sprachkenntnissen)
Beschreibung
Bezeichnung der Bewertung z. B. Muttersprache, Grundkenntnisse etc.
Notiz
Das Notizfeld bietet die Möglichkeit, Anmerkungen zur Qualifikation zu erfassen.
Ablaufdatum
Jenes Datum, mit dem diese Qualifikation ihre Gültigkeit verliert. Kann automatisch durch die Qualifikationen im Ausbildungsstamm befüllt werden.
Selbsteinschätzung
Bewertung der Selbsteinschätzung durch den Mitarbeiter oder Bewerber.
Dok
Hier kann ein Dokument zur Qualifikationen zugeordnet bzw. archiviert werden.
Hinweis
Jede Ausprägung einer Qualifikation kann pro Mitarbeiter/Bewerber nur einmal erfasst werden.
Zusätzlich zur Erfassung über den Reiter Qualifikationen kann im Mitarbeiter- bzw. Bewerberstamm auch in der Qualifikationsbaum verwendet werden. Der Einstieg erfolgt über einen Rechtsklick auf den Mitarbeiter/Bewerber - Qualifikationen - Qualifikationen:
Im linken Fenster werden alle verfügbaren Qualifikationen im Baum aufgelistet. Mit "+" öffnen sich die Ausprägungen mit den möglichen Bewertungen. Ein Doppelklick auf die gewünschte Bewertung legt die Qualifikation automatisch beim Mitarbeiter an. Alternativ kann die Qualifikation mit einem Rechtsklick auf die Bewertung hinzugefügt werden:
Qualifikationen müssen nicht zwingend manuell bei der jeweiligen Person hinterlegt werden. Ist die BMD Onlinebewerbung in Verwendung, so können Bewerber ihre Qualifikationen, Ausbildungen und Vordienstgeber erfassen. Mitarbeiterseitig besteht die Möglichkeit, Qualifkationen auf Ausbildungsstämmen zu hinterlegen, welche bei positiver Teilnahme automatisch auf die Person übertragen werden. Für eine schnelle Ersterfassung von Qualifikationen steht der CSV Import zur Verfügung.
Damit eine Qualifikationen in der Onlinebewerbung erfasst werden kann, muss dieses aktiviert werden:
Zusätzlich müssen die Felder "Qualifikationen", "Ausbildungen" und "Lebenslauf" in der Onlinebewerbung angeboten werden. Daher sind die Onlinebewerbung Einstellungen zu kontrollieren. In welchem Bereich die Qualifikationen des Bewerbers erfasst werden kann, hängt davon ab, ob es sich um eine Karriere oder eine Qualifikation handelt.
Qualifikationen werden in der Onlinebewerbung im Feld "Qualifikationen" abgefragt:
Bewerber/innen können die Erfassung von Qualifikationen durch einen Mausklick auf die Schaltfläche "Neu" im linken oberen Fensterbereich starten:
Dadurch öffnet sich die Auswahlmaske für die angebotenen Qualifikationen:
Weiters kann in den Onlinebewerbung Einstellungen definiert werden, dass die am Job hinterlegten Qualifikationen als Anforderungen abgefragt werden bzw. dass sie verpflichtend angegeben werden müssen.
Hinweis
Wichtig ist, im Vorfeld festzulegen, ob die Bewertung der Qualifikationen in das Feld "Bewertung" oder "Selbsteinschätzung" eingetragen wird:
Wird hier "Selbsteinschätzung" gewählt, könnte man im Zuge des Bewerbungsprozesses die Qualifikationen aus Sicht des Unternehmens hinterlegen und dann Vergleiche ziehen.
Hinweis
Die erfassten Qualifikationen werden beim Onlinebewerber bzw. in weiterer Folge beim Bewerber automatisch am Reiter "Qualifikationen" aufgelistet.
Mitarbeiter erwerben durch das Besuchen von Fortbildungen auch Qualifikationen. Damit diese nicht extra nach Abschluss der Ausbildung erfasst werden müssen, können die Qualifikationen bei den Ausbildungsstämmen zugewiesen werden. Durch positiven Abschluss einer Ausbildung werden diese Qualifikationen dann bei den Mitarbeitern vom System eingetragen.
Im Registerblatt "Qualifikationen" können ein oder mehrere Qualifikationen zu einem Ausbildungstamm erfasst werden. Angeboten werden alle Qualifikationen, die das Kennzeichen "Qualifikation" hinterlegt haben. Wie viele Qualifikationen durch den Abschluss einer Ausbildung erworben werden, kann von Ausbildung zu Ausbildung variieren. Genauso ist es möglich, dass bei einem Ausbildungstamm keine Qualifikationen hinterlegt sind.
Neue Qualifikationen können über die Funktion "Neu" (F5) oder über das Kontextmenü mit der rechten Maustaste angelegt werden.
Dabei stehen folgende Felder zur Verfügung:
Qualifikation
Name bzw. Bezeichnung der Qualifikation (z. B. Sprachkenntnisse)
Ausprägung
Bezeichnung der jeweiligen Ausprägung. Bei der Hauptgruppe "Sprachkenntnisse" könnten Untergruppen ev. "Deutsch", "Englisch", "Spanisch" ... sein.
Bewertung
Bewertung der Qualifikation, die durch Abschluss der Ausbildung erworben wird.
Beschreibung
Bezeichnung der Bewertung, z. B. Muttersprache, Grundkenntnisse etc.
Ablauftyp
Zeitgröße für die Gültigkeit der Qualifikation. Zur Verfügung stehen:
Tage
Woche
Monate
Jahre
Ablaufzeit
Dauer der Gültigkeit der Qualifkation nach Abschluss der Ausbildung.
Abhängig vom Ablauftyp sind die Qualifikationen beim PI-Mitarbeiter X Tage, Wochen, Monate oder Jahre gültig.
Hinweis
Nach Abschluss einer Ausbildung, die im Ausbildungsstamm Qualifikationen hinterlegt hat, werden diese im Mitarbeiterstamm automatisch eingetragen. Läuft die Qualifikation nach einer bestimmten Zeit wieder ab, so wird das Ablaufdatum automatisch in einer eigenen Spalte vermerkt.
Achtung!
Für den Ablauf von Qualifikationen kann keine automatische Benachrichtigung aktiviert werden. Es ist aber möglich, im Auswertungsdesigner Reports zu erstellen, auf denen Qualifikationen mit dem Ablaufdatum ersichtlich sind.
Unter Stammdaten - Einstellungen - Allgemeine PI Parameter müssen folgende Einstellungen im Pkt. 6 "Ausbildungsadministration" kontrolliert und ggf. angepasst werden:
Hier kann festgelegt werden, ob beim Setzen eines Teilnahmestatus des Typs "Ausbildung abgeschlossen" automatisch beim Mitarbeiter eine Qualifikation erzeugt wird. Dazu muss eine entsprechende Qualifikation mit Ausprägung und Bewertung im jeweiligen Ausbildungsstamm hinterlegt sein!
Werden die Qualifikationen historisch geführt, muss angegeben werden, ab wann die Qualifikation gültig ist.
Hier kann eingestellt werden, mit welchem "Gültig-ab-Datum" Qualifikationen, die historisch geführt werden, erzeugt werden sollen.
0 - Teilnahmestatusdatum (abgeschlossen): Das Datum, mit dem der Teilnahmestatus des Typs "Ausbildung abgeschlossen" (teilgenommen) gesetzt wird, wird beim Erstellen der Qualifikationen als "Gültig-ab-Datum" verwendet.
1 - Ende der Ausbildung: Das Endedatum der Ausbildungen wird beim Erstellen der Qualifikationen als "Gültig-ab-Datum" verwendet.
2 - Beginn der Ausbildung: Das Beginndatum der Ausbildungen wird beim Erstellen der Qualifikationen als "Gültig-ab-Datum" verwendet.
Über den Variablen PI Import können Qualifikationen, die automatisch nach Abschluss einer Ausbildung erzeugt werden sollen, auf den Ausbildungsstamm importiert werden. Der Einstieg erfolgt über die PI Stammdaten - Schnittstellen - Import PI-Variabel. Die Importart lautet "Ausbildungsstammqualifikationen":
Werden die Felder "Ablauftyp" und "Ablaufzeit" in die Feldauswahl aufgenommen, dann stellen diese Pflichtfelder dar und müssen somit befüllt werden. Der Wert Null ist nicht erlaubt.
Über den Variablen PI Import ist es möglich, Qualifikationen von Mitarbeitern bzw. Bewerbern mit ihrer Ausprägung und Bewertung zu importieren. Der Einstieg erfolgt über die PI Stammdaten - Schnittstellen - Import PI-Variabel. Die Importart lautet "Personenqualifikationen":
PI Qualifikationen können auch von der NTCS Zeiterfassung upgedatet werden, um spezielle Kenntnisse von Zeitbuchungen bzw. Tagesmodellen abhängig zu machen. Beispielsweise nutzen Bus- und Bahnbetriebe diese Automatik, da Mitarbeiter dort bestimmte Streckenkenntnisse vorweisen können müssen. Diese Kenntnisse erlangen sie, wenn sie regelmäßig spezielle Dienste (abgebildet über Tagesmodelle) absolvieren. Über den Tagesabschluss in der Zeiterfassung erfolgt die Prüfung, ob das Ablaufdatum der Qualifikationen aktualisiert werden muss.
Auf der gewünschten Qualifikation unter PI → Stammdaten → Qualifikationen → Qualifikationen wird eine Fristart hinterlegt. Auf der Fristart werden die Fristtage bzw. Fristmonate definiert. Diese dienen zur automatischen Ermittlung des neuen Ablaufdatums auf der Qualifikation.
Zuerst muss die entsprechende Qualifikation, in diesem Beispiel "Streckenkenntnis" mit den Ausprägungen "Linz, Wien und Salzburg", angelegt werden:
Die Fristart kann direkt auf der Qualifikation mithilfe des Feldes "Fristart" hinterlegt werden:
Im Paket ZEIT wird am gewünschten Tagesmodell unter Zeit → Stammdaten → Tagesmodelle am Reiter "Qualifikationen" die Qualifikation erfasst, die beim Tagesabschluss automatisch beim Mitarbeiter upgedatet werden soll.
Hinweis
Da es sich beim Fenster "Tagesmodelle" um ein Fenster mit flexiblem Layout handelt, kann der Bereich "Qualifikationen" optional eingeblendet werden.
Die Tagesmodelle müssen auf den Wochenmodellen, die bei den Mitarbeitern hinterlegt sind, natürlich zugewiesen sein.
Die erstmalige Hinterlegung der Qualifikation erfolgt manuell im PI Mitarbeiterstamm. Dort wird die Qualifikation am Reiter "Qualifikationen" eingetragen und das aktuelle gültige Ablaufdatum hinterlegt.
Wird nun in der Zeiterfassung ein Tagesabschluss für einen Tag durchgeführt, an dem Zeitbuchungen vorliegen und das gekennzeichnete Tagesmodell verwendet wird, so wird die Qualifikation des PI Mitarbeiters automatisch upgedatet.
Das neue Ablaufdatum ist nun der 10.07.2026, weil auf der Qualifikation die Fristart für 4 Monate hinterlegt worden ist.
Hinweis
Das Update der Qualifikationen aus der Zeiterfassung lässt sich auch mit Historischen Qualifikationen umsetzen. Dann ist historisch ersichtlich, wann das Ablaufdatum verlängert worden ist.
Die Qualifikationen der Mitarbeiter können optimal ausgewertet werden, wenn sie auch auf der Stellenbeschreibung hinterlegt werden, da anschließend Vergleiche zwischen Mitarbeitern einer Stelle möglich sind.
Zunächst müssen die Anforderungskriterien der jeweiligen Stellenbeschreibung zugeordnet werden.
Der Einstieg erfolgt im Paket PI unter Mitarbeiter - Stellenbeschreibungen. Oben wird die gewünschte Stellenbeschreibung markiert. Nun können am Reiter "Qualifikationen" neue Anforderungen mit der Funktion "Neu" bzw. F5 angelegt werden. Zu beachten sind die Felder "Regel", "Gewichtung" und "Musskriterium". Damit kann definiert werden, wie wichtig eine Qualifikation tatsächlich für diese Stelle ist.
Qualifikation
Name bzw. Bezeichnung der Qualifikation (z. B. Sprachkenntnisse)
Ausprägung
Bezeichnung der jeweiligen Ausprägung. Bei der Hauptgruppe "Sprachkenntnisse" könnten Untergruppen ev. "Deutsch", "Englisch", "Spanisch" ... sein.
Regel
Hier wird festgelegt, ob die Qualifikation genau die angegebene Mindestanforderung liefern muss oder ob die Bewertung besser oder schlechter sein sollte.
Mindestanforderung
Jene Ausprägung, die als Mindestanforderung für diese Qualifikation gilt.
Notiz
Notiz zur Qualifikation
Gewichtung
Hier wird angegeben, wie viele Punkte für das Erfüllen dieses Kriteriums erreicht werden können.
Musskriterium
Ausprägung ja/nein legt fest, ob diese Qualifikation ein Musskriterium ist. Bei Nichterfüllung eines Musskriteriums werden alle Punkte auf 0 gesetzt.
Beispiel
Ein Verkaufsmitarbeiter, der laufend national und international Kunden besucht, muss kontaktfreudig sein und einen Führerschein besitzen. Außerdem muss er dazu bereit sein, national und international zu reisen. Gute Deutschkenntnisse sind unabdingbar.
Diese Qualifikationen stellen MUSS-Kriterien dar, daher werden sie auch so gekennzeichnet. Wird eines davon nicht erfüllt, erhält der Mitarbeiter im Vergleich Stelle/Mitarbeiter null Punkte, weil er für diese Stelle nicht geeignet ist.
Es gibt noch weitere Qualifikationen, wie zusätzliche Fremdsprachen- und MS-Office-Kenntnisse, die für diese Stelle nicht zwingend notwendig sind. Erfüllt der Mitarbeiter diese, erhält er aber im Vergleich zu anderen Mitarbeitern mehr Punkte. Somit können die Qualifikationen mehrerer Mitarbeiter einer Stelle verglichen werden.
Über den Variablen PI Import ist es möglich, Mindestanforderungen an Mitarbeiter in Stellenbeschreibungen zu importieren. Der Einstieg erfolgt über die PI Stammdaten - Schnittstellen - Import PI-Variabel. Die Importart lautet "Stellenqualifikationen":
Die Auswertung Mitarbeiterfähigkeiten liefert je Mitarbeiter die Bewertung der auf der Stelle hinterlegten Mindestanforderungen. Zusätzlich angegebene Qualifikationen, die für die Stelle nicht relevant sind, aber angegeben worden sind, werden am Reiter "Qualifikationen" angezeigt.
Anforderungskriterium erfüllt
Anforderungskriterium nicht erfüllt
Anforderungskriterium nicht erfüllt, weil nicht bekannt
Hinweis
Die Combobox "Darstellung" ändert die Ansicht der Bewertung:
Symbole + / - / ?
Bewertung
Mithilfe der Funktion "Mitarbeiter zuordnen" können zusätzliche Mitarbeiter ausgewertet werden, welche nicht dieser Stelle zugeordnet sind. Der Skillfinder bietet die Möglichkeit, nach Mitarbeitern mit bestimmten Qualifikationen zu suchen.
Die Auswertung der Mindestanforderung liefert die Personenanzahl jener Mitarbeiter, welche je Stellenqualifikation die definierten Mindestanforderungen erreicht haben. Ebenso wird die Personenanzahl jener Stellenmitarbeiter geliefert, welche die Mindestanforderung nicht erreichen oder denen die Qualifikation im Mitarbeiterprofil zur Gänze fehlt.
Die Auswertung der Mindestanforderungen wird über alle Personen der Stelle zum Stichtag ausgeführt. Das Ergebnis liefert die Personenanzahl je Qualifikation in Bezug auf die Erfüllung der Mindestanforderung laut Stellenqualifikationen.
Die Reiter "Qualifikationen" und "Ausbildungsbedarf" stehen in diesem Fenster zu Informationszwecken zur Verfügung. Sie können daher nur angesehen, aber nicht bearbeitet werden.
Alle Mitarbeiter dieser Stelle, welche diese Qualifikation in den Mitarbeiterqualifikationen nicht hinterlegt haben.
Abweichung nicht erfüllt
Ermittelt die durchschnittliche Abweichung der Bewertung der Mitarbeiterqualifikation von der Mindestanforderung.
Beispiel
Die Mindestanforderung der Qualifikation ist die Bewertung 2 - Fließend in Wort und Schrift.
Eine Mitarbeiterin erfüllt diese um 2 Stufen (4 - Keine Kenntnisse) und eine weitere um 1 Stufe (3 - Grundkenntnisse) nicht. Die Gesamtabweichung beträgt somit 3 Stufen bei 2 Mitarbeitern. Daher der Wert 1,5 (3 Stufen / 2 MA) bei "Abweichung nicht erfüllt".
Erfüllungsgrad
Ist das Verhältnis zwischen "erfüllt" und "nicht erfüllt" in Prozent.
Hinweis
Die Personenanzahl, die unter "nicht vorhanden" ermittelt wird, wird in diese Verhältnisrechnung nicht miteinbezogen.
Vielmehr sollte diese Zahl eine Hilfestellung beim Nacherfassen und Bereinigen von fehlenden Mitarbeiterqualifikationen sein.
Einen einfachen Vergleich der Qualifikationen zwischen dem gewählten Mitarbeiter und der ihm zugeordneten Stelle bietet der Reiter "Zugeordnete Stellen" mit dem "Vergleich Stelle/Mitarbeiter" im PI Mitarbeiterstamm:
Unter der Spalte "Gewichtung" wird eine Summe der erreichten Punkte gebildet.
Diese Auswertung funktioniert analog zur Auswertung Mitarbeiterfähigkeiten, wobei die Ansicht nur auf den gewählten Mitarbeiter eingeschränkt ist.
Achtung!
Da der Mitarbeiter mehreren Stellen zugeordnet sein kann, muss am Reiter "Zugeordnete Stellen" zuvor die gewünschte Stelle markiert werden.
Qualifikationen können auch für das Bewerbermanagement verwenden werden. Werden auf den Jobs Mindestanforderungen definiert, können diese in weiterer Folge mit den Qualifikationen des Bewerbers verglichen werden.
Unter Stammdaten - Einstellungen - Allgemeine PI-Parameter - Pkt. 2 Bewerber sollte folgende Einstellung kontrolliert und ggf. angepasst werden:
Steuert, ob die Felder "Solleintrittsdatum" und "Gehalt" mit den Feldern "Frühestmöglicher Eintritt" und "Wunschgehalt" beim Vergleich zwischen Job und Bewerber ausgewertet werden.
Der Einstieg erfolgt im Paket PI unter Bewerber - Jobs. Im Zuge der Neuanlage eines Jobs wird nach der Eingabe der Stelle gefragt, ob die Qualifikationen der Stelle auf den Job übernommen werden sollen:
Wird diese Abfrage mit "Ja" bestätigt, müssen die Qualifikationen nicht doppelt auf der Stelle und auf dem Job erfasst werden. Die von der Stelle übernommenen Qualifikationen werden anschließend in den Jobqualifikationen aufgelistet:
Achtung!
Werden die auf dem Job hinterlegten Qualifikationen verändert, gelöscht oder erweitert, wirkt sich diese Änderung nicht auf die zugeordnete Stelle aus.
Hinweis
Jobs müssen nicht zwingend in Verbindung mit Stellen verwendet werden. Man kann auch Jobs ohne Stellen verwalten und die Qualifikationen direkt auf dem Job manuell zuordnen. Das komplette Potential wird aber ausgeschöpft, wenn man beide Instrumente verbindet.
Über den Variablen PI Import ist es möglich, Mindestanforderungen an Bewerber zu Jobs zu importieren. Der Einstieg erfolgt über die PI Stammdaten - Schnittstellen - Import PI-Variabel. Die Importart lautet "Jobqualifikationen".
Die Auswertung der Bewerberfähigkeiten liefert je Bewerber die Bewertung der auf dem Job hinterlegten Mindestanforderungen.
Anforderungskriterium erfüllt
Anforderungskriterium nicht erfüllt
Anforderungskriterium nicht erfüllt, weil nicht bekannt
Die genauen Bewertungen werden im Detailfenster "Vergleich Job/Bewerber" angezeigt, dazu ist zuvor der gewünschte Bewerber zu markieren. Unter der Spalte "Gewichtung" wird eine Summe der erreichten Punkte errechnet.
Ein Vergleich zwischen den Mindestanforderungen des Jobs und den Qualifikationen des Bewerbers kann zusätzlich im Bewerberstamm sowie im Fenster "Jobs" abgefragt werden.
Mitarbeiter können im Laufe Ihrer Tätigkeit im Unternehmen bestimmte Qualifikationen erwerben. Genauso können diese Qualifikationen auch wieder ablaufen, da sie z. B. aufgefrischt werden müssen. Um diese laufenden Veränderungen programmtechnisch festhalten zu können, ist es möglich, Qualifikationen historisch zu führen. Sie können anschließend zum Stichtag ausgewertet werden.
Wie eine Qualifikation historisch angelegt werden kann, ist bereits im Kapitel Anlage von Qualifikationen beschrieben worden. Wird die historische Datenführung für bereits verwendete Qualifikationen aktiviert, wird automatisch für jeden betroffenen Mitarbeiter bzw. Bewerber ein historischer Eintrag angelegt. Als Gültig-ab-Datum beim ersten historischen Eintrag wird das Eintrittsdatum des Mitarbeiters herangezogen.
Wird das Kennzeichen für die historische Datenführung bei einer Qualifikation entfernt, kommt automatisch die Abfrage, ob die historischen Einträge dieser Qualifikation erhalten bleiben oder gelöscht werden sollen:
Achtung!
Wird hier löschen gewählt, werden alle historischen Einträge dieser Qualifikation verworfen. Dieser Schritt kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Sobald eine historische Qualifikation eingetragen bzw. bearbeitet wird, erscheint der Dialog für die Qualifikationshistorie. Hier wird als Gültig-ab-Datum das aktuelle Tagesdatum vorgeschlagen, dieses kann jedoch überschrieben werden. Zusätzlich kann eine Notiz mitgegeben werden:
Nach dem Übernehmen erfolgt automatisch ein neuer Eintrag in der Qualifikationshistorie. Diese wird beim Mitarbeiter am Reiter "Qualifikationen" mit der Funktion Historische Datenführung ansehen aufgerufen.
Wird die Bewertung einer bestehenden Qualifikation verändert, wird das Gültig-bis-Datum automatisch mit einem Tag vor dem neuen Gültig-ab-Datum eingetragen:
Hinweis
Beim Mitarbeiter am Reiter "Qualifikationen" wird immer der Eintrag mit dem letzten Gültig-ab-Datum angezeigt.
Änderungen von Qalifikationen können auch für die Vergangenheit erzeugt werden. In diesem Fall fügt das Programm den neuen Datensatz automatisch an der korrekten chronologischen Position ein. Diese Erfassung kann entweder durch den Dialog für die Qualifikationshistorie oder direkt in der historischen Datenführung vorgenommen werden.
Wichtig ist, dass im Qualifikationsbaum die gewünschte Ausprägung markiert ist. Nur dann ist eine Neuanlage möglich.
Hinweis
Beim Bearbeiten von historischen Qualifikationen sind die Felder "Qualifikation" und "Ausprägung" ausgenommen. Es können aber sämtliche Informationen wie die Bewertung, Freifelder und Notizen angepasst werden.
Wie im Kapitel 5.3. Import Personenqualifikationen beschrieben, können Qualifikationen auch importiert werden. Im Zuge dieses Imports wird geprüft, ob es sich um historische Qualifikationen handelt. In diesem Fall ist beim Import verpflichtend ein Gültig-ab-Datum mitzugeben.
Hinweis
Wird kein Gültig-ab-Datum importiert, erfolgt ein Eintrag in der Logdatei STDCSVIMPORT.LOG.
Hinweis
Werden Qualifikationen über Makro und Stapel importiert, dann muss bei den Stapelvariablen der Parameter PIS_UPDATEACTIVE = 1 unbedingt gesetzt werden.
Im Auswertungsdesigner wird seitens BMD die Standardliste "Qualifikationen je Mitarbeiter" angeboten. Diese kann im Menüpunkt Auswertungen in der Auswertungsübersicht unter dem Auswertungstyp "Mitarbeiter" ausgewertet werden.
Mit den Funktionen "Ausdruck" (F3) bzw. "Export" (Strg+F3) kann im Smart-Interface noch nach einer bestimmten Kostenstelle, Abteilung oder nach einem Stichtag gefiltert werden:
Im Auswertungsdesigner wird seitens BMD die Standardliste "Qualifikationen je Bewerber" angeboten. Diese kann im Menüpunkt Auswertungen in der Auswertungsübersicht unter dem Auswertungstyp "Bewerber" ausgewertet werden.
Mit den Funktionen "Ausdruck" (F3) bzw. "Export" (Strg+F3) kann im Smart-Interface noch nach Bewerbern, Bewerbungsdatum, Bewerbungsstatus oder nach der Kostenstelle gefiltert werden:
Hinweis
Die Standardauswertungen können im Auswertungsdesigner unter Funktionen - Import/Export - Standardauswertungen importieren eingespielt werden.
Achtung!
BMD Standardauswertungen können nicht bearbeitet werden. Soll die Auswertung geändert werden, muss sie zuvor kopiert werden.
Hinweis
Um Historische Qualifikationen in der Auswertungsübersicht zum Stichtag auszuwerten, muss im Auswertungsdesigner der Filter "Skillfinder" verwendet werden.
Im Skillfinder können Personen ermittelt werden, die Qualifikationen in einer bestimmten Qualität besitzen. Der Skillfinder befindet sich im Paket PI im Menüpunkt Auswertungen.
Der Reiter "Qualifkationen" dient zur Filterung der Personen. Die Funktion "Filter ausführen" startet den Qualifikationsfilter, somit werden nur noch Mitarbeiter, die in die gewünschte Filterung hineinfallen, aufgelistet.
Beispiel
Alle Mitarbeiter, die über BMD-Kenntnisse verfügen, sollen ermittelt werden.
1. in der Combobox "Mitarbeiter" auswählen
2. Qualifikationsfilter für "Anwendungs-Software" setzen
3. Filter ausführen
Nun werden in der Mitarbeiterliste alle Mitarbeiter mit BMD-Kenntnissen angezeigt.
Im Skillfinder können verschiedene Qualifikationen in eine "und/oder-Beziehung" gestellt werden. Dazu stehen verschiedene Verknüpfungswerkzeuge zur Verfügung, welche in der allgemeinen Beschreibung zum Skillfinder erklärt werden.
Beispiel
Alle Bewerber, die sich vorstellen können, zumindest regional zu reisen und die zusätzlich über Praxiserfahrung verfügen, sollen ermittelt werden.
1. in der Combobox "Bewerber" auswählen
2. Qualifikationsfilter für "Reisebereitschaft örtlich" setzen
3. Qualifikationsfilter für "Praxiserfahrung" setzen
4. Verknüpfung bei der ersten Filterzeile auf "UND" setzten
5. Filter ausführen
Nun werden in der Bewerberliste alle Bewerber angezeigt, die zumindest regional reisen würden und Praxiserfahrung aufweisen.
Hinweis
Wichtig ist, dass in der Spalte "Verknüpfung" UND ausgewählt wird, da in diesem Beispiel beide Bedingungen erfüllt werden müssen.
Mit der Funktion Qualifikationsvergleich ansehen können die genauen Bewertungen der Qualifikationen je Mitarbeiter miteinander verglichen werden.